Überraschung: Sprachlos betritt Museumsleiter Roeland Paardekooper (r.) die Hütte, wo die historischen Darsteller ihn bereits erwarten. FOTO: JULIA VORREITER
Überraschung: Sprachlos betritt Museumsleiter Roeland Paardekooper (r.) die Hütte, wo die historischen Darsteller ihn bereits erwarten. FOTO: JULIA VORREITER

Oerlinghausen Flashmob für Roeland Pardekooper

Abschied: Akteure des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen überraschen den scheidenden Museumsleiter

Julia Vorreiter

Oerlinghausen. Rund 13 historische Darsteller sitzen um die Feuerstelle in einer Hütte des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausens (AFM). Fast schon im Minutentakt wandert der Blick zu den Uhren. Alle warten auf Museumsleiter Roeland Paardekooper. Lockvogel Chris Pallasch soll ihn in die Hütte lotsen. Bis jetzt keine Spur von beiden. Von den Komplizen an der Museumskasse erfährt die Truppe, dass sich beide noch im Kastanienkrug befinden. Dann wird ein Anruf getätigt. Herr Paardekooper solle dringend in das Museum kommen, weil Vertreter des Landesverbandes da seien. Eine Lüge, hinter die Roeland Paaderkooper auch in wenigen Minuten kommen wird. "Er kommt", verkünden leise Stimmen. Alle auf Position, die Tür geht auf. Herein kommt ein verblüffter Museumsleiter, der etwas ungläubig auf 13 historisch verkleidete Menschen blickt. Neben kleinen Präsenten richtet jeder der Darsteller ein persönliches Abschiedswort an den Archäologen. Mit dieser Aktion möchten sich die Akteure der "Living History", englisch für lebende Geschichte, des Freilichtmuseum auf eine besondere Weise bei Paardekooper bedanken. "Er hat viel für die lebendigen Geschichtsdarsteller getan", sagt Ulrich Klages, der die Aktion mitorganisiert hat. Klages und die anderen Akteure schätzen den niederländischen Archäologen für "seine Offenheit und für die Kompetenz, mit der er das Museum geleitet hat". Lockvogel Chris Pallasch blickt ebenfalls positiv auf die Zeit unter dessen Leitung zurück. "Es geht um die Honorierung für das, was er hier im Museum getan hat." Drei Jahre lang war Paardekooper Leiter des AFM. Für Paardekooper selbst sind die Akteure wichtig. "Wir erzählen hier Geschichte. Ich bevorzuge immer Personen", sagt der Archäologe. Grund dafür sei das Basiswissen, über das die Darsteller verfügen. Aktionen, wie Übernachtungen in den Museumshütten, hat Paardekooper unterstützt. "Man stellt als Besucher ganz andere Fragen, wenn man die verkleideten Menschen sieht", ergänzt er. Bei den Akteuren der Living History hat er seine Spuren hinterlassen. "Wir haben ihn alle sehr geschätzt", sagt Judith Esdar, Mitglied im Förderverein des AFM.

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