Engagieren sich: Jasmin Amelung, Jasmin Wicher und Marcel Neudorf (v. l.) haben als Klassensprecherteam der 9 a des Niklas-Luhmann-Gymnasiums die Auszeichnungen für ihr Engagement entgegengenommen. Foto: Karin Prignitz - © Karin Prignitz
Engagieren sich: Jasmin Amelung, Jasmin Wicher und Marcel Neudorf (v. l.) haben als Klassensprecherteam der 9 a des Niklas-Luhmann-Gymnasiums die Auszeichnungen für ihr Engagement entgegengenommen. Foto: Karin Prignitz | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Gymnasiasten helfen in Afrika

Projekt: Neuntklässler wollen aktiv dabei mithelfen, der Wasserarmut entgegenzuwirken. Der Bau eines Brunnens in Togo ist das gemeinsame Ziel

Karin Prignitz

Oerlinghausen. „Die Bilder in der Tagesschau über die Notlage in Afrika haben uns schockiert“, erzählen Jasmin Amelung, Marcel Neudorf und Jasmin Wicher. Nicht einfach nur zu- oder gar wegschauen wollten sie, sondern helfen. Das Klassensprecherteam der Klasse 9a des Niklas-Luhmann-Gymnasiums sprach das Thema bei den Mitschülern an. „Alle waren sofort dabei.“ Seit März dieses Jahres haben die Jugendlichen bereits bei einigen Aktionen Geld gesammelt. 300 Euro sind bislang zusammengekommen. Für eine so kurze Zeit sei das schon ein ordentlicher Betrag, findet Klaus Sommer. Ihn haben die Gymnasiasten angesprochen und um Unterstützung gebeten, denn der Pfarrer ist schon oft nach Afrika gereist. In die Partnergemeinde der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Oerlinghausen etwa. Erst im Februar war eine kleine Gruppe in Gbadzeme in Ghana zu Gast. Kontakte gibt es außerdem zur reformierten Kirche in Togo. Musiklehrer Jean Paul Nenonene ist schon oft in Oerlinghausen gewesen. Auch zusammen mit seinem Chor. Der Plan der Schüler sieht vor, dass das Geld, das sie sammeln, in den Brunnenbau fließt. Denn sie wollen wenigstens ein kleines Stück dabei mitwirken, die Wasserarmut in Afrika zu bekämpfen. „Unser Ziel ist ein nachhaltiges Projekt“, betonen Jasmin Amelung und Jasmin Wicher, „und dass das Geld auch dort ankommt.“ Um die nötigen Mittel zu sammeln, haben die Jugendlichen sich einiges einfallen lassen. „Wir haben Osterkarten gebastelt und verkauft“, erzählt Marcel Neudorf. Beim Elternsprechtag haben die Schüler den Kuchenverkauf übernommen und sich erst jüngst am Agenda-Flohmarkt auf dem Schulhof mit einem Stand beteiligt. Damit soll das Engagement aber noch längst nicht vorbei sein. „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen.“ Von Pfarrer Sommer haben die Schüler erfahren, dass der Bau eines Brunnens nach einfachem Verfahren auf Sandboden mit sechs Brunnenringen etwa 2.000 Euro kostet. „Handelt es sich um Felsgrund, können durchaus 10.000 Euro zusammenkommen“, sagt Sommer. „Gemessen an dem Nutzen ist das aber unglaublich gering.“ Er habe Gemeinden kennengelernt, erzählt Sommer, in denen das Wasser mit Mückenlarven vermischt war. „Kaum war ein Brunnen dort, ist flugs eine Schule gebaut worden, und die Menschen hatten eine ganz neue Perspektive.“ Mit kleinen Dingen könne Nachhaltiges geschaffen werden. Gerade in Afrika wirke sich der Klimawandel immer stärker aus. Ein Brunnenbau in Togo mit dem Geld, das die Schüler sammeln, sei eine Option, sagt Sommer. Noch aber seien die Gespräche am Anfang. Die Norddeutsche Mission in Bremen habe bereits angedeutet, dass sie die Aktion begleiten wolle. Eine der nächsten Aktionen, um das nötige Geld zusammenzubekommen, könne eventuell ein Sponsorenlauf sein. Weitere Gespräche gibt’s nach den Ferien.Rotarier beteiligen sich Auch der Rotary-Club hatte Teile des Erlöses vom Konzert mit den „Zucchini-Sistaz“ in der Alexanderkirche Anfang dieses Jahres für ein Brunnenbauprojekt der Norddeutschen Mission Bremen in Togo zur Verfügung gestellt. Die Klasse 9a des Niklas-Luhmann-Gymnasiums war am letzten Schultag für ihr Projekt „Wasser für Afrika“ mit dem Preis des NLG ausgezeichnet worden.

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