Eindrucksvoll: Am Ende kommen für die "Weihnachtshymne" alle Mitwirkenden noch einmal im Altarraum zusammen. Vorne das Orchester, dahinter das Flötentrio des Musikvereins Oerlinghausen, der Kinder- und Jugendchor "KiJu" sowie die Kinderkantorei und der Kirchenchor. Auch der Posaunenchor stimmt mit ein. - © Karin Prignitz
Eindrucksvoll: Am Ende kommen für die "Weihnachtshymne" alle Mitwirkenden noch einmal im Altarraum zusammen. Vorne das Orchester, dahinter das Flötentrio des Musikvereins Oerlinghausen, der Kinder- und Jugendchor "KiJu" sowie die Kinderkantorei und der Kirchenchor. Auch der Posaunenchor stimmt mit ein. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Adventskonzert in der Alexanderkirche

Chöre, Flöten, Posaunen und Orchester gestalten einen stimmungsvollen Abend

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Frieden, Trost und Hoffnung - sie standen im Mittelpunkt des traditionellen Adventskonzertes in der evangelisch-reformierten Alexanderkirche. In der Vorweihnachtszeit stimmen Sänger und Instrumentalisten dort nach guter Tradition auf die Zeit der Besinnlichkeit vor dem Fest ein. Wobei das mit der Besinnlichkeit so eine Sache ist. Häufig, sagt Kantor Matthias Topp, bedeuteten diese Wochen vielmehr: "Man rennt von einer Besinnung in die andere." Genau deshalb sollte das Konzert einen Kontrapunkt setzen. "Wir wollen uns Zeit nehmen", sagt Topp. Überschrieben ist der stimmungsvolle Abend mit "Es naht das Friedenslicht." Nicht nur musikalisch, sondern auch optisch wird dieser Gedanke mit Leben gefüllt. Mitglieder der Kinderkantorei der Gemeinde und des Kinder- und Jugendchores "KiJu" bahnen sich mit brennenden Kerzen in gläsernen Schalen den Weg auf die kirchliche Bühne. Begleitet vom harmonisch schwebenden und melodisch getragenen Kanon "Dona nobis pacem". Ein schönes Bild. Ein Moment der Einkehr. Viele davon gibt es im gut einstündigen Adventskonzert. Gleich zu Beginn etwa, als Matthias Topp mit der Trompete ("habe ich seit 20 Jahren nicht mehr gespielt") stimmungsvoll eben dieses "Dona nobis pacem" spielt. Oder als Kinder und Jugendliche mit Hingabe das "Verleih uns Frieden" singen. Der inzwischen auch mit etlichen jüngeren Sängerinnen und Sängern bestückte Kirchenchor stimmt unter der Leitung von Matthias Topp ausdrucksstark das "Hosianna" von Wolfgang Carl Briegel an. Mit transparenter Diktion und exakter Artikulation außerdem das "Verleih uns Frieden gnädiglich" von Bartholdy. Ein Bild der weihnachtlichen Straßen malt der Chor für die rund 500 Zuhörer, die sämtliche Kirchenreihen und selbst die Plätze auf der Empore vollständig besetzt haben. Nicht von dort oben, sondern diesmal mit dem Blick auf die Besucher, erfüllt der Posaunenchor mit seinem neuen Leiter Friedrich Hultsch das Gotteshaus mit strahlenden Klängen. Der 23-Jährige studiert an der Hochschule für Musik in Detmold und hat die Leitung vor gut einem Monat von Tobias Zimmermann übernommen. Der wirkt mittlerweile als Lehrer in Berlin. Das Flötenensemble des Musikvereins Oerlinghausen setzt mit Regine Witt, Beatrix Mrongowius und Gisela Görges eigene Akzente. Mit der Sonate Nr.1 G-Dur von Johann Scherer webt das Trio in großer Harmonie einen barocken Klangteppich. Erstmals unter der Leitung von Janine Dahlmann präsentiert sich das Orchester des Musikvereins Oerlinghausen mit erfahrenen Instrumentalisten und einer ganzen Reihe von Nachwuchstalenten, die etwa bei Telemanns "Pastourelle" klangvoll zusammenfinden. Um sie herum versammeln sich am Ende alle Mitwirkenden im Altarraum zu einem eindrucksvollen Abschlussbild. Mit der Weihnachtshymne endet das beliebte Adventskonzert. Schade nur, dass sich in die Beiträge immer wieder eine laute stimmliche Geräuschkulisse mischte. Übertönt werden konnte sie vom donnernden Applaus, den das begeisterte Auditorium an Ende spendete.

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