Sorgten für gute Unterhaltung: Das Jazztime-Quintett. - © Sibylle Kemna
Sorgten für gute Unterhaltung: Das Jazztime-Quintett. | © Sibylle Kemna

Oerlinghausen Gute-Laune-Jazz im Oerlinghauser Kastanienkrug

"Jazztime-Quintett": Funkige, soulige und gefühlvolle Stücke voller Improvisation begeistern die Besucher auch beim zweiten Konzert

Sibylle Kemna

Oerlinghausen. Zum zweiten Mal Jazztime im Kastanienkrug: Nach dem Erfolg der Premiere im Frühjahr begeistert das "Jazztime-Quintett" auch jetzt die mehr als 60 Zuhörer. Aus dem Rock zum Jazz ist Bandgründer Axel Dräger gekommen. Und schon dieser ungewöhnliche Werdegang verspricht ein abwechslungsreiches, mitreißendes Konzert. Die fünf Musiker verbinden die Raffinesse und die Improvisationsmöglichkeiten des Jazz immer wieder mit der rhythmischen Intensität und Kraft der Rockmusik, um dann wieder expressiv ins Gefühlvolle hinüber zu gleiten. Jazzige Standards, Latin, Dixie, Souliges, sanfte Balladen und eigene Kompositionen wechseln sich munter ab und bekommen ihren eigenen Stempel aufgedrückt - auch die bekannten Jazzstandards erblühen so in neu arrangierter Eigenständigkeit. Dräger (Gitarre), Detlef Hanke (Bass), Uwe Säck (Gitarre und Trompete), Lothar Lindenau (Drums) und Lokalmatador Tiko Hölz (C-Saxophon) vermitteln eine große Freude am kreativen Spiel, verbreiten einfach gute Laune. "Dieser alte Saal einer ehemaligen Tanzschule hat einen unheimlichen Charme", erklärt Dräger. "Ich liebe schöne alte Lokale wie diese", sagt der Bandleader und betont: "Wir spielen zwar in alten Räumen und sind selbst nicht mehr die Jüngsten, aber wir spielen keine alte Musik, sondern sehr junge, funkige, soulige." Die angegrauten Jazzer aus dem Lippischen machen richtig Dampf, immer wieder sind die Stücke, darunter etliche eigene, geprägt durch dynamische Steigerungen. Und so endet manches, was leicht beschwingt beginnt, schließlich kraftvoll und ausdrucksstark. Mit unkonventionellen Schlagzeug-Soli gefällt Lindenau bei einigen Stücken. Die akzentuierten, mal dominanten, mal hintergründigen Bass-Läufe von Hanke verleihen vielen Stücken ihren eigentlichen Charakter. Und die Saxophon-Soli von Hölz laden ein zum genauen Zuhören, aber auch zum Einschalten des Kopfkinos und zur Produktion stimmungsvoller Bilder. Mit mal spielerischer Leichtigkeit und mal nachdrücklichem Saitenspiel an der Gitarre überzeugen Axel Dräger und Uwe Säck, wobei Letzterer zuweilen die Trompete herausholt und im Dialog mit Hölz gefällt. So ist das Konzert ein Genuss für viele Sinne und kommt gut an bei den mal locker, mal begeistert applaudierenden Bergstädtern.

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