Große Auswahl: Anja Baumann hat Interesse an einem Pullover. Angelika Grünau, Angelika Schmidt, Maresa Driediger und Jenny Dyck (v. l.) tauschen derweil Flohmarkt-Erfahrungen aus. - © Karin Prignitz
Große Auswahl: Anja Baumann hat Interesse an einem Pullover. Angelika Grünau, Angelika Schmidt, Maresa Driediger und Jenny Dyck (v. l.) tauschen derweil Flohmarkt-Erfahrungen aus. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Shoppingparadies in der Kita

Mädelsflohmarkt: Erstes Angebot dieser Art kommt gut an. Frauen können nach dem Stöbern eine Massage und Kosmetikbehandlungen genießen. Die Toiletten werden kurzerhand zu Umkleidekabinen

Karin Prignitz

Oerlinghausen. „Herzlich willkommen, viel Spaß.“ Gleich am Eingang werden die Besucherinnen mit kleinen Geschenktütchen begrüßt, ehe sie in den Gängen und Räumen der evangelischen Kita „Krümelkiste“ nach all dem gucken, was das Frauenherz begehrt. Kleidung, Schuhe, Schmuck und Accessoires, von den einen aussortiert, von anderen begehrt: auf der Suche nach Schnäppchen wird auf Tischen und an Ständern gestöbert. Am Ende dürfte nahezu jedes „Mädel“ etwas gefunden haben. Vorsortierte Flohmärkte rund ums Kind hat es schon mehrere in der Kita „Krümelkiste“ gegeben. Jetzt hat das Erzieherinnen-Team um Leiterin Nina Michael in Kooperation mit der Kita „Löwenzahn“ erstmals zu einem Mädelsflohmarkt eingeladen.Wimpernwelle und ein Make-up in drei Minuten „Andernorts gibt es ihn schon, hier in der Umgebung noch nicht“, berichtet Nina Michael vom Gedanken, es in Oerlinghausen auch auszuprobieren. Die große Resonanz gibt den Veranstalterinnen recht. Schon bevor sich die Türen öffnen, strömen die shoppingwilligen Mädels. Mütter mit Töchtern, Freundinnen, Nachbarinnen und Schwestern haben sich auf den Weg gemacht. Dass es in dem Gewusel eng werden kann, haben viele bereits bei den Kinderflohmärkten erlebt. „Das macht das Ganze doch noch sympathischer“, findet eine Besucherin. 55 Mädels bieten ihre Second-Hand-Kleidung an. 42 Tische sind dafür aufgebaut worden. Karin Sandjohann gehört zu den Anbieterinnen, die ihre Ware mit Nummern und Preisen versehen haben. „Ich war ganz gespannt“, sagt die Leopoldshöherin, „und ich habe mich gewundert, was Frauen so alles aus ihren Schränken holen.“ Jenny Dyck gehört mit Mutter, Schwester und Freundin zu den geübten Flohmarktgängern und -anbietern. „Was nicht mehr passt, wird ausgetauscht.“ Wer etwas gefunden hat, der kann die Kleidung vor Ort anprobieren. Die Kinder-Toiletten sind mit blau-weißen Vorhängen kurzerhand zu Umkleidekabinen umfunktioniert worden. „Das ist ja voll der Service hier“, lobt ein „Mädel“ und strahlt. Dass sie bereits eine gewisse Flohmarkt-Organisations-Routine entwickelt haben, wird den Erzieherinnen von Krümelkiste und Löwenzahn von allen Seiten bestätigt. „Super organisiert“, loben Karin Sandjohann und Nanni Chiesa-Klöpping. Letztere hat neben ausrangierter Kleidung („man hat ja sowieso immer viel zu viel“) selbst genähte Körnerkissen in Wolken-, Herz- und Engelsflügelform mitgebracht. Um die Shoppingtour perfekt zu machen, bietet Beata Nowak im sonstigen Kinderschlafraum eine Probe-Massage an. Bei Kosmetikerin Anna Schander können die Mädels eine Wimpernwelle bekommen, ein Drei-Minuten-Make-up oder eine Augenbrauenkorrektur. Und Martin Tigges, der übernimmt als DJ in der Wickelstube der Kita die Gute-Laune-Begleitmusik, denn schließlich sollen sich die Mädels wohlfühlen. Nina Michael und ihr Team freuen sich über den großen Erfolg der Veranstaltung. Schon jetzt können sie sagen: „Es wird auf jeden Fall ein nächstes Mal geben.“ Wie bei den Kinderflohmärkten gehen auch diesmal 15 Prozent des Verkaufserlöses an die beiden Kitas.

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