Vater und Tochter: Wilhelm Pehle (60) ist Gärtnermeister. Er führt das Blumenhaus seit 1988. Annina (34) ist Floristin und seit dem Jahr 2002 im Geschäft, das derzeit weihnachtlich geschmückt ist. Hingucker sind die Weihnachtssterne in allen Größen. - © Karin Prignitz
Vater und Tochter: Wilhelm Pehle (60) ist Gärtnermeister. Er führt das Blumenhaus seit 1988. Annina (34) ist Floristin und seit dem Jahr 2002 im Geschäft, das derzeit weihnachtlich geschmückt ist. Hingucker sind die Weihnachtssterne in allen Größen. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Blumenhaus Pehle gibt es seit 1926

Geschäfte mit Geschichte (12): Die Zeit der roten Klassiker

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Die Tür geht auf, und ein Meer aus roten Weihnachtssternen leuchtet den Kunden entgegen. "Sie sind der Klassiker zur Weihnachtszeit und gehören einfach dazu", sagt Annina Pehle. Deshalb setzen die ursprünglich aus Mexiko stammenden Pflanzen auch im Helpuper Blumenhaus Pehle Blickpunkte. Dort, wo Annina Pehles Ururgroßvater einst eine Kohlenhandlung betrieb, entschied sich ihr Urgroßvater Wilhelm im Jahr 1926, eine Gärtnerei zu eröffnen. "Zusammen mit seiner Frau Mariechen." In den Anfangsjahren stand der Gemüseanbau im Mittelpunkt. Gurken, Salat, Möhren und Kartoffeln wuchsen auf Freilandflächen, in beheizbaren und unbeheizten Frühbeetkästen oder in Erdhäusern. "Mein Opa ist noch mit der Schubkarre zu Fuß zum Markt nach Bielefeld gegangen, um das Gemüse anzubieten", so jedenfalls, erzählt der heutige Betreiber, der ebenfalls auf den Vornamen Wilhelm hört, seien die strapaziösen Verkaufswegen früherer Zeiten übermittelt worden. Vor Ort wurde aus dem Arbeitsraum heraus verkauft. Von Generation zu Generation, von Wilhelm zu Wilhelm kamen Gewächshäuser hinzu, und der Laden wurde erweitert. 1970 übernahm der Vater des heutigen Eigentümers das Blumenhaus, er selbst im Jahr 1988. "Die Entwicklung hat sich zunehmend Richtung Blumen verschoben", erzählt Wilhelm Pehle. Nelken, Freesien, Chrysanthemen, Glocksinien, Stiefmütterchen, Priemeln, Geranien, Petunien, Fuchsien und andere Pflanzen wurden gezogen und Ende der 80er Jahre auch noch Weihnachtssterne, die es längst in unterschiedlichen Farben gibt. "Das erste große Gewächshaus hat mein Opa in den 60er Jahren gebaut", daran kann Wilhelm Pehle (60) sich noch erinnern. "Als Kinder haben wir im Beton herumgematscht." Während der Opa Samen noch selbst aus Mutterpflanzen gewonnen hat, führte der Weg immer mehr in die Spezialisierung. "Der Geschmack hat sich gewaltig verändert", sagt Wilhelm Pehle. So, wie heute schon Monate vorher Osterhasen und Dominosteine in den Regalen der Läden liegen, würden auch Pflanzen, die in heimischen Gefilden eigentlich noch gar nicht blühen, verlangt. Annina Pehle nennt noch eine andere Entwicklung: "Fenster mit einer Riesenvielfalt an Blumen gibt es heute kaum noch." Der Trend gehe eher zur schlichten Eleganz. Bei Gräbern werde vor allem Wert auf eine leichte Pflege gelegt. Schon als Kind hat Annina Pehle in Gärtnerei und Laden mitgeholfen. Ihre Ausbildung hat sie in Bielefeld absolviert, 2002 ist sie als Floristin in das Blumenhaus mit Familientradition eingestiegen. "Wir sind breit aufgestellt", sagt die 34-Jährige. Ihr und ihrem Vater stehen die Mitarbeiterinnen Marei Lehmann und Inge Klein-Gynnewick zur Seite. Bis heute gilt der Slogan: "Blumen für Freud und Leid."

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