Ehrenplatz: Schüler geleiteten ihren ehemaligen Schulleiter Klaus Keßler aus der Sporthalle. - © SANDRA C. SIEGEMUND
Ehrenplatz: Schüler geleiteten ihren ehemaligen Schulleiter Klaus Keßler aus der Sporthalle. | © SANDRA C. SIEGEMUND

Bad Oeynhausen Ovationen für den scheidenden Direktor

Immanuel-Kant-Gymnasium: Schülervertretung verabschiedet mit einer „Late Night Show“ am frühen Morgen Schulleiter Klaus Keßler

Sandra Siegemund

Bad Oeynhausen. Jubel erklang von den voll besetzten Tribünen, als Klaus Keßler in die Sporthalle gefahren wurde. Ein auf einem Rollbrett montierter Sessel wurde zum mobilen Ehrenplatz, bevor der scheidende Schulleiter auf dem Sofa Platz nehmen durfte. Die Schülervertretung hatte die frühmorgendliche Verabschiedung im Stil einer „Late Night Show" organisiert. „Wir können ihn nicht einfach so gehen lassen, hatten sich die Schüler gedacht und die bunte Abschiedsshow geplant", sagte SV-Lehrer Lucas Ostrau. Nach einem schwungvollen Auftakt der Big Band des Immanuel-Kant-Gymnasiums starteten die Schülersprecherinnen Wibke Weißflog und Njomza Shatri ihr Interview mit ihrem nun ehemaligen Schulleiter und baten ihn, sich mit fünf Adjektiven zu charakterisieren. Als „freundlich, offenherzig und optimistisch, manchmal etwas vergesslich, aber nicht nachtragend" beschrieb sich Klaus Keßler. „Als Kind war ich schüchtern, aber gut in der Schule. Daher hatte ich trotzdem ein gutes Standing, weil andere bei mir Hausaufgaben abschreiben konnten." Auf die Frage, mit welcher historischen Person er gern tauschen würde, antwortete er nachdenklich: „Gustav Stresemann. Aber ob der auch mit mir tauschen wollte?" Anschließend hatten die Schülervertreter ein Quiz mit Kinderfotos diverser Lehrer vorbereitet. Unterhaltsam auch für die anwesenden Schüler. Mit einigen kleinen Tipps erkannte Klaus Keßler die ehemaligen Kollegen, „an den Augen", wie er verriet. Im zweiten Teil des Interviews erzählte er, dass er unter anderem aus Liebe zur englischen Sprache Lehrer geworden war. „Ich wäre auch gern Diplomat geworden, aber vielleicht wäre ich dann in den Jemen geschickt worden, statt nach London oder Washington", sagte er. Die Schüler am IKG beschrieb er als „wissbegierig, freundlich und interessiert. Es gab zwar auch mal Schwierigkeiten, aber ich hatte nie ernsthafte Konflikte, wie man von manch anderer Schule hört. Ihr seid eine angenehme Schülerschaft", lobte er. Dafür gab es tosenden Beifall von den Rängen. »Es war wunderschön mit Euch« Mit Blumen verabschiedet wurden auch Anja Bliege und Uli Schmidt aus dem Lehrerkollegium. Der begeisterte Fußballfan Klaus Keßler bekam einen großen Pokal, einen Präsentkorb mit englischer Lektüre, BVB-Tasse („Hilft die beim Aufstieg?"), Stadiontickets und ein Album mit Fotos und Unterschriften aller Schüler überreicht. „Nun gehen zehneinhalb aufregende Jahre zu Ende, die voller besonderer Momente waren", sagte er sichtlich gerührt. „Ich hoffe, ihr behaltet mich in guter Erinnerung, als Menschen mit offenen Ohren und viel Verständnis. Schule verändert sich, und wir Lehrer uns auch. Lernt und genießt eure Schulzeit, es war wunderschön mit euch."

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