Auf die Helme: Friedensmiliz "Pax Militiae" im Freilichtmuseum. - © Karin Prignitz
Auf die Helme: Friedensmiliz "Pax Militiae" im Freilichtmuseum. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Ab Juni übernimmt Karl Banghard wieder die Leitung des Archäologischen Freilichtmuseums

Roeland Paardekooper geht

Vanessa Rosteck

Oerlinghausen. Roeland Paardekooper ist glücklich mit der Entwicklung des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen. Seit 2013 ist er dort Museumsleiter und beschäftigt sich mit der fortschreitenden Entwicklung, Modernisierung und Digitalisierung. Für zweieinhalb Jahre hat er die kommissarische Leitung des Museums innegehabt. In dieser Zeit widmete sich Museumsleiter Karl Banghard in einem Forschungsprojekt der Rolle des Museums während der Nazizeit. Wenn sich der Besucher im Freilichtmuseum umschaut, fühlt er sich in ein anderes Zeitalter zurückversetzt. Hütten mit einem Interieur, wie es im Steinzeitalter ausgesehen haben könnte, naturgetreu nachgebaut, prägen den Ort. "Living History" rundet das Bild ab. Das bedeutet, der Besucher kann Menschen bei verschiedenen Tätigkeiten des häuslichen Alltags im Frühmittelalter über die Schulter schauen, zum Beispiel beim Nähen von Kleidung oder beim Töpfern. Vieles wurde unter Paardekoopers Leitung im Archäologischen Museum erneuert. Er modernisierte die Beschilderung, führte Audio-Guides ein. Die Wege wurden verbessert, so dass auch Menschen im Rollstuhl große Teile des Museums erreichen können. Es gibt auch ein Programm für Blinde. Paardekooper betont, wie wichtig ihm auch die Digitalisierung im Freilichtmuseum sei. Tabellenprogramme helfen ihm bei der strategischen Planung. Im Zuge einer Modernisierung gibt es jetzt LED-Lampen im Freilichtmuseum. »Touristische Besucher sind auch gut für die Stadt« Bei Modernisierungsarbeiten fallen allerdings enorme Kosten an, wie Paardekooper betont. Auch verschweigt er nicht, dass bis heute noch immer keine Registrierkasse vorhanden sei. Gerade deshalb, sagt er, sei es wichtig, "die richtigen Knöpfe zu drücken", um positiv in die Zukunft blicken zu können. Laut Paardekooper gehen bald viele langjährige, erfahrene Mitarbeiter in Ruhestand. Einige davon sind schon seit 30 Jahren im Museum tätig. Deshalb sei es wichtig, einen Know-how-Transfer anzustreben. Die Besucherzahlen im Freilichtmuseum haben sich auf mehr als 20.000 im Jahr eingependelt. Das stimmt Paardekooper zuversichtlich. 2013 waren es noch 18.000 Besucher, 2014 dann 24.000. Es ist ein Wandel der Besucher unter Paardekoopers Leitung erkennbar. Vor seiner Leitung waren die Besucher hauptsächlich Schüler, heute sind 60 Prozent Touristen und 40 Prozent Schüler. Die Touristen kommen überwiegend aus Holland. Aber auch Besucher aus England, Belgien und Frankreich sind dabei. "Die hohen Touristenzahlen haben auch einen positiven Einfluss auf die Stadt Oerlinghausen", sagt Paardekooper. "Ein Ziel könnte es sein, den Besuch der Touristen im Freilichtmuseum mit anderen Events der Stadt zu verbinden. So können die Besucher beispielsweise erst zu den Wikingertagen und danach im Anschluss in einem schönen Oerlinghauser Restaurant den Tag ausklingen lassen", schlägt Paardekooper vor. "Auch für Kinder ist ein Besuch im Freilichtmuseum zu empfehlen", sagt er. Zum 1. Juni kehrt Roeland Paardekooper nach Holland zurück und gibt die Leitung des Freilichtmuseums wieder an Karl Banghard ab. Für die Zukunft ist ihm wichtig, das bestmöglichste Potential aus dem Freilichtmuseum zu schöpfen, "denn es ist mehr möglich, als man denkt", wie er selbst sagt und auf zweieinhalb ereignisreiche Jahre zurückblickt. Das nächste Event steht schon fest. Am 21. Mai ist die offizielle Einweihung von Treppen, die eine Entwicklung der Zeit darstellen, von der Steinzeit bis heute. Das Archäologische Freilichtmuseum hat nun auch eine Facebook-Seite. Außerdem ist die Homepage des Freilichtmuseums überarbeitet worden.

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