Ehemalige Gärtnerei: Das Gelände an der Detmolder Straße könnte Standort eines neuen Edeka-Marktes werden. - © Jörg Stuke
Ehemalige Gärtnerei: Das Gelände an der Detmolder Straße könnte Standort eines neuen Edeka-Marktes werden. | © Jörg Stuke

Bad Oeynhausen Kampfabstimmung über Edeka-Markt in der Südstadt

Ausschuss für Stadtentwicklung: Nur CDU und SPD beschließen die Aufstellung eines Bebauungsplanes für Supermarkt an der Detmolder Straße

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Die Einschätzung der Gutachter ist eindeutig: Ein neuer Edeka-Markt an der Detmolder Straße würde die bestehenden Märkte in der Nachbarschaft nicht gefährden. Vielmehr wäre der neue Markt eine Stärkung des „heute sehr schwach aufgestellten Nahversorgungszentrums" in der Südstadt, so das Fazit der Unternehmensberatung „Dr. Lademann und Partner". Doch die kleineren Fraktionen konnte dieses Verträglichkeitsgutachten nicht überzeugen. So war es die große Koalition von CDU und SPD, die am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung beschloss, dass die Planungen für den Edeka-Markt in der Südstadt weiter vorangetrieben werden sollen. Dazu soll, so der Beschluss, nun ein „vorhabenbezogener Bebauungsplan" für das gut 10.000 Quadratmeter große Teilgrundstück der ehemaligen Baumschule Rolfsmeyer aufgestellt werden. Die Edeka Minden-Hannover will dort einen Markt mit 1.800 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen, der dann von Alexander Otto betrieben werden soll. Auswirkungen auf bestehende Märkte Seine Eltern Uta und Hans-Karl Otto führen den Edeka-Markt an der Schulstraße. Im Vorfeld der Entscheidung hatte die Stadt das Gutachten in Auftrag gegeben, das untersuchen sollte, welche Auswirkungen der neue Markt auf bestehende Nahversorger haben würde. Die Gutachter schreiben, dass sie für den Netto-Markt auf der Lohe einen Umsatzrückgang von sieben Prozent, für Edeka in der Schulstraße von 14 Prozent erwarten. Eine erhebliche Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit dieser beiden Märkte sehen sie darin nicht. „Diese Verträglichkeitsanalyse liegt seit September vor. Schade, dass wir erst jetzt davon erfahren", sagte Thomas Heilig (UW). Da er doch massive Auswirkungen auf die bestehenden Märkte erwarte, werde die UW den Plan ablehnen. Auch Andreas Korff (Linke) kritisierte, dass das Gutachten den Ausschussmitgliedern erst unmittelbar vor der Sitzung zur Verfügung gestellt worden sei. „Die Linke wird diesem Autofahrer-Firlefanz nicht zustimmen", sagte Korff. "Für mich ist das eine Art Kannibalismus" Rainer Müller-Held, seit Mittwoch Mitglied in der Fraktion der Bürger für Bad Oeynhausen (BBO), erklärte: „Für mich ist das eine Art des Kannibalismus. Da frisst ein Markt den anderen. Ich glaube diesem Gutachten nicht." Auch Andreas Edler (Grüne) erklärte, dass er den Markt „aus grundsätzlichen Erwägungen" ablehne. Bereits im Dezember hatte der Politiker die Gründe dafür auf seinem Blog erläutert. Reiner Barg (BBO) regte an, den Beschluss zu verschieben, um Gelegenheit zu haben, das Gutachten genauer zu studieren. Darin aber sahen SPD und CDU keinen Sinn. „Das scheint mir ja eine Glaubensfrage zu werden", sagte Olaf Winkelmann (SPD). „Auch wenn das Gutachten 100 Tage ausliegen würde, würde das nicht zu einem Umdenken führen", vermutete er. Und riet: „Fragen Sie doch mal Bürger und Kaufleute an der Detmolder Straße. Die sagen: Der Markt ist eine schöne Sache." Im übrigen steige man ja erst in die weitere Planung ein. Die Aufstellung des Bebauungsplans wurde schließlich mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen.

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