Die Teilnehmer des Projektes ?Ab in die Räte, fertig, los!?
mit Kamingast Olaf Winkelmann. - © Foto: privat
Die Teilnehmer des Projektes ?Ab in die Räte, fertig, los!?
mit Kamingast Olaf Winkelmann. | © Foto: privat

Bad Oeynhausen Vorbereitung auf Ratsmandat

Kamingespräch mit Olaf Winkelmann: Ein jugendliches Alter qualifiziert nicht für die Ratsarbeit. Kritik und Gesprächsangebot an Jurats

Bad Oeynhausen/Kreis Herford (nw). Wie wird man Kommunalpolitiker? Was muss man dafür mitbringen? Diesen und anderen Fragen stellte sich Olaf Winkelmann, Geschäftsführer der SPD im Kreis Herford und Fraktionsvorsitzender in Bad Oeynhausen. „Schön, dass das Kamingespräch hier in der Druckerei in Bad Oeynhausen stattfindet, dieser Treffpunkt ist ein Kind der Sozialdemokratie und macht deutlich, dass Kommunalpolitiker vieles bewegen können“, so Winkelmann. Um auch wirklich Kommunalpolitiker zu werden, gäbe es kein Patentrezept. Man müsse es wollen, Zeit mitbringen und vor Ort aufgenommen werden. Den 20 Zuhörern des Projekts rät er: „ Verliert nie den Mut, seid selbstbewusst und fragt nach, wo Hilfe benötigt wird.“ Winkelmann selbst hatte 1997 die Juso-AG mit 25 jungen Leuten in der Kurstadt aufgebaut und wurde Sprecher der Jusos im SPD-Stadtverband. Mit Blick auf das Fünfer-Bündnis in Bad Oeynhausen stellte sich den Teilnehmern die Frage nach der Abgrenzung und Profilierung zu den vier anderen Parteien. „Die Partei schärft das Profil und benennt Themen, die Fraktion trägt zusammen mit Bürgermeister und Rat die Verantwortung, Entscheidungen zur Entwicklung unserer Stadt vorzubereiten und umzusetzen“, so Winkelmann. Diese Frage würde „übrigens munter auch in den Bündnisparteien diskutiert“, weiß der SPD-Politiker. „Den Bürgern sind jedoch Ergebnisse wichtig, keine Streitereien!“ Das Projekt „Ab in die Räte“ vom SPD-Kreisverband Herford fördert junge Menschen, gleichzeitig bereitet es Nachwuchspolitiker auf ihre Aufgaben vor. Daher wurde auch die Neugründung des Vereins „Jurats“ heftig diskutiert. „Ich wurde in der Partei mit offenen Armen empfangen, nach meiner Meinung gefragt und ernstgenommen“, berichtete Projektteilnehmer Oliver Meinhardt. „Wir müssen uns auch reinbeißen und genau überlegen, wo wir uns in der Politik einbringen möchten“, erklärte Johanna Kiel aus Löhne. Für die 20 Teilnehmer war die öffentlich Kritik von Jurats an den Parteien nicht nachvollziehbar. Zur Kommunalwahl antreten zu wollen, ohne ein Programm oder Erfahrungen zu haben, hielten die Projektteilnehmer für ein großes Problem. „Gut ist, dass sie sich engagieren wollen, mulmig wird mir, wenn sie ohne Vorbereitung eine Ratsentscheidung treffen sollen, die der Stadt Millionen kostet“, so Niklas Reinert und Lennart Domnick aus Vlotho. „Wir glauben, dass eine gründliche Vorbereitung auf das Ratsmandat, Wissensaustausch und gegenseitige Unterstützung unerlässlich sind. Allein das Attribut, jung zu sein, qualifiziert für gar nichts“, ist sich die Projektleitung einig. Ein Gesprächsangebot möchte die Projektleitung den beiden Sprechern von Jurats trotzdem machen.

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