Fit: Frank-Michael Teckentrup wird von vielen Mitbürgern „Der Radfahrer" gerufen, weil er seit beinahe drei Jahrzehnten mit seinem Rad von Oerlinghausen zum Büro in Bielefeld fährt. Der 65-Jährige plädiert für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Lämershagener Straße in Richtung Bergstadt. - © Karin Prignitz
Fit: Frank-Michael Teckentrup wird von vielen Mitbürgern „Der Radfahrer" gerufen, weil er seit beinahe drei Jahrzehnten mit seinem Rad von Oerlinghausen zum Büro in Bielefeld fährt. Der 65-Jährige plädiert für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Lämershagener Straße in Richtung Bergstadt. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Oerlinghauser sieht Gefahren auf der Lämershagener Straße

Statistisch gesehen gilt die Strecke als unauffällig

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Wohl kaum jemand kennt die Strecke von Oerlinghausen nach Bielefeld besser als Frank-Michael Teckentrup. Seit fast 30 Jahren fährt der Steuerberater die Strecke, auf der die beiden Städte auf der Lämershagener Straße aneinander grenzen. Nicht ins Auto steigt der 65-Jährige auf dem Weg zu seinem Büro, sondern auf seinen Drahtesel. „Der Radfahrer", so wird er von vielen genannt. 15 Kilometer hin, 15 zurück. Das hält fit. Aber schon so manches Mal hat Teckentrup erlebt, wie Menschen ihr Leben in Gefahr bringen. Und manchmal auch das der anderen. Kurz vor dem Königshof, auf dem es die „popofrischen Eier" gibt, steht der Grenzstein zwischen der Berg- und der Leineweberstadt. Auf dieser Höhe steht auch ein Tempo-40-Schild. Für Autos, die aus Oerlinghausen kommen, ein Zeichen, dass gemächliches Fahren angesagt ist. Für viele Pkw-Fahrer, die den Berg aus Bielefeld kommend hinaufgeschlichen sind, das Zeichen, nun endlich wieder durchstarten zu können. Genau das erlebt Frank-Michael Teckentrup auf seinen täglichen Fahrrad-Fahrten. „Viele kommen schon ganz nervös den Berg hoch, und dann wird ordentlich Gas gegeben", erzählt der Oerlinghauser. Auch, dass es dabei immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen kommt, hat Teckentrup schon häufig genug beobachten müssen. Zwar sind die Folgen nicht immer so gravierend, wie bei einem Unfall, der sich am 9. November ereignet hat. Auf der Ortsgrenze war ein Wagen nach einem Überholvorgang außer Kontrolle geraten, einige Meter an der Böschung entlanggefahren und vor einen Baum katapultiert worden. Der Fahrer wurde schwer verletzt. Frank-Michael Teckentrup hält es für fahrlässig, dass nach dem Ende der 40er-Zone auf Bielefelder Gebiet die Geschwindigkeitsbegrenzung sofort aufgehoben wird und gleich mit 100 und mehr Sachen den Berg nach Oerlinghausen herunter weitergerast wird. 950 Meter lang bis zur Abfahrt Tunnelstraße. Trotz kurvenreicher Strecke. „Warum stellt man dort nicht ein Tempo-70-Schild auf", fragt sich der 65-Jährige schon lange. „Damit wäre allen geholfen." Für ihn kaum nachvollziehbar, dass das noch nicht passiert ist. Vor allem, „weil der Berg schon kurz nach Aufheben der Geschwindigkeitsbegrenzung in eine scharfe Rechtskurve geht". Und zwischendurch zudem Schilder auf Frösche und Wildwechsel hinweisen. Kein registrierter Unfall in den vergangenen 
drei Jahren „Die Leitplanke", sagt Teckentrup, „ist ein einziger Trümmerhaufen." Viele leichte, aber auch einige schwere Unfälle habe es dort schon gegeben. Vor einigen Jahren ein besonders spektakulärer, als ein schwarzer Golf im Kurvenbereich der Kreisstraße „in die Bäume hochgeflogen" sei. Sicherlich würden viele der leichteren Unfälle nicht angezeigt, glaubt Teckentrup. Nach Auskunft von Polizeisprecher Uwe Bauer hat es im Zeitraum von Januar 2014 bis heute „nicht einen einzigen registrierten Unfall gegeben". Auch Dirk Schäfer vom Ordnungsamt der Stadt Oerlinghausen sagt, dass es noch nie Beschwerden gegeben habe. Ein Tempo-70-Schild aufzustellen, wie von Frank-Michael Teckentrup angeregt, sei nicht so einfach möglich, erläutert Lydia Penner von der Pressestelle des Kreises Lippe. Sie verweist auf die Hinweisschilder für den Wildwechsel und dass Verkehrsteilnehmer gehalten seien, darauf zu achten. „Dass es in dem Bereich zwei enge Kurven gibt, ist bekannt", sagt Penner. Bei guten Bedingungen sei Tempo 100 aber durchaus vertretbar. Je nach Witterung müsse die Geschwindigkeit natürlich angepasst werden, „die 100 sind ja keine Mindest-, sondern eine Höchstgeschwindigkeit". Statistisch gesehen sei die Lämershagener Straße auf Oerlinghauser Gebiet kein Unfallschwerpunkt.

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