Mit Tempo: Katja Hoffmann und ihre dreijährige Tochter Linn besuchen die Bad Oeynhauser Eislaufbahn gerne und häufig.  - © Mareike Gröneweg
Mit Tempo: Katja Hoffmann und ihre dreijährige Tochter Linn besuchen die Bad Oeynhauser Eislaufbahn gerne und häufig.  | © Mareike Gröneweg

Bad Oeynhausen Eisiger Spaß auf der Eislaufbahn in Bad Oeynhausen

Adventszeit: Die Eisbahn in Bad Oeynhausen ist ein echter Besuchermagnet. Kinder und Erwachsene steigen in die Schlittschuhe und probieren sich im Eiskunstlauf. Der beliebteste Tag ist der Sonntag

Mareike Gröneweg

Bad Oeynhausen. Ob schwungvoll in die Kurve oder einfach nur geradeaus über die Fläche flitzen: Auf der Eislaufbahn ist es selten leer – und selten leise. Zwischen 25 Buden und zahlreichen Kunsthandwerkerhütten schwelgen Besucher nicht nur in Weihnachtsvorfreude, sondern bei einigen wird es auch sportlich. Die begeisterten Eiskunstläufer sind meist Kinder, die sich über etwas Action freuen. Mittendrin ist auch Katja Hoffmann, die zusammen mit ihrer Familie eine treue Eisbahnbesucherin ist. Ihre Tochter Linn ist drei Jahre alt und stand im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf dem Eis. Als ihre Mutter ihr die Schlittschuhe zuschnürt, ist ihr noch keine Vorfreude ins Gesicht geschrieben. Doch der Pinguin, eine Laufhilfe für Kleinkinder auf dem Eis, überzeugt Linn dann doch. Beherzt greift sie zu, Mama steht stützend im Rücken und los geht die Tour. Eisfläche wird bis zu fünf Mal täglich geglättet Es braucht mindestens sechs Zentimeter an Eisdicke, damit die Bahn öffnen darf, weiß Betreiber Daniel Lemoine. Während des Weihnachtsmarktes im letzten Jahr habe er insgesamt 150.000 Liter Wasser auf die 375 Quadratmeter große Fläche gegeben. Das Abschaben durch die Kufen macht die Eisfläche uneben, weshalb mehrmals täglich neues Wasser aufgetragen wird. „An Sonntagen wird die Eisfläche bis zu fünf Mal täglich geglättet", erzählt Lemoine. „Sonntags kommen auch viele Besucher von außerhalb, das ist unser bester Tag. Bis zu 800 Menschen sind an diesem Tag auf dem Eis." Weniger vorsichtig als seine Schwester Linn flitzt Luuk über die Eislaufbahn. „Ich bin gerne richtig schnell auf den Schlittschuhen unterwegs, da nehme ich auch mal einen blauen Fleck in Kauf", sagt der Zehnjährige. Wintertauglich eingepackt mit Handschuhen, Schal und Mütze fährt er über die Fläche. Die anderen Kinder werden da schnell zu neuen Freunden – Eislaufen verbindet. Handschuhe als Vorsichtsmaßnahme Die Handschuhe sind seit einigen Jahren Pflicht, ohne werden Besucher unter zwölf Jahren nicht auf die Bahn gelassen. Der Grund dafür: „Ein Kind verlor bei einem Sturz einen Finger. Dank des glatten Schnittes konnte er wieder angenäht werden", berichtet Lemoine. Das sei aber lange her und zudem der schlimmste Unfall, ansonsten sei noch kein Krankenwagen an der Eisbahn vorgefahren. Die schönste Erinnerung des 43-jährigen Schaustellers ist der Moment, als vor zwei Jahren auf dem Eis ein Heiratsantrag inszeniert wurde. „Und Ja gesagt, hat sie auch", fügt Lemoine hinzu. Die Mutter von Linn und Luuk freut sich jedes Jahr über den Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes: „Ich würde mir wünschen, dass die Eisbahn auch nach Silvester noch stehen würde, da Anfang Januar noch Ferien sind." Betreiber Lemoine und das Staatsbad halten das für keine gute Idee: „Die Eisbahn soll weiter als Teil des Weihnachtsmarktes bestehen", sagt Kristina Quest vom Staatsbad. „Es braucht auch die Buden, die um die Bahn herum stehen." All das ist für Luuk auf dem Eis jetzt unwichtig. Während Linn und seine Mutter schon genug haben und einen Kakao trinken, pest er noch ein paar Mal schwungvoll in die Kurve.

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