Blick auf den Wasserpark: Er zieht als beliebtes Naherholungsziel viele Menschen an. Die kommen häufig mit dem Auto. Anwohner fordern, dass die Stadt wie ursprünglich geplant keinen zweiten Parkplatz direkt am Wasserpark errichtet. - © Martin Düsterberg
Blick auf den Wasserpark: Er zieht als beliebtes Naherholungsziel viele Menschen an. Die kommen häufig mit dem Auto. Anwohner fordern, dass die Stadt wie ursprünglich geplant keinen zweiten Parkplatz direkt am Wasserpark errichtet. | © Martin Düsterberg

Oerlinghausen Anwohner befürchten Verkehrschaos am Wasserpark Währentrup

Anwohner der Straße Am Iberg beschweren sich über die geänderte Parkplatzplanung. Die Politik muss heute Abend eine Entscheidung treffen

Sigurd Gringel

Oerlinghausen. Über den Parkplatz am Wasserpark in Währentrup diskutieren Lokalpolitiker seit Jahren. Der soll umgestaltet werden, weil der Bach offengelegt werden muss. Die Arbeiten im Bereich Währentruper Straße haben längst begonnen, heute Abend müssen die Politiker aber eine weitere Entscheidung treffen, denn ein Anwohner fühlt sich von der Stadt und der Politik getäuscht. Zum Hintergrund: Im August 2014 wurden die Planungen zur Offenlegung des Baches und der damit verbundenen Neugestaltung des Areals mitsamt Parkplatz, Weg und Spielplatz im Bauausschuss vorgestellt und beraten. Drei Varianten schlug die Stadtverwaltung damals vor. Die Politiker entschieden sich einstimmig bei einer Enthaltung für eine Variante, die einen zusammenhängenden Parkplatz an der Währentruper Straße vorsah – mit Ein- und Ausfahrt, um den Verkehr an der Straße Am Iberg zu entlasten. Dafür sollten der Schotterweg und der Spielplatz verlegt werden, seine Größe sollte der Spielplatz aber behalten.Zergliederung führt zu hoher Belastung vor dem Schlafzimmer Im Glauben an diese Planung hatte eine Familie Am Iberg Eigentum erworben. Im März 2017 änderte die Politik die ursprüngliche Planung allerdings. Einstimmig folgte der Bauausschuss einem neuen Vorschlag der Verwaltung. Der sah vor, den Weg nicht umzulegen und den Spielplatz so zu belassen, um Spielgeräte nicht umstellen zu müssen. Zudem müssten einige Platanen zwischen Parkplatz und Spielplatz nicht gefällt werden. Jedoch würde der Parkplatz kleiner ausfallen. Um den Verlust an Stellplätzen zu kompensieren, sollen zusätzlich acht Parkplätze am Wasserpark auf städtischer Fläche errichtet werden. Die Anwohner befürchten durch die „Zergliederung“ des Parkplatzes „eine hohe Belastung durch den Zu- und Abgangsverkehr (.?.?.) unmittelbar vor unseren Wohn- und Schlafzimmern“. Das würde den Anrainern mehr schaden als nutzen. Die Anwohner, die sich jetzt gegen den Plan beschweren, bitten „höflichst, von dem Bau des ,neuen Parkplatzes’ vor unserem Schlafzimmer abzusehen“. Sie bieten auch an, bei der Wideraufforstung oder dem Aufbau der Spielgeräte zu helfen, sollte es zu den Baumfällungen und Spielgeräteversetzungen kommen wie ursprünglich vorgesehen. Schon jetzt sei die Situation an der Straße Am Iberg chaotisch. Autofahrer stellten ihre Autos trotz Halteverbots ab. Zwar hat Bürgermeister Dirk Becker bereits schriftlich auf die Beschwerde geantwortet, darin Gründe für die neue Planung genannt und diese als Kompromiss bezeichnet. Auf das Problem des höheren Verkehrsaufkommens Am Iberg wegen zunehmender Besucherströme, bedingt durch die Zergliederung des Parkplatzes, habe der Bürgermeister nach Ansicht des Anwohners überhaupt keine Stellung genommen. „Aber gerade das ist der Schwerpunkt unserer Beschwerde.“ Im Bauausschuss wird die Politik über die Beschwerde beraten und beschließen müssen, ob sie an dem zusätzlichen, kleinen Parkplatz am Wasserpark festhalten will. Der Schriftverkehr ist im Ratsinformationssystem der Stadt nachzulesen. Die öffentliche Sitzung des Bauausschusses beginnt heute Abend um 18.30 Uhr im Bürgerhaus. Weitere Themen sind der geplante Penny-Markt in Helpup und das Grünflächenkonzept in der Südstadt.

realisiert durch evolver group