Oerlinghausen Lichter Raum

Petra Ottkowski und Bettina Lüdicke stellen gemeinsam in der Synagoge aus

VON KARIN PRIGNITZ
Bettina Lüdicke (l.) formt ihre Objekte aus metallenen Linien, Petra Ottkowskis Malereien erinnern an Architektur. Beide Künstlerinnen haben sich mit Freude auf den besonderen, lichtdurchfluteten Raum der Synagoge eingelassen. - © FOTO: KARIN PRIGNITZ
Bettina Lüdicke (l.) formt ihre Objekte aus metallenen Linien, Petra Ottkowskis Malereien erinnern an Architektur. Beide Künstlerinnen haben sich mit Freude auf den besonderen, lichtdurchfluteten Raum der Synagoge eingelassen. | © FOTO: KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen. Alexander Gruber, einst Chefdramaturg der Städtischen Bühnen Bielefeld, kann gar nicht genug Worte des Lobes finden. "Als hätte die Synagoge es geboren." Einfach fabelhaft gelungen sei die aktuelle Ausstellung, schwärmt Gruber. Für ihn sind "die Elemente der Synagoge noch nie so gut aufgegriffen worden".

Ähnlich, wie Dorothee Sommer Kinder zu Entdeckern im Kunstverein werden lässt, lud der künstlerische Leiter Fred Schierenbeck die Besucher der Ausstellungseröffnung "Lichter Raum" am Sonntagmorgen zu einer kleinen Entdeckungsreise ein. So gegensätzlich die Malereien und die Raumobjekte der Künstlerinnen Petra Ottkowski und Bettina Lüdicke auch seien, "so viele Gemeinsamkeiten haben sie doch".

Information

Entdecker sein im Kunstverein


Die Öffnungszeiten in der Synagoge: Donnerstag 17 bis 19 Uhr, Samstag 15 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr.

Sonderöffnungen auf Anfrage.

Weitere Informationen auf der Homepage des Kunstvereins unter www.kunstverein-oerlinghausen.de

Am Samstag, 29. Juni, feiert der Kunstverein sein Sommerfest. Mitglieder und Gäste sind ab 17.30 Uhr in die Synagoge eingeladen. Jeder darf etwas fürs Buffet mitbringen.

Im Juli können Kinder kurz vor dem Sommerferien wieder "Entdecker sein im Kunstverein". Dorothee Sommer wird mit spielerischen Mitteln auf die aktuelle Ausstellung Bezug nehmen. (kap)

Im lichtdurchfluteten Raum der Alten Synagoge korrespondieren die Arbeiten. Die weißen Kuben auf dem Boden, auf denen Bettina Lüdicke ihre Metalldraht-Skulpturen "aus Luft und Linien" platziert hat, scheinen sich in den Bildern von Petra Ottkowski widerzuspiegeln. Sonneneinstrahlung, Licht und Schatten können zudem immer wieder neue und spannende Eindrücke entstehen lassen.

Gerade die Offenheit, die Durchlässigkeit der metallenen, zu Kurven verknoteten Linien lässt Raum für Assoziationen. "Ein Raum, der nicht fassbar ist", beschrieb Fred Schierenbeck seinen persönlichen Eindruck. Was ist innen, was außen? "Den Luftraum, den sie umschließen, müssen wir selbst entdecken." Die dynamische Kraft der Objekte hob Schierenbeck hervor und zugleich ihre filigrane Ästhetik, die Präsenz der Linien. Auch in den Bildern von Petra Ottkowski, die an Architektur erinnern, habe man das Gefühl, hineingehen zu können, sie zu durchdringen. Platz für Gedankenräume. Eintritt in eine malerische Welt, die ins Unendliche zu führen scheint. Zeitlos sind die raumbildenden Elemente, transparent die Schatten.

"Das Faszinierende in der neuen Welt ist das Licht", sagte Schierenbeck. Die Besucher lud er ein zu einer Begegnung auf mehreren Ebenen. "Wir sind mit Freude auf den besonderen Raum eingegangen", bestätigte Bettina Lüdicke, die in Berlin lebt und arbeitet. Seit drei Jahren stellt sie immer wieder gemeinsam mit Petra Ottkowski aus. Ottkowski ist gebürtige Münsteranerin. Die Meisterschülerin von Prof. Arno Rink hat ihr Atelier in Leipzig.

"Jeder lässt dem anderen den Raum." Den lichten Raum, den nicht fassbaren Raum. In dem sich beispielsweise die Fenster in den runden Spiegeln, mit denen Bettina Lüdicke zum ersten Mal gearbeitet hat, wiederfinden. In dem die Sonnenstrahlen neue und immer wieder andere Bilder zeichnen und der Dialog mit der Architektur zur spannenden Entdeckungsreise wird.

Insgesamt 14 Objekte und acht Bilder sind in den Räumen der Synagoge noch bis zum 21. Juli zu sehen.

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