Bad Oeynhausen Fliegende Vierbeiner

Flyball-Turnier: 60 Hunde springen in der Loher Reithalle über bis zu 35 Zentimeter hohe Hürden

Johannes Wöpkemeier Bad Oeynhausen. Sie kann ihren zweiten Auftritt gar nicht mehr abwarten. Das verrät zumindest ein Blick in ihr Gesicht. Und ihre Kraft lässt sie Herrchen Rebecca Behrens auch spüren. Dann das ersehnte Startsignal. Schiedsrichter Jürgen Stank bläst in seine Trillerpfeife. Attacke, denkt sich wohl Hündin Amy Blue und rennt beim zweiten „Flyball-Turnier“ des Vereins „Die Flughunde“ auf der Lohe los. Die erste 17,5 Zentimeter hohe Hürde überspringt der zweieinhalb Jahre Vierbeiner, der erst zum zweiten Mal bei einem Wettkampf des modernen amerikanischen Mannschaftssport antritt, souverän. Dann eine sanfte Landung auf dem Boden und mit einem Hopser geht’s über die zweite Hürde. Auch Nummer drei und vier lässt sie sicher hinter sich. Immer dabei im Blick: Der gelbe Tennisball auf der sogenannten „Flyballbox“. Denn den muss Amy als nächstes schnappen. Gekonnt federt sie sich auf der einer Rampe ähnelnden Konstruktion ab und schnappt den Ball mit ihrem Maul. Wie beim Abstoßen eines Schwimmers am Beckenrand dreht sich die Hündin der Rasse Australian Shepherd und läuft zurück. Wieder über vier Hürden bis zu Herrchen Behrens. Ein grünes Signal, dann läuft auch schon der nächste Hund durch den Parcour. Zwei weitere Vierbeiner folgen und Leistungsrichter Joachim Müller sieht auf seinem Laptop die Zeit, die die Mannschaft um Hündin Amy für die gerade gelaufene Strecke gebraucht hat. Ob es am Ende für den Sieg reicht? Denn noch sind die erfahrenden Hunde nicht an den Start gegangen, stehen aber schon in den Startlöchern. Vierbeiner Willi nimmt es gelassen. Der fünf Jahre alte Hund tritt zusammen mit drei weiteren Artgenossen der ersten Flyball-Mannschaft des Vereins „Plan B“ an. Spielt also quasi die erste Geige. Kann er auch, denn Herrchen Heike Kotte war mit ihrem Australian Shepherd schon auf unzähligen Turnieren in den vergangenen Jahren. „Willi ist im im Turnier-Geschäft nicht alter Hase, sondern alter Hund“, sagt Kotte schmunzelnd. Und dann geht’s an den Start. Schiedsrichter Stank zückt wieder seine Trillerpfeife und gibt das Startsignal. Wie in seinen besten Jahren überspringt Willi alle vier Hürden. Dabei mus er höher springen als die eben gelaufene Konkurrenz um Hündin Amy. Nämlich 25 Zentimeter hoch. Die Hürdenhöhe wird so eingestellt, dass sie 12,5 Zentimeter unter der Schulterhöhe des kleinsten laufenden Hundes liegt. Die überspringt der Routinier Willi mit links. Als Belohnung gib’s anschließend ein kleines Leckerli. Das hat er sich auch verdient. Denn bei der parallel gestarteten Mannschaft läuft es gar nicht rund. Diese Runde geht an Hund Willi, die anderen drei Artgenossen und Herrchen Heike Kotte. Freuen kann sich auch Australian Shepherd Amy. Denn, die Mannschaft um Herrchen Rebecca Behrens und ihre vier Hunde belegt in ihrer Leistungsklasse den dritten Platz. „Ein super Ergebnis“, findet sie und zeigt ihrer Hündin die große Tüte Leckerli. Die freut sich sichtlich und springt in die Luft. Amy ist eben ein echter Flughund.

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