Vor dem Mondtor: Bürgermeisterin Ursula Herbort (v. l.) und Heinz Richter hielten die Abschiedsreden für Georg Hemkendreis, der seinem Nachfolger Rolf Tiemeyer bei zwei Bauprojekten noch zur Seite stehen wird. Vorgestellt wurde auch der neue Leiter der Segelflugschule, Stephan Olessak. - © Sibylle Kemna
Vor dem Mondtor: Bürgermeisterin Ursula Herbort (v. l.) und Heinz Richter hielten die Abschiedsreden für Georg Hemkendreis, der seinem Nachfolger Rolf Tiemeyer bei zwei Bauprojekten noch zur Seite stehen wird. Vorgestellt wurde auch der neue Leiter der Segelflugschule, Stephan Olessak. | © Sibylle Kemna

Oerlinghausen Georg Hemkendreis wird verabschiedet

Flugplatz als Imageträger

Sibylle Kemna

Oerlinghausen. 25 Jahre lang war er Geschäftsführer der Flugplatzgemeinschaft Oerlinghausen (FGOe) und hat als solcher Wesentliches in die Wege geleitet. Jetzt wurde Georg Hemkendreis verabschiedet. "Du warst ein Glücksfall für uns", betonte Vorsitzender Heinz Richter und Bürgermeisterin Ursula Herbort ergänzte: " . . . und für die Stadt Oerlinghausen." Seit 1972 flog der inzwischen 65-Jährige schon von hier aus. "Ich bin einer von Euch", sagte er in seiner Rückschau. 1982 ließ er sich in den Vorstand der FGOe wählen, wurde 1990 Geschäftsführer - alles ehrenamtlich. Doch mit dem Bau der Segelflugschule verwandelte sich der Platz in ein Luftfahrtzentrum und "es reifte die Erkenntnis, dass die viel Arbeit nicht mehr von ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern geleistet werden konnte", berichtete Heinz Richter in seiner Laudatio. Die Wahl fiel auf Hemkendreis. An den Löchern im Zaun sollt ihr mich beurteilen und messen, habe Hemkendreis nach seiner Beförderung zum hauptberuflichen Geschäftsführer gesagt. "Wenn ich diese Aussage als Bemessungsgrundlage nehme, hast Du dich im Laufe Deiner Amtszeit um ein Vielfaches übertroffen." Damals drohte das Aus des Platzes, weil das Land NRW als Besitzer - für den Verein unerwartet - 330.000 Euro Miete forderte. Dies konnten Hemkendreis, Richter und Bürgermeisterin Ursula Herbort in intensiven Verhandlungen abwenden. Der Verein erhielt den Platz als Besitzer und baute unter Hemkendreis' Regie neue Hallen, sanierte die vorhandenen, verlängerte die Motorflugbahn, stellte die Luftaufsicht von Profis auf Laien um und kämpfte erfolgreich beim Finanzamt Detmold um die Gemeinnützigkeit. "Du hast perfektes Management geliefert", das versicherte Herbort dem scheidenden Geschäftsführer. Mit umfassenden Bau-, Vertrags- und Menschenkenntnissen, Rückgrat und Humor habe er seine Ziele erreicht und den Flugplatz nicht nur sportlich auf die Höhe gebracht, sondern auch zu einem Ausflugsziel, Imageträger und touristischen Ziel weiter entwickelt. "Der Flughafen hat mir immer sehr am Herzen gelegen", sagte Hemkendreis. "Ich habe das Potential für Flieger und die Stadt gesehen und beides nach vorne gebracht." Nun habe der Segelflughafen eine "einzigartige Infrastruktur, die man in Deutschland anderswo nicht findet". Auch habe er dafür gesorgt, dass die vielen Vereine, die in der FGOe zusammengeschlossen sind, harmonisch zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen. "Der Flugplatz hat ein besonderes Flair. Hier geht es ohne strikte Regeln locker zu und es ist trotzdem sicher", sagte Hemkendreis stolz und schmunzelnd. Er wird der FGOe erhalten bleiben und die Projekte Hallen- und Campingplatzneubau bis zum Ende betreuen. Sein Nachfolger Rolf Tiemeyer zeigte sich erfreut, "Georg an meiner Seite zu wissen und so auf Turbulenzen vorbereitet zu sein". Seine Liebe zum Platz in Oerlinghausen sei schon bei Spaziergängen mit den Eltern in den 60er Jahren erwacht, sagte der 56-Jährige. Hier hat er Anfang der 80er Jahre das Fliegen gelernt, und "immer hatte der Platz eine gewisse Anziehung auf mich". Hemkendreis habe hervorragende Arbeit geleistet. "Hier wird professionell gearbeitet, und die Bündelung der Mitgliederinteressen halte ich für sehr ausgewogen und effektiv." Er werde eng mit dem Vorstand zusammenarbeiten, erklärte Tiemeyer. "Diesen Rückhalt brauche ich für eine erfolgreiche Arbeit und freue mich über Vorschläge von allen", das versicherte er.

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