Modenschau: Diese Schülerinnen präsentierten Originalmodelle aus den 1970er Jahren. - © Gisela Schwarze
Modenschau: Diese Schülerinnen präsentierten Originalmodelle aus den 1970er Jahren. | © Gisela Schwarze

Bad Oeynhausen Mit der Realschule Süd auf Zeitreise

Schöne Feier: In der Aula wurde an die bewegte Schulgeschichte erinnert. Schüler sorgten für ein abwechslungsreiches Programm

Gisela Schwarze

Bad Oeynhausen. Die Aula war zum Festsaal für Ehrengäste, Eltern und Schüler umfunktioniert, als die vier erfolgreichen Jahrzehnte der noch immer aufstrebenden Realschule Süd gefeiert wurden. Schulleiterin Anja Sprengel demonstrierte den Wandel der Zeit am schuleigenen Telefon aus dem Sekretariat. Der Fernsprecher aus den 70ern ist mit einem Hörer versehen und mit einer seitlich angebrachten Gebrauchsanleitung für die heutigen Schüler ausgestattet. "Dieses Telefon ist ein Problem unserer Zeit", schmunzelte die Schulleiterin. "Früher musste man pünktlich sein, denn man konnte nicht kurzfristig anrufen", fügte sie vielsagend im Hinblick auf Smartphones hinzu. In ihrem Rückblick erinnerte Anja Sprengel: "Die Gründung der Schule im Jahr 1977 erfolgte in einer bewegten Zeit der Krisen." Der Terror der RAF im Herbst des Gründungsjahres, aber auch die Ostpolitik hätten damals die Gemüter bewegt. "Gestartet sind wir mit 423 Schülern und 15 Lehrern, es gab bis zu 37 Schüler in einer Klasse. Nun haben wir fast 500 Schüler und 37 Lehrer", nannte die Rektorin Zahlen. 1991 sei die Schule regionaler Vorreiter gewesen: " Die Realschule Süd war damals die erste Ganztagsrealschule im Regierungsbezirk Detmold." Lehrer seien inzwischen Allrounder, nämlich Berater in der Berufswahl, Wegbegleiter und Wegbereiter, denn 60 bis 70 Prozent ihrer Zeit verbringen die Jugendlichen in der Schule. In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Achim Wilsmeier: "Wichtige Bausteine für ihr späteres Leben sammeln die Schüler. Sie erwerben eine solide Wissens- und Verhaltensbasis." Ganz wichtig war ihm die Feststellung, dass der Leitgedanke Toleranz vermittelt und für andere Kulturkreise sensibilisiert wird. Als "nette Nachbarn" bezeichnete Klaus Keßler, Schulleiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums, die Realschüler und das Kollegium. Er überreichte als Jubiläumsgeschenk Präsente für Bewegungsspiele in den Pausen und wünschte weiterhin "Kraft, Stehvermögen und Zukunftsoptimismus". Auch Schülersprecher Mustafa Khodeir gratulierte zum 40-Jährigen. Selbstkritisch blickte er auf die Anfänge seiner Schullaufbahn an der Realschule zurück. "Inzwischen habe ich den Wert des breit gefächerten Unterrichts für meine Entwicklung erkannt und danke allen Lehrern, die mich zur Einsicht brachten und mir nötiges Wissen vermitteln." Während des Festakts moderierten auf der Bühne Charlotte Nävy und Simeon Hofs aus der Klasse 10a. Sie leiteten über vom einleitenden "Cup Song" der Gesangs-Projektgruppe, zu Reden und Grußworten sowie dem temperamentvollen Tanz "Back to the Seventies". Sie kündigten die begeistert gefeierte Modenschau mit Originalmodellen aus den 70er Jahren an. Die beiden Moderatoren verkündeten feierlich das Vorspiel "Riptide-Vance Joy" des Duos Valeria Magonova (Klavier) und Malin Tischert (Gitarre) sowie zum Ausklang den Rückblick in Bildern auf 40 Jahre Realschule Süd. Anschließend wurde auch mit vielen Ehemaligen eine Party vor und in der Aula gefeiert. Allerdings hätte mit Blick auf die zahlreichen potenziellen Gäste deutlich mehr Ehemalige kommen können.

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