Einweihung: Stefan Klett, Präsident des Aeroclub NRW (v. l.), Planer Hans-Friedrich Bültmann, Boris Langanke, Vizepräsident des Aeroclub NRW, Torgen Wedemeier, Repräsentant der Leistungssportgruppe Teuto-Speed-Cup, Andreas Frankrone vom Vorstand der Flugplatzgemeinschaft Oerlinghausen, Bürgermeister Dirk Becker, Christophorus Weigelt, Günter Weigel als Vertreter des Kreises Lippe und Rolf Tiemeyer, Geschäftsführer des Luftsportzentrum Oerlinghausen, (v. l.) mit einem Segelflugzeugmodell vor der neuen Halle. - © Karin Prignitz
Einweihung: Stefan Klett, Präsident des Aeroclub NRW (v. l.), Planer Hans-Friedrich Bültmann, Boris Langanke, Vizepräsident des Aeroclub NRW, Torgen Wedemeier, Repräsentant der Leistungssportgruppe Teuto-Speed-Cup, Andreas Frankrone vom Vorstand der Flugplatzgemeinschaft Oerlinghausen, Bürgermeister Dirk Becker, Christophorus Weigelt, Günter Weigel als Vertreter des Kreises Lippe und Rolf Tiemeyer, Geschäftsführer des Luftsportzentrum Oerlinghausen, (v. l.) mit einem Segelflugzeugmodell vor der neuen Halle. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Mehr Platz für die Segelflieger in Oerlinghausen

Richtfest: Auf dem Segelflugplatz wird eine neue Halle gebaut. Eine absolute Seltenheit im Land. Und es gibt noch weitere Nutzungsmöglichkeiten

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Seit neun Jahren ist Stefan Klett Präsident des Aeroclub Nordrhein-Westfalen. Während dieser Zeit - und auch lange zuvor- kann er sich nur an eine einzige Halleneinweihung eines Segelflugvereines im gesamten Bundesland erinnern. Am Wochenende war der 49-Jährige zum zweiten Mal bei einem Richtfest dabei. Diesmal auf dem Segelflugplatz Oerlinghausen. "Das ist schon etwas Besonderes für die Region und auch für Oerlinghausen", betonte Stefan Klett. 15 Segelflugzeuge sollen in der 35 Meter lange und 20 Meter breiten Halle Platz finden. Für drei weitere gibt es zusätzliche Deckenplätze. Hans-Friedrich Bültmann aus Bielefeld, der mit der Unternehmergesellschaft AWB für die Planung zuständig war, verwies auf eine weitere Einzigartigkeit. "Die Halle mit ihren 35 Metern Spannbreite wird das größte Tor bekommen, dass es auf Segelflugplätzen gibt." Es wird komplett zu öffnen sein. "Die Entscheidung und der Beginn der Planung liegen zweieinhalb Jahre zurück", berichtete Rolf Tiemeyer, Geschäftsführer des Luftsportzentrums Oerlinghausen. Neben dem Neubau des Campingplatzes für die Flieger sei dies die zweite Baustelle in den Jahren 2016/2017. Es seien "beides Bausteine des seit Jahren verfolgten Konzeptes eines Generalausbauplans" im Sinne der Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. "Als eines der größten Segelflugzentren der Welt ist Oerlinghausen nicht nur für Flugbegeisterte der Region, sondern auch durch die Ausbildungsangebote der Segelflugschule für Flieger und Vereine vieler Länder Europas ein Leuchtturn für unserer Sport", sagte Tiemeyer, "im übrigen auch für Motorflieger und die Ultraleicht-Ausbildung." Angestoßen hatte die beiden Bauprojekte der jüngsten Zeit noch Rolf Tiemeyers Vorgänger Georg Hemkendreis. Viele geladene Gäste, darunter Mitglieder der zwölf am Platz beheimateten Vereine, Vertreter aus Stadt und Kreis sowie der ausführenden Baufirmen nahmen am Richtfest teil. Letztere hatten trotz der widrigen Bedingungen seit November vergangenen Jahres über den Winter hinweg ganze Arbeit geleistet. In Kürze soll die Betonsohle gegossen werden. Im Laufe des Februars sollen die meisten Fenster und Türen eingesetzt werden, Ende Februar das große Tor. Rolf Tiemeyer geht davon aus, dass zu Saisonbeginn alles fertig ist. Schwerpunkt für den Leistungssport Hans-Friedrich Bültmann, selbst Pilot und Kunstflugpilot, berichtet, dass er "vor 17 Jahren den Masterplan für den gesamten Flugplatz entworfen" und auch den Flugplatz Windelsbleiche in Senne komplett geplant und gebaut habe. "Dieses Wissen hat man abgefragt." Inzwischen sei der Platz in der Zeit von Georg Hemkendreis "gut ausgebaut und ausgestattet worden". Bültmann sagte auch den Richtspruch auf und ließ das Glas auf dem Fichtenholz zerschellen. Obwohl Oerlinghausen nicht zentral in NRW liege, sei die Stadt "für uns der Mittelpunkt des Segelflugs und der Weiterentwicklung", betonte Stefan Klett. Auch Bürgermeister Dirk Becker stellte die besondere Bedeutung heraus: "Erst der zweite Hallenbau in Nordrhein-Westfalen über einen so langen Zeitraum, das macht deutlich, dass Oerlinghausen der Schwerpunkt für den Segelflug-Leistungssport im Land ist", sagte Becker. Der Segelflugplatz sei ein "Riesenwahrzeichen für die Stadt. Wir sind sehr dankbar, dass hier weiter investiert wird." Der Vorstand der Flugplatzgemeinschaft und die Vereine hatten dem Bau zugestimmt. Die Komplettkosten liegen nach Informationen von Rolf Tiemeyer bei rund 650.000 Euro. Sie trägt die Flugplatzgemeinschaft Oerlinghausen. Finanziert wird über eine Bürgschaft des NRW-Sportministeriums.

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