Arminia-Frauen: Die Spielerinnen der 2. Bundesliga Nord von Arminia Bielefeld und ihre Trainer Markus Wuckel können in den Wintermonaten auf dem Sportplatz am Schulzentrum Oerlinghausen trainieren. Nach der Zerstörung des alten Kassenhäuschens, in der sie ihr Equipment für das Training untergebracht hatten, müssen sie mit beim jüngsten Training mit wenigen Hilfsmitteln auskommen. - © Karin Prignitz
Arminia-Frauen: Die Spielerinnen der 2. Bundesliga Nord von Arminia Bielefeld und ihre Trainer Markus Wuckel können in den Wintermonaten auf dem Sportplatz am Schulzentrum Oerlinghausen trainieren. Nach der Zerstörung des alten Kassenhäuschens, in der sie ihr Equipment für das Training untergebracht hatten, müssen sie mit beim jüngsten Training mit wenigen Hilfsmitteln auskommen. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Arminias Fußballerinnen sind nur die Bälle geblieben

Das Kassenhäuschen am Sportplatz war in der Nacht auf Dienstag explodiert

Karin Prignitz

Oerlinghausen. „Die Welt wird immer verrückter", sagt Markus Wuckel. Der Trainer der 1. Frauenmannschaft von Arminia Bielefeld, die seit dieser Saison in der 2. Bundesliga Nord spielt, schüttelt den Kopf. „Ich verstehe nicht, warum jemand mutwillig so etwas tut." In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch war das Kassenhäuschen am Sportplatz des Schulzentrums an der Ravensberger Straße explodiert. Mitsamt des Equipments der Fußballerinnen. Markus Wuckel, ehemaliger Fußballprofi und viermaliger DDR-Auswahlspieler legt extrem viel Wert auf die Athletik seiner Spielerinnen. „Hürden, Stangen, Hütchen, das hatten wir gerade neu angeschafft. Jetzt ist alles weg", sagt Wuckel. Von der Stadt Oerlinghausen hat er erfahren, dass die Sachen, die bei der Explosion zum Teil bis zu 60 Meter durch die Luft geflogen sind, vom Bauhof aufgesammelt worden sind. „Das müssen wir jetzt erst mal sichten." Fünfmal pro Woche trainieren die Arminen-Frauen in Oerlinghausen. „Wir sind froh und dankbar gewesen, dass wir diese Möglichkeit bekommen haben, in den Wintermonaten auf Rasen trainieren zu können", sagt Markus Wuckel. Deshalb wären normalerweise auch 30 Bälle im Kassenhäuschen untergebracht gewesen. „Bedenklich, dass so etwas hier passiert" Weil die Frauen einmal wöchentlich an der Schillerstraße in Bielefeld trainieren, waren die Bälle noch dort. Purer Zufall. Der Trainer mag es sich gar nicht vorstellen: „30 Bälle à 120 Euro", da wäre der Schaden noch viel größer gewesen. „Aber was wir jetzt haben, ist für uns auch ein Verlust." Mit den Bällen und ein paar Hütchen müssen sich die Spielerinnen beim Training am Donnerstagabend begnügen. „Sehr fragwürdig", findet Abwehrspielerin Lena Göllner, was passiert ist. „Ich weiß nicht, wie man auf eine solche Idee kommen kann." Tanja Thormählen kann sich kaum vorstellen, dass niemand den Knall der Explosion gehört hat. „Das kann man gar nicht glauben, wenn man gesehen hat, dass die Teile bis auf die Tartanbahn geflogen sind." Alfred Obst, Vorsitzender des TSV Oerlinghausen, weiß von Vereinsmitgliedern, die die Detonation sehr wohl vernommen haben. Auch solche, die deutlich weiter wegwohnen. „Zwischen 1 und 2 Uhr in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch", müsse es gewesen sein, hätten sie berichtet. „Bedenklich", sagt Obst, „dass so etwas in Oerlinghausen stattfindet." Ermittlungen laufen Mittlerweile ist das Trümmerfeld weggeräumt worden. Dort, wo das Kassenhäuschen jahrzehntelang gestanden hat, ist eine kahle Fläche übriggeblieben. Wo die Arminen-Frauen ihr Equipment demnächst unterbringen werden, ist noch nicht entschieden. „Wahrscheinlich werden wir sie mit dem Bulli hin- und hertransportieren", vermutet Markus Wuckel. Die Ermittlungen laufen derzeit. „Noch gibt es keine neuen Erkenntnisse", sagt Polizeisprecher Uwe Bauer. Auch das Motiv sei völlig unklar. Die Hoffnung sei, dass sich mögliche Hinweisgeber melden. Sehr wahrscheinlich handele es sich um einen selbstgebastelten Sprengsatz. „Aufgrund der Wucht der Explosion muss es eine anständige Ladung gewesen sein", vermutet Bauer. Er betont ausdrücklich: „Das hat nichts mit einem Dumme-Jungen-Streich zu tun." Dem Täter oder den Tätern drohen nach einer herbeigeführten Explosion empfindliche Strafen. Wer etwas zur Aufklärung des Falls beitragen und sachdienliche Hinweise geben kann, soll sich beim Kriminalkommissariat 1 in Detmold unter der Rufnummer (0 52 31) 60 90 melden.

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