Freuen sich über die neue Software: Henning Schwarze (v. l.), Jörg Düning-Gast, Roeland Paardekooper, Bernd Mühlenmeier, Karl Banghard, Birgit Griese-Lödige, Matthias Füller, Elke Treude und Renate Müller-Fromme. - © Sigurd Gringel
Freuen sich über die neue Software: Henning Schwarze (v. l.), Jörg Düning-Gast, Roeland Paardekooper, Bernd Mühlenmeier, Karl Banghard, Birgit Griese-Lödige, Matthias Füller, Elke Treude und Renate Müller-Fromme. | © Sigurd Gringel

Oerlinghausen Mit der App zum Tönsberg

Zum archäologischen Rundweg gibt es ab jetzt eine Software, die Erklärungen zu neun Stationen gibt

Sigurd Gringel

Oerlinghausen. Die Schilder sind weg. Stattdessen ist der archäologische Rundwanderweg vom Freilichtmuseum zum Tönsberg nun digital erlebbar. Gehen müssen die Wanderer aber immer noch analog. Den Rundwanderweg gibt es schon etwa 15 Jahre. Ein Zusatzangebot für Museumsbesucher, die archäologische Bodendenkmäler kennenlernen wollen, aber auch für Wanderer auf dem Hermannsweg. Zur Erklärung der Stationen gab es Schilder. Weil die aber zerstört oder komplett entfernt wurden, musste eine neue Lösung her. "Wir wollten mit der Zeit gehen", sagt Museumsleiter Roeland Paardekooper. Deswegen haben sich die Verantwortlichen für eine spezielle Software entschieden. Sie ist als kostenlose App für das Smartphone oder das Tablet erhältlich. Allerdings nicht für Geräte mit dem Betriebssystem Windows. Projektleiter Henning Schwarze von der Firma Intewo erklärt die Funktionen: Wanderer können die 35 Megabyte große App auch von zu Hause kostenlos auf ihr Gerät laden. Unterwegs ist dann keine Internetverbindung notwendig, die App funktioniert offline, um Enttäuschung in einem Funkloch zu vermeiden. Satelliten erkennen per GPS das Gerät des Wanderers, auf einer Karte wird dann der genaue Standort angezeigt. Das Gerät meldet sich automatisch Der Wanderer kann den Weg genießen und braucht nicht ständig auf das Gerät zu schauen. "Es meldet sich automatisch, wenn man eine Station erreicht", sagt Henning Schwarze. Wanderer können sich weitere Bilder zu den Stationen ansehen und Texte durchlesen oder anhören. Henning Schwarze nennt das ein "intensiveres Aufnehmen". Auch Sehbehinderte kommen so an die Informationen. Seit 2008 ist der Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge GPS-Erlebnisregion und von der UNESCO dafür dreimal ausgezeichnet. 22 Apps hat Henning Schwarze seitdem programmiert. Einer der ersten ist "Geologie am Tönsberg". Mehr als tausendmal wurde die Geologie-App bereits runtergeladen. Der Erlebnispfad "Externsteine" ist mit der sechsfachen Anzahl der mit Abstand beliebste. Der neue Erlebnispfad "Wallburg Tönsberg" ist bereits der zweite auf Oerlinghauser Gebiet. Mit der App sollen auch junge Leute für den Naturtourismus begeistert werden, sagt Schwarze. Zudem können die "digitalen Schilder" einfach und schnell aktualisiert werden - wenn es denn notwendig ist. "Über Nacht", verspricht Schwarze. Und Vandalismus kann es nicht mehr geben. Elke Treude, Bodendenkmalpflegerin im Landesverband Lippe, findet die Informationen - ob analog oder digital - wichtig. "Spaziergänger erkennen den Wall gar nicht. Mit dem Erlebnispfad schaffen wir ein Bewusstsein dafür." Jörg Düning-Gast, Beigeordneter der Stadt und Vorstandsmitglied des Museumsvereins, verspricht sich einen Mehrwert für den Tourismus und die Stadtentwicklung in Oerlinghausen. "Schon in der Steinzeit wussten die Menschen die Standortqualitäten am Tönsberg zu schätzen", sagt er. Der GPS-Erlebnispfad hat 15.000 Euro gekostet, 70 Prozent hat der Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge, 30 Prozent der Museumsverein finanziert. Das Landesumweltministerium hat das Projekt gefördert. Die App gibt es als QR-Code am Museum und hier.

realisiert durch evolver group