Hoch oben: Von ihrer Eigentumswohnung aus haben Marita und Jörg Lienemann den Blick über die anderen Terrassenhäuser an der Albert-Schweitzer-Straße. Das Paar ist 1982 von Sennestadt aus hergezogen. - © Karin Prignitz
Hoch oben: Von ihrer Eigentumswohnung aus haben Marita und Jörg Lienemann den Blick über die anderen Terrassenhäuser an der Albert-Schweitzer-Straße. Das Paar ist 1982 von Sennestadt aus hergezogen. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Über den Dächern der Südstadt

ZUKUNFT DER SÜDSTADT Marita und Jörg Lienemann wünschen sich Aufwertung

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Im Auftrag der Stadtwerke Oerlinghausen wird derzeit ein energetisches Quartierskonzept für die Südstadt erarbeitet. Einspar-Potentiale sollen ermittelt, aber auch geschaut werden, wie der jüngste Stadtteil der Bergstadt städtebaulich aufgewertet werden kann. NW-Mitarbeiterin Karin Prignitz hat Bewohner verschiedener Haustypen gefragt, wie sie das Leben in der Südstadt empfinden, wie es früher war und heute ist und was sich verbessern könnte.

Ihre Eigentumswohnung ganz oben mit Blick auf die anderen Terrassenhäuser an der Albert-Schweitzer-Straße steht auf zehn Meter hohen Betonstelzen im Sennesand. „Eigentlich war damals ein Lift von den Sammelgaragen aus hoch geplant, auch einen Durchgang zum Kirchweg sollte es geben“, erzählen Jörg und Marita Lienemann. Und die Aufgänge hätten überdacht werden sollen. All das wurde letztlich eingespart, „die Anlage fällt trotzdem aus dem Rahmen“, sagt das Ehepaar, das seit dem Jahr 1982 in der Südstadt lebt.

Wie im Paradies

„Geradezu paradiesische Zustände“ fand das Paar, das aus Sennestadt mit den beiden Söhnen herzog, vor. „Der Kindergarten direkt vor der Tür, ein Einkaufzentrum in der Nähe, der Schulbus zur Grundschule, der Blick vom Balkon bis ins Sauerland, die Ruhe rundherum.“ Das alles empfanden Marita und Jörg Lienemann als sehr angenehm. „Deshalb tun wir uns auch schwer hier wegzuziehen.“ Obwohl ordentlich viele Treppen zu steigen sind bis ganz nach oben zur Eigentumswohnung, deren Innenausbau sie fast komplett selbst gestaltet haben.

Die unzureichende Dämmung der Terrassenhäuser, die schlechte Isolierung der Rohre und andere Universalfehler seien in den fünf Eigentümergemeinschaften mit insgesamt rund 40 Wohnungen nach und nach beseitigt worden, erzählt Jörg Lienemann. „Da könnte und müsste aber noch viel mehr getan werden“, denn die Heizkosten seien in vielen Wohnungen wesentlich zu hoch. Dächer dämmen, neue Fenster, das seien entscheidende Faktoren.

Für die Südstadt insgesamt wünschen sich Marita und Jörg Lienemann ein differenziertes Wohnangebot, „damit wir nicht wegziehen müssen“. Beide wissen: „Viele Menschen vereinsamen in ihren Wohnungen.“ Eine intakte Jugendarbeit gebe es bereits, das Bonhoeffer-Haus werde mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen regelmäßig genutzt, „die Büchertauschbörse ist nur ein positives Beispiel“. Das Umfeld aber müsse adäquat aufgewertet werden. Deshalb hofft das Paar, dass die Idee einer neuen Mitte und viele andere Dinge, die während der Veranstaltungen zum Thema bereits zur Sprache gekommen sind, zeitnah umgesetzt werden können. Zumindest einige davon.

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