Krisengebiet: Rund um das Herz- und Diabeteszentrum sind Parkplätze Mangelware. Wer sein Fahrzeug dort abstellt, wo es verboten ist, muss damit rechnen, dass es abgeschleppt wird. - © Thorsten Gödecker
Krisengebiet: Rund um das Herz- und Diabeteszentrum sind Parkplätze Mangelware. Wer sein Fahrzeug dort abstellt, wo es verboten ist, muss damit rechnen, dass es abgeschleppt wird. | © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen Lösung des Parkproblems am HDZ steckt im Stau

Herz- und Diabeteszentrum: Der neue Parkplatz an der Schützenstraße, dessen Fertigstellung derzeit durch Klagen gebremst wird, soll nur eine Übergangslösung sein. Doch auch die Planung einer Dauerlösung hakt

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Diagnose: Parkinfarkt. Wer am Herz- und Diabeteszentrum oder am Krankenhaus einen Parkplatz sucht, braucht Geduld und eine ordentliche Dosis Glück. Denn Abstellflächen für Autos sind in dem Beritt zwischen Georgstraße, Schützenstraße und Wielandstraße Mangelware. Und deshalb ein beständiges Ärgernis für Anwohner, Patienten und Besucher. Entschärfen könnte das Problem der neue Parkplatz an der Schützenstraße. Doch dessen Fertigstellung wird derzeit durch ein Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Minden ausgebremst. „Dieser Parkplatz ist aber ohnehin nur als Übergangslösung gedacht", erklärt Karin Overlack, Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrums (HDZ). So sei es auch in dem Bauantrag angegeben. „Wir stecken aber auch in unseren Planungen für eine dauerhafte Lösung fest, weil wir nicht wissen, was in Zukunft mit dem Krankenhaus passiert", erläuterte Overlack der NW. Neubau oder Anbau Denn die Mühlenkreiskliniken prüfen derzeit Möglichkeiten, das Krankenhaus und die Auguste-Viktoria-Klinik zusammenzulegen (die NW berichtete im Juli exklusiv). Dabei sind drei Varianten möglich: ein Neubau an einem neuen Standort oder ein Anbau an einem der bisherigen Standorte. Platz für eine Erweiterung gibt es nach NW-Informationen sowohl an der Auguste-Viktoria-Klinik wie auch an der Wielandstraße. Ebenfalls möglich, aber am unwahrscheinlichsten soll die Variante „Alles bleibt so, wie es ist" sein. Würde das Krankenhaus seinen Standort an der Wielandstraße verlassen, dann hätte das naturgemäß auch Auswirkungen auf die Parkplatzsituation. Ein Standortwechsel würde die Lage entschärfen und auch dem HDZ neue Möglichkeiten bieten, Parkflächen zu schaffen. Eine Wunschlösung ist das für Karin Overlack aber dennoch ganz und gar nicht. „Wir haben ein massives Interesse daran, dass das Krankenhaus dort bleibt, wo es ist", betont die HDZ-Geschäftsführerin. „Denn es gibt viele Schnittstellen zwischen Krankenhaus und HDZ." Da aber noch nicht klar ist, wann die Mühlenkreiskliniken über die Zukunft von Krankenhaus und „Auguste" entscheiden, wollte das Herzzentrum mit dem Übergangsparkplatz an der Ecke von Schützenstraße und Uhlandstraße für eine Entspannung des Parkproblems sorgen. Das HDZ kaufte das Grundstück. ließ das ehemalige Diakonissenheim „Haus Morgenstern" abreißen und begann mit dem Parkplatzbau. „Wir hatten gehofft, dass wir den Platz jetzt in Betrieb nehmen könnten", sagte Overlack. Anwohner haben geklagt Doch inzwischen haben Anwohner gegen die von der Stadt erteilte Baugenehmigung geklagt. Wie Knut Kleesiek, der bis 2010 selbst Chefarzt am HDZ war und mehrere Immobilien in der Nachbarschaft besitzt, gegenüber der NW erläuterte, richtet sich seine Klage aber nicht gegen die 180 Parkplätze für die Mitarbeiter des HDZ. Sondern gegen sieben dort ebenfalls vorgesehene Stellplätze für Wohnmobile. Der Anstoß, diese Wohnmobilplätze dort mit zu planen, sei vom HDZ gekommen, erklärte Kerstin Vornheder, Leiterin des Büros des Rates. Was Karin Overlack bestätigt. „Wir haben immer mal wieder Patienten oder Angehörige, die mit dem Wohnmobil kommen", so die Geschäftsführerin. Allerdings brauche es dafür nicht sieben Plätze. Grundsätzlich habe das HDZ an den Wohnmobilplätzen allenfalls ein „nachgelagertes Interesse". Unser ganz maßgebliches Interesse gilt den Parkplätzen für unsere Mitarbeiter", versichert sie. Ob dies eine Kompromisslinie für das Klageverfahren sein könnte – Parkplätze ja, Wohnmobilplätze nein – wird sich voraussichtlich im Januar zeigen. Dann könnte nach Einschätzung von Imke Decker, Sprecherin des Verwaltungsgerichts Minden, ein Termin im Eilverfahren angesetzt werden. Für die langfristige Lösung der Parkplatzfrage spielt im übrigen das Grundstück von „Haus Morgenstern" keine Rolle, so Overlack. „Wenn wir eine Parkpalette planen, dann eher auf dem Grundstück des schon bestehenden Mitarbeiter-Parkplatzes an der Brahmsstraße", erklärte sie.

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