Oerlinghausen Horst Steinkühler feiert seinen 80. Geburtstag

Er hat die Bergstadt außerordentlich weiterentwickelt – als Bürgermeister, als Landtagsabgeordneter der SPD und heute immer noch als sachkundiger Bürger

Horst Biere

Oerlinghausen. Wohl niemand hat das Gesicht des modernen Oerlinghausen mehr geprägt als Horst Steinkühler. Heute wird er 80 Jahre alt. Eher unspektakulär, aber dafür enorm effektiv setzte er sich für die Entwicklung der Stadt ein - vor allem als Bürgermeister von 1984 bis 1989 und als SPD-Landtagsabgeordneter von 1980 bis 2000. Die Tunnelstraße hat Oerlinghausen im wesentlichen Horst Steinkühler zu verdanken. Als sie im Herbst 1998 eröffnet wurde, atmete die ganze Bergstadt auf und durch. Denn der unablässige Autoverkehr rollte nunmehr weitab von der Wohnbebauung durch den Tunnel im Menkhauser Berg. "Danke, Horst" war auf einem riesigen Transparent noch monatelang zu lesen. Anwohner der Robert-Koch-Straße hatten es aufgehängt, denn sie hatten bisher die größte Last des Verkehrsaufkommens zu ertragen. Viel "außerparlamentarische Überzeugungsarbeit" habe er leisten müssen, sagte Horst Steinkühler damals humorvoll. Viele Altbierrunden für die Teutonenriege in der Düsseldorfer Altstadt habe es ihn gekostet. Die Teutonenriege, das waren die bis zu 13 SPD-Abgeordneten aus Ostwestfalen, die sich schon zu Zeiten von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau als starkes Bollwerk erwiesen. Energisch trieb Horst Steinkühler auch das Projekt "Stadtkernsanierung" weiter voran, das dem Oerlinghauser Zentrum ein neuzeitliches Stadtbild verlieh. Die wesentlichen Elemente darin sind die naturgetreue Renovierung des Bürgerhauses, der Erhalt der alten Synagoge und die komplette Neugestaltung des Rathausplatzes. Mit viel Sinn fürs Praktische lud er gelegentlich NRW-Landesminister und Fraktionskollegen nach Oerlinghausen ein. Verkehrsminister Christoph Zöpel oder Umweltminister Klaus Matthiesen waren zum Beispiel vor Ort, um sich über die Verkehrs- und Wohnsituation in der Stadt zu informieren. Und oft unbemerkt von der Öffentlichkeit setzte Horst Steinkühler dabei seine guten politischen Drähte für die Stadt und seine Bürger ein, indem er wichtige Landes-Finanzmittel nach Oerlinghausen lenkte. So können sich wohl alle Segelflugfreunde bei ihm für die Übertragung des Segelflugplatzes vom Land NRW auf die Flugplatzgemeinschaft und die Stadt Oerlinghausen bedanken. Eine für den Freizeitsport unbezahlbare Miete wurde so verhindert, und das mögliche Ende des Segelfliegens und des heutigen Luftsportzentrums in Oerlinghausen wurde abgewendet. Der Rat und seine Fraktion dankten es ihm das alles und noch viel mehr oftmals. So erhielt er 1997 das Bundesverdienstkreuz. Seit dem Jahr 2000 lobt man in der Bergstadt einen Horst-Steinkühler-Preis für Menschen mit hervorragendem sozialem Engagement aus. Nicht nur SPD-Parteigenossen sagen: Gäbe es den Titel eines "Mr. Oerlinghausen" - er hätte ihn verdient.

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