Oerlinghausen Der Mann im Museum

WAS MACHT EIGENTLICH? Martin Schmidt, ehemaliger Leiter des Freilichtmuseums

Karin Prignitz
Ein Mann mit Visionen: Martin Schmidt hatte 2001 einen internationalen Verband für Freilichtmuseen gegründet.
Ein Mann mit Visionen: Martin Schmidt hatte 2001 einen internationalen Verband für Freilichtmuseen gegründet.

Oerlinghausen. Fast 30 Jahre sind vergangen, seit Martin Schmidt das Archäologische Freilichtmuseum in Oerlinghausen zum ersten Mal besucht hat. Student ist er damals gewesen. 1993 hat er die Leitung übernommen, ehe er im Jahr 2003 als stellvertretender Direktor zum Landesmuseum nach Hannover gewechselt ist. "Es stimmt mich immer noch traurig", sagt der 53-Jährige, dass ein Museum mit einem solch guten Ruf und einem Museumsprogramm von derart hoher Qualität in der Stadt nach wie vor als fünftes Rad am Wagen gilt".

Zwar sei es nicht mehr seine Baustelle. Von Niedersachsen aus verfolgt Martin Schmidt die Entwicklung "dieses extrem wichtigen außerschulischen Lern- und Bildungsortes" aber weiterhin mit Interesse. Ab und zu ist er im Museum, bietet Führungen an und sucht den Austausch mit der Museumsleitung. Nach wie vor findet er es "beschämend und geradezu fahrlässig, wie wenig man sich von politischer Seite dem Haus widmet".

Zumal es um vergleichsweise geringe Summen gehe, mit deren Hilfe es möglich wäre, ein noch attraktiveres Programm zu gestalten, das Museum dauerhaft im Bestand zu sichern und weiter zu entwickeln. Betrieben wird das Museum mittlerweile vom Landesverband Lippe und der Stadt Oerlinghausen.

Visionen und Zukunftsplanungen zu verwirklichen, hierfür habe es von städtischer Seite, "solange ich das Museum kenne", kaum Unterstützung gegeben. Schmidt nennt zwei Beispiele. "Damals habe ich ein Tourismusbüro im Museum angeregt." Wie so viele andere Dinge habe dieser Vorschlag keine Beachtung gefunden. Das Stadtprogramm den Speisekarten der Oerlinghauser Gastronomen beilegen. Auch das sei nicht umgesetzt worden. "Die Stadt hat nie mit dem Pfund des Museums gewuchert." Die Chancen, die das Haus biete, seien im Wesentlichen ungenutzt geblieben. Sogar Hinweisschilder gebe es erst seit kurzer Zeit.

Im Landesmuseum kümmert sich Martin Schmidt hauptsächlich um das Projektmanagement. Ausstellungen hat er durch die Welt begleitet. Zweimal jährlich fliegt er nach England. "Ich habe einen kleinen Lehrauftrag am University College London." Den Studenten dort erzählt er unter anderem etwas über archäologische Freilichtmuseen und Museumspädagogik, so, wie sie in Oerlinghausen praktiziert wird. Seine Aufenthalte in der Weltstadt nutzt Schmidt aber auch um den akademischen Horizont zu erweitern. "Am College wirken mehr als 70 Wissenschaftler."

2001 hatte Martin Schmidt die Idee, einen internationalen Verband zu gründen, in dem sich archäologische Freilichtmuseen zusammenschließen. Umgesetzt wurde die Idee in Oerlinghausen. Das Motto: "Gemeinsam gegen einsam." Vor zwei Jahren hat Martin Schmidt, der am Montag seinen 53. Geburtstag feiern konnte, den Vorsitz von "EXARC" übernommen. Dem Verband gehören 250 Mitglieder aus 30 Ländern an. Direktor ist der stellvertretende Leiter des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen, Roeland Paardekooper.

Die Serie

Zuletzt wurden vorgestellt die ehemalige Leiterin der Südstadtschule Inge Hellweg, der früher erfolgreiche Schwimmer Axel Müller-Hofvenschild, der emeritierte Universitäts-Professor Hans-Georg Pott, die Leiterin einer privaten Musikschule Janine Nußbeck, der Unternehmer und Rennfahrer Ottfried Stopka, der pensionierte Professor Horst Oberquelle sowie Ehrenamts-Vorbild Heidi Weiken, FDP-Politiker Hans-Gerd Warneken, die einstige Konrektorin der Heinz-Sielmann-Schule Helga Fraune-Monzen und Pia Piepenbreier, die ehemalige Leiterin der städtischen Musikschule Oerlinghausen.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group