Zerstört: Detlef Hoffmann, 2. Vorsitzender des Vereins „Gogobar“ (l.), und Platzwart Wolfgang Müller können nicht begreifen, dass Einbrecher zum wiederholten Male in die Räume auf dem Segelflugplatz eingestiegen sind. Der Schaden ist hoch. - © Karin Prignitz
Zerstört: Detlef Hoffmann, 2. Vorsitzender des Vereins „Gogobar“ (l.), und Platzwart Wolfgang Müller können nicht begreifen, dass Einbrecher zum wiederholten Male in die Räume auf dem Segelflugplatz eingestiegen sind. Der Schaden ist hoch. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Dritter Einbruch in sechs Wochen am Segelflugplatz

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Wolfgang Müller steht fassungslos vor den Splittern der eingeschlagenen Fenster. „Das ist das dritte Mal innerhalb von sechs Wochen“, sagt der Platzwart der Oerlinghauser Flugplatzgemeinschaft und langjährige Vorsitzende der Modellbauabteilung kopfschüttelnd. „So geht das nicht weiter, es muss etwas geschehen.“ Am Freitagmorgen gegen 6 Uhr, das haben die Aufnahmen einer im Innenraum installierten Videokamera ergeben, sind vermutlich zwei Einbrecher in die Räume von den Modellfliegern und die daneben liegenden der Oldtimer-Restauratoren des Vereins „Gogobar“ mit brachialer Gewalt eingedrungen. „Wie bei den vorherigen Einbrüchen haben sie gezielt nach Geld gesucht“, sagt Wolfgang Müller. Gefunden haben sie keins, denn die Kasse war leer. „Diese Lehre haben wir aus den ersten beiden Vorfällen gezogen.“»Es wird immer schlimmer« Die Schäden allerdings sind immens. „Und es wird jedes Mal schlimmer.“ Anfang Oktober und dann noch einmal in der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober hatten sich Unbekannte bereits Zutritt verschafft. Über ein seitlich liegendes Toilettenfenster waren sie eingestiegen. „Das haben sie aufgehebelt, wir haben es danach mit einem Kantholz gesichert“, berichtet Wolfgang Müller vom zusätzlichen Sicherungsaufwand. Davon abhalten lassen haben sich die Vandalen nicht. Bereits nach dem ersten Einbruch war außerdem eine Stahltür von der Modellbau- zur Oldtimerabteilung eingebaut worden. Als Folge des zweiten Vorfalls wurde sie zusätzlich mit Eisenstreben verstärkt. All das hat die Einbrecher offensichtlich ebenfalls nicht abhalten können. Mit unglaublichem Gewaltpotential ist die schwere Tür verbogen worden. „Die ist jetzt Schrott“, sagt Wolfgang Müller, und Resignation schwingt in seinen Worten mit. Die zuvor aufgehebelten Fenster sind diesmal auch eingeschlagen worden. „Auf ihrer Suche nach Geld haben sie einfach alles geöffnet und zerdeppert“, sagt Müller und zeigt auf die am Boden liegenden Türen des Werkzeugschranks, einen zerstörten Computer bis hin zur geöffneten Spülmaschine. Auch Detlev Hoffmann steht ratlos zwischen allem, was sinnlos kurz und klein geschlagen worden ist. „Die Stahltür war erst sechs Tage drin, jetzt ist sie schon zerstört worden.“ Alarmanlage? Gitter vor die Fenster? Das seien Überlegungen, die man nun anstelle, sagt der 2. Vorsitzende des Vereins „Gogobar“. „Aber wir wollen uns ja nicht einsperren.“ Eine solche Maßnahme würde „eine hochgradige Einschränkung der Freizeitaktivitäten bedeuten“. Hoffmann und Müller gehen davon aus, dass die Täter aus der naheliegenden Flüchtlingsunterkunft kommen. „Seit einiger Zeit hat die Kriminalität im Umfeld schlagartig zugenommen.“ Deshalb fordern beide Konsequenzen. Rolf Tiemeyer, Geschäftsführer der Flugplatzgemeinschaft, kündigt an, dass es angesichts der sich häufenden Vorfälle demnächst ein Beratungsgespräch mit der Polizei geben soll.

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