In Oerlinghausen geboren: Heike Otparlik (geb. Dombrowski) hat eine glückliche Kindheit in der Bergstadt erlebt. Die beruflichen Stationen haben sie in den Schwarzwald geführt. - © Karin Prignitz
In Oerlinghausen geboren: Heike Otparlik (geb. Dombrowski) hat eine glückliche Kindheit in der Bergstadt erlebt. Die beruflichen Stationen haben sie in den Schwarzwald geführt. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen. Was macht eigentlich - die ehemalige Oerlinghauserin Heike Otparlik

Mittlerweile hat sie mehrere Berufe und will im Sommer wieder umziehen

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Wer bei Wikipedia nachschaut, der kann dort lesen, dass im Jahr 1969 das letzte Baby im "Mariannenstift" zur Welt gekommen ist. Heike Otparlik weiß es besser. Erst im April 1970 tat sie dort ihren ersten Schrei. "Aber ich gehörte dann wohl tatsächlich zu den letzten Geburten" im Natursteingebäude an der Robert-Koch-Straße, das heute zum Evangelischen Altenzentrum Oerlinghausen gehört. Der berufliche Weg hat die heute 46-Jährige durch Deutschland geführt. Derzeit sitzt Heike Otparlik mit ihrem Mann und den Töchtern Marai (14) und Lea (12) erneut auf gepackten Koffern. Das Ziel diesmal: die Bundeshauptstadt Berlin. Nicht mitten in die Stadt zieht es die Familie, sondern in einen sehr ländlich gelegenen Nebenort. Das Leben inmitten der Natur ist für Heike Otparlik gar nicht anders vorstellbar. "Ich hatte eine wunderbare und sehr freie Kindheit in Oerlinghausen", damit verweist die freikirchliche Pastorin auf ihre ausgedehnten Ausflüge in den Wald, zur Fliegerkuppe, durch den Barkhauser Berg. "Natürlich war auch das Freibad im Sommer ein Anziehungspunk." Diese Zeit habe geprägt. Zu den Freizeitabenteuern gehörte ein Pflegepferde, das am Kiffestift neben dem Mariannenstift stand. "Wahrscheinlich war es zu therapeutischen Zwecken angeschafft worden", vermutet Heike Otparlik, denn das Kiffestift sei damals ein Kinderhaus gewesen. Gemeinsam mit ihrer Freundin hat die seinerzeit Elfjährige das Pferd gepflegt, und weil die Liebe zu den Vierbeinern so groß war, nach dem Abschluss der Hauptschule ein Praktikum in Mainz auf einem landwirtschaftlichen Hof mit Pferdezucht absolviert. Und eines auf dem Vollblutgestüt von Heinz von Opel. "Dort bin ich direkt danach zur Pferdewirtin ausgebildet worden." Zehn Jahre hat Heike Otparlik, die früher Dombrowski hieß und deren Großmutter Elisabeth Plaß einen Milchladen an der Holter Straße betrieben hat, im Beruf gearbeitet. Und sich dann entschlossen, noch einen ganz anderen Weg einzuschlagen. Sie studierte Theologie an einer Bibelschule in der Nähe von Darmstadt, wurde im Jahr 2000 ordiniert. Bereits zuvor hatte sie an eben jener Schule ihren Mann kennengelernt. Seit 1997 sind die beiden verheiratet. Bis 2004 war Heike Otparlik Pastoralreferentin in Celle, ehe sie mit ihrem Mann eine Gemeinde in Furtwangen im Schwarzwald übernommen hat. Die Familie lebt im Nebenort Vöhrenbach. Allerdings nur noch bis zum Sommer. "Wir haben uns entschieden, noch einmal etwas Neues zu machen", erzählt Heike Otparlik am Telefon. Inzwischen hat die 46-Jährige dank ihrer Putzleidenschaft ein weiteres Berufsfeld entdeckt und sich mit einem Reinigungsunternehmen selbstständig gemacht. Und sie hat in Stuttgart mit ihrem Mann die Ausbildung für das systemische Business-Coaching absolviert. Auf diesem neuen Feld wollen sich beide in Berlin selbstständig machen. Ein Segelcoaching im September in Griechenland ist bereits fest geplant. "Irgendwann wird aber sicher auch wieder das Pastorale hinzukommen", da ist sich Heike Otparlik ganz sicher. Das Netzwerk ist auf alle Fälle schon geknüpft. Eine Konstante in ihrem Leben sind die Besuche in Oerlinghausen, wo große Teile der Familie noch leben. Die Mutter, die beiden Brüder, die Tante. Ein Bruder lebt im umgebauten Elternhaus an der Holter Straße. Früher hatte dort die "Candle-Disco-Bar" ihr Domizil. "Daran", sagt Heike Otparlik, "kann ich mich aber kaum noch erinnern." Auch deshalb, weil sie viel lieber draußen unterwegs war und es immer noch ist. Städtereisen, Camping, joggen, segeln, wandern. Das ist ihres, und deshalb erinnert sie sich auch so gerne an die ersten 16 Jahre ihres Lebens in Oerlinghausen zurück. "Ich fand?s toll." Leser, die ebenfalls erst nach 1969 im Mariannenstift geboren worden sind, können sich gerne bei der Neuen Westfälischen melden, per E-Mail unter: shs@nw.de BISHER ERSCHIENEN Der pensionierte Professor Horst Oberquelle sowie Ehrenamtsvorbild Heidi Weiken, FDP-Politiker Hans-Gerd Warneken, die einstige Konrektorin der Heinz-Sielmann-Schule Helga Fraune-Monzen, Pia Piepenbreier, die einstige Leiterin der städtischen Musikschule Oerlinghausen, der ehemalige Leiter des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen, Martin Schmidt, Dieter Wintzer, der im Alten Gasthaus Nagel aufgewachsen ist, der frühere Leiter des Musikvereins Oerlinghausen, Martin Fugmann, und Bildhauer Bruno Buschmann.

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