Ausgebrannt: In der Silvesternacht stand das syrische Lebensmittelgeschäft in Flammen. Fotos: Nicole Sielermann - © Nicole Sielermann
Ausgebrannt: In der Silvesternacht stand das syrische Lebensmittelgeschäft in Flammen. Fotos: Nicole Sielermann | © Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen Syrisches Lebensmittelgeschäft kurz nach Mitternacht ausgebrannt

Feuerwehreinsatz: Drei Brandeinsätze beschäftigen in der Silvesternacht die heimische Feuerwehr. An der Eidinghausener Straße ermittelt inzwischen die Kriminalpolizei, noch steht die Brandursache im „Syrian House“ nicht fest

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, schlugen die Flammen aus dem syrischen Lebensmittelgeschäft „Syrisches Haus" an der Eidinghausener Straße. „Das Feuer muss sich unheimlich schnell ausgebreitet haben", mutmaßt der Einsatzleiter der Feuerwehr, Frank Töbing. Um 0.20 Uhr in der Silvesternacht hatten Nachbarn, die auf der Straße gefeiert hatten, die Feuerwehr alarmiert, die nur wenige Minuten später vor Ort war. „Da brannte bereits das gesamte Ladenlokal", erklärte Töbing gegenüber der NW. Es ist nicht der erste Schreck, den Inhaber Mohamed Jazara verkraften muss. Bereits vor der Eröffnung des syrischen Lebensmittelgeschäftes im Juli 2016 hatten Unbekannte die Schaufenster eingeworfen, der Staatsschutz ermittelte. Wenige Monate nach der Eröffnung der zweite Vorfall: Wände und Imbisswagen wurden beschmiert. Wieder ermittelte der Staatsschutz. Dabei hatte der Syrer, der aus Aleppo stammt und seit nunmehr sechs Jahren in Bad Oeynhausen lebt, den Gebäudekomplex an der Eidinghausener Straße in guter Absicht übernommen. „Ich möchte Flüchtlingen aus meiner Heimat helfen", sagt Jazara, der fließend Englisch spricht, im Oktober 2016 gegenüber der NW. Die sollten in seinem Shop günstig einkaufen können. Direkt nebenan – in der ehemaligen Diskothek – sollten ein Restaurant und ein Jugendzentrum entstehen. Nun ist das Ladengeschäft ein drittes Mal zerstört worden. Wobei die Polizei nun eine vorsätzliche oder fremdenfeindliche Tat ausschließt. Weitere Ermittlungen zur Brandursache werden vom zuständigen Kriminalkommissariat zu Wochenbeginn erfolgen, teilt die Polizei mit. Der Sachschaden kann noch nicht beziffert werden, dürfte laut Polizei aber mehrere tausend Euro betragen. Während vorne die Flammen aus dem Gebäude schlugen, sicherten die Feuerwehrmänner den hinteren Bereich des Untergeschosses. Doch auch dort hatte sich das Feuer schon ausgebreitet. „Wir haben sofort begonnen, das Mehrfamilienhaus zu evakuieren", berichtet Töbing. 17 Bewohner seien gemeldet, wie viele letztendlich vor Ort waren ist ungewiss. „Zwischendurch gab es eine vermisste Person, letztendlich aber haben wir alle Bewohner heile aus dem Haus bekommen", so Frank Töbing. Die Bewohner konnten noch in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehren. 35 Einsatzkräfte der Hauptwache, des Zuges Mitte bestehend aus den Löschgruppen Dehme, Werste und Eidinghausen-Wöhren sowie der Löschgruppe Wulferdingsen waren bis 3 Uhr morgens mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Während des Feuerwehreinsatzes war die Eidinghausener Straße zwischen der Mindener Straße und der Blöbaum-Kreuzung voll gesperrt. Der Brand im „Syrischen Haus" war nicht der einzige Einsatz für die Kräfte der Hauptwache. So brannte bei der Firma Helmerding ein Abfallcontainer und auch an der Grundschule Werste hatten Unbekannte in der Silvesternacht gezündelt. Während die Freiwilligen noch mit den Aufräumarbeiten am „Syrisches Haus" beschäftigt waren, rückten die Kräfte der Hauptwache gegen 3 Uhr nach Werste aus. „Dort brannte auf dem Hof ein Papiercontainer und unter dem Vordach der Schule ein Holztisch", so Einsatzleiter Töbing. Anwohner hatten das Feuer bemerkt und den Notruf gewählt.

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