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Oerlinghausen DRK widerspricht der Ministerpräsidentin

Sigurd Gringel

Oerlinghausen. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat sich auf ihrer Wahlkampftour durch Ostwestfalen-Lippe auch zu der neuen Situation nach dem Betreiberwechsel in der Flüchtlingsunterkunft in der Oerlinghauser Hellwegklinik geäußert. Wie berichtet, haben die DRK-Betreuungsdienste die Ausschreibung für den Betrieb der Landesunterkunft gewonnen. Die Mitarbeiter der Johanniter, die die Unterkunft seit deren Errichtung betrieben hatten, wurden arbeitslos. DRK-Mitarbeiter werden allerdings nicht nach dem Tarif im öffentlichen Dienst bezahlt, sondern nach dem Tarif für Hotels und Gaststätten. Hannelore Kraft bewertete diese Einstufung jetzt auf dem Detmolder Marktplatz – ebenso wie die Gewerkschaft Verdi – als Lohndumping und kündigte an, dagegen vorgehen zu wollen. Sie stehe bereits in Gesprächen mit dem neuen Betreiber. Die DRK-Betreuungsdienste wollen zu diesem Thema nur schriftlich Stellung nehmen. Nicht alle Fragen, die die Redaktion gestellt hat, beantwortet die Geschäftsführung. Sie bestätigt, dass sie „mit dem Land im Gespräch“ ist. Über den Stand der Verhandlungen will das DRK bislang genauso wenig sagen wie Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Deren Ansicht, Lohndumping zu betreiben, teilt das DRK aber nicht. Schriftlich heißt es: „Ein Vergleich hat ergeben, dass die Einstiegsgehälter im Verhältnis zu anderen Tarifen teilweise nach unten, aber auch nach oben abweichen. Unterschiede ergeben sich nach jetzigem Kenntnisstand allerdings bei den Entwicklungsstufen, aber auch beim Urlaubsanspruch.“ Für die Unterkunft in der ehemaligen Hellwegklinik suchen die DRK-Betreuungsdienste derzeit noch drei Sozialdienstmitarbeiter mit albanischen, kosovarischen oder serbischen Sprachkenntnissen sowie eine Küchenhilfe. Heute beschäftigt sich das Arbeitsgericht Detmold mit mehreren Klagen ehemaliger Mitarbeiter der Johanniter.

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