Patronen - Symbolbild. - © picture alliance / blickwinkel/McPHOTO
Patronen - Symbolbild. | © picture alliance / blickwinkel/McPHOTO

Schlangen/Kolvereid Lippisches Ehepaar vollführt kuriose Diebestour in Norwegen

Marc Schröder

Schlangen/Kolvereid. Im August vermeldet die Agentur dpa die kuriose Einbruchstour eines älteren deutsche Ehepaares in Norwegen. Sie sollen 2,6 Tonnen leere Patronenhülsen aus mehreren Schießhallen in der Region Nord-Trondelag gestohlen haben. Transportiert hatten sie ihre schwere Beute in einem Wohnmobil. Im September wurde das Paar in Norwegen zu 10 Monaten Haft verurteil. Die Diebestour des Paares im Alter von 61 und 63 Jahren war in Kolvereid in Nord-Trondelag aufgeflogen. Nachdem sie und ihr Wohnmobil während eines Einbruchs in eine Schießhalle gesehen worden waren. Die norwegischen Polizei stoppte das Wohnmobil und kontrollierte es. Im Fahrzeuginneren fanden die Beamten dann die beachtliche und merkwürdige Zuladung von rund 2,6 Tonnen leerer Patronenhülsen. Vermutlich die Beute aus mehreren Einbrüchen in Schießstände der Region nördlich von Trondheim. Der reine Materialwert der aus Messing bestehenden Hülsen wurde auf über 5200 Euro geschätzt. Zugrunde gelegt wurde ein Rohpreis von 20 norwegischen Kronen (etwa 2 Euro) für das Kilo Messing. Denkbar wäre aber auch ein Verkauf der Patronenhülsen an Wiederbefüller gewesen. Leergeschossene Messinghülsen können bei entsprechender Sachkunde und waffenrechtlicher Erlaubnis erneut beladen werden. Bei der großen Menge von Hülsen unterschiedlicher Kaliber hätte der Weiterverkaufswert dann sogar deutlich über dem reinen Materialpreis liegen können. Jetzt erhielt nw.de Informationen, nach denen das Ehepaar aus der lippischen Gemeinde Schlangen stammen soll.  Die Eheleute sind im September von einem Gericht in Norwegen zu 10 Monaten Gefängnis und einer Strafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Insgesamt 30 Einbrüche in Schießstände und -hallen wurden dem Paar in dem Prozess zur Last gelegt. In einem Bericht des norwegischen TV-Senders NRK äußerte sich der Anwalt des Paares, dass der Fall der wohl seltsamste seiner bisherigen Karriere gewesen sei.

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