Anregender Abend: Die Bergstädter erfreuen sich an den östlichen Weisheiten und Alltagsszenen mit Hund, die Autor Dirk Grosser auf der Lesung in der Buchhandlung Blume am Donnerstag mühelos verknüpft und suchen danach gedanklichen Austausch oder lassen sich einfach das Buch signieren. - © Sibylle Kemna
Anregender Abend: Die Bergstädter erfreuen sich an den östlichen Weisheiten und Alltagsszenen mit Hund, die Autor Dirk Grosser auf der Lesung in der Buchhandlung Blume am Donnerstag mühelos verknüpft und suchen danach gedanklichen Austausch oder lassen sich einfach das Buch signieren. | © Sibylle Kemna

Oerlinghausen Klug und witzig stellt Dirk Grosser bei seiner Lesung Hunde als vor

Er bricht die Weisheiten östlicher Meister herunter auf eine Alltagsspiritualität

Sibylle Kemna

Oerlinghausen. Lustig und zugleich tiefgründig war die Lesung von Dirk Grosser am Donnerstagabend in der Buchhandlung Blume. Der Autor und "spirituelle Lebensberater" stellte humorvoll und doch nachhaltig Hunde als Zenmeister vor, die uns Gelassenheit, Lebensfreude und Achtsamkeit lehren können. Es war eine Leserin, die Jörg Czyborra auf das Buch neugierig gemacht hat. "Buddha auf vier Pfoten" - schon der Titel lädt zum Aufschlagen ein. Als der Buchhändler das getan hatte, ließ es ihn nicht mehr los, diese kluge und witzige Lektüre, die Alltagserlebnisse mit einem Hund verknüpft mit weisen Sprüchen großer spiritueller Meister. Und als er dann herausfand, dass Dirk Grosser im lippischen Kalletal wohnt, war die Begegnung nur noch eine Frage der Zeit. So eine Buchhandlung sei ein wunderbarer Ort, der der Spiritualität Raum gebe, weil hier "Menschen mit Leidenschaft weitergeben, was sie berührt hat", erklärt Grosser zu Beginn. Und schon steigt er ein in seinen mit kleinen Lesebeiträgen angereicherten Vortrag, der von anschaulichen Bildern nur so strotzt. Ob er schildert, wie sein Hund Bobba voller Lebenslust über eine Wiese tobt oder wie seine sechsjährige Tochter ihm bei der Autofahrt weise Fragen stellt - stets können die Zuhörer sich mühelos in die Szene versetzen und eigene Bilder im Kopf erzeugen. "Kinder und Hunde sind große Lebensmeister", betont der Lektor und Autor, der auch mal Religion und Philosophie studiert hat. "Ein großer Fehler", wie er bekennt. Denn das sehr kopflastige Herangehen stehe der Spiritualität nicht selten im Wege. Gehe es doch um das Sein, das Annehmen der Rolle, die ein Jeder im Leben spielt. Hunde böten Menschen einen wunderbaren Zugang zur Welt, in der sie sie selbst sein können. Unterhaltsam schildert er, wie Hund "Bobba" ihm einfache Lebensweisheiten vermittelt. Wenn der ihm auf die Hose sabbert, erkennt Grosser darin die Lehre, nicht zu sehr an weltlichen Dingen zu hängen. Wie auch, wenn Bobba einen Stock, den er mehr als eine Stunde begeistert getragen hat, auf das Kommando "Aus" ablegt und vergisst. "Wir Menschen hätten für Dinge, die uns so viel Spaß machen, eine Vitrine und könnten nicht loslassen." Aber Grosser ist auch ein Kenner der spirituellen Szene und ihrer Meister. So ist der Abend zugleich eine Einführung in die östliche Philosophie, in der die Erkenntnis "Nichts bleibt, wie es ist" positiv belegt ist. Während das Christentum das Unwandelbare, Ewige hoch halte, sei im Osten der Wandel von Wert. "Dort ist die Hoffnung eher negativ geprägt, weil man nicht akzeptieren kann, wie es ist, sondern hofft, dass sich etwas ändert." So bietet Grosser an diesem Abend auch reichlich Anregungen und schließt mit den Worten "Letztlich geht es darum, Liebe zu geben".

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