Retter im Kühlschrank: Seit gut einer Woche stehen bei Ursula und Udo Obelode zwei Notfalldosen, wie Udo Obelode sie in die Kamera hält, im Kühlschrank. Mit Filzstift haben die beiden ihre Dosen gekennzeichnet. Fotos: Gunter Held - © Gunter Held
Retter im Kühlschrank: Seit gut einer Woche stehen bei Ursula und Udo Obelode zwei Notfalldosen, wie Udo Obelode sie in die Kamera hält, im Kühlschrank. Mit Filzstift haben die beiden ihre Dosen gekennzeichnet. Fotos: Gunter Held | © Gunter Held

Oerlinghausen Eine Dose kann Leben retten

Hilfe für Rettungssanitäter: Ursula und Udo Obelode haben die Notfalldose entdeckt und möchten diese Idee bekannter machen

Gunter Held

Oerlinghausen. Das ist ja mal eine gute Sache, haben sich Ursula und Udo Obelode gedacht, als sie vor zwei Wochen einen Fernsehbericht über die Notfalldose sahen. Die Idee, die dahinter steht, ist so einfach wie genial: Wenn zu Hause ein Notfall passiert, ein Sturz, starke Herzschmerzen, die einen Infarkt möglich erscheinen lassen, oder Anzeichen, die auf einen Schlaganfall hindeuten, wird über die Notfallnummer 112 der Notarzt und der Rettungsdienst alarmiert. Das ist gut und richtig so. Wenn dann aber Hilfe kommt, sind die Betroffenen oft durcheinander oder können sich nicht mehr äußern. Und auch bei den Partnern herrscht oft eine große Nervosität, so dass wichtige Informationen manchmal vergessen werden. Nico Volbert aus Bremen hat aus solchen Situationen Konsequenzen gezogen und die Notfalldose im grün-weißen Design entwickelt. Das Prinzip ist einfach und kommt ohne jegliche Technik aus. In der Dose befindet sich ein Faltblatt, auf dem alle wichtigen Informationen eingetragen werden. Zuerst natürlich die persönlichen Daten. Leben mehr als eine Person im Haushalt, ist auch Platz für ein Foto vorhanden.Die Dose wird in die Kühlschranktür gestellt Die Obelodes haben es allerdings anders gelöst. Jeder hat seine eigene Dose. Außen auf der Dose steht der jeweilige Vorname. Außerdem werden Allergien und Vorerkrankungen abgefragt. Das geht von Herzinfarkt über Bluthochdruck und Diabetes bis hin zu Dialysebehandlung und Schlaganfall. Auch Impfungen können eingetragen werden, ebenso wie die aktuelle Liste von Medikamenten, die eingenommen werden. Zudem ist noch die Adresse des Hausarztes und des eventuell vorhandenen Pflegedienstes anzugeben. Und damit alles so schnell wie möglich gefunden werden kann, soll auch angegeben werden, wo sich die Medikamente befinden und ob es eine Patientenverfügung oder einen Organspendeausweis gibt. Auf der Rückseite können zwei Notfallkontaktpersonen aufgelistet werden und sogar auf ein eventuell vorhandenes Haustier wird eingegangen. Die Notfalldose wird in eines der Fächer in der Kühlschranktür gestellt. Ein Aufkleber, außen auf die Kühlschranktür geklebt, gibt den Rettungskräften einen deutlichen Hinweis. Es ist auch möglich, solch einen Aufkleber, in jeder Dose sind zwei, von innen an die Wohnungstür zu kleben. Jörn-Henner Koch, Dienstgruppenleiter in der Rettungsleitstelle des Kreises Lippe, hat von diesen Dosen noch nichts gehört, findet die Idee aber „sehr gut“. „So etwas ist für die Retter vor Ort wichtig“, sagt er. „Solch eine Dose kann Leben retten.“ ?www.notfalldose.de

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