Liza Dorogova zeigt eine Auswahl ihrer Aquarelle. Oft hat sie sich von der besonderen Atmosphäre der Alexanderkirche beseelen lassen. Aber auch andere Gebäude und Landschaften Lippes hat sie mit Stift und Pinsel eingefangen. - © FOTO: KARIN PRIGNITZ
Liza Dorogova zeigt eine Auswahl ihrer Aquarelle. Oft hat sie sich von der besonderen Atmosphäre der Alexanderkirche beseelen lassen. Aber auch andere Gebäude und Landschaften Lippes hat sie mit Stift und Pinsel eingefangen. | © FOTO: KARIN PRIGNITZ

OERLINGHAUSEN Quelle der Inspiration

Gebürtige Russin sagt bei Jugend forscht ab, um mehr Zeit fürs Abi zu haben

VON KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen. Liza Dorogova hat unglaublich viele Interessen und ebenso viele Talente. Gemeinsam mit ihrem Vater hat sie beispielsweise Origami-Bücher verfasst, hat dort die Kunst des Papierfaltens in Wort und Bild beschrieben. "Das ist ein großer Teil meines Lebens gewesen", erzählt die fast 19-Jährige. Eigentlich ist sie für drei Jahre nach Deutschland gekommen, um hier ihr Abitur zu machen. Abschied nimmt sie schon nach zwei Jahren.

Nicht, weil es ihr in Oerlinghausen nicht gefallen würde. Ganz im Gegenteil. "Ich konnte meinen Aufenthalt verkürzen, weil ich am Niklas-Luhmann-Gymnasium ein Jahr überspringen durfte." Erfolge haben ihren Lebensweg schon in der Heimat gepflastert. Zweimal hat Liza Dorogova dort die russlandweite Olympiade für Deutsch gewonnen, hat vom Gouverneur jeweils den Präsidentenpreis überreicht bekommen.

Ausgezeichnet worden ist sie auch für ihre Zeichnungen. Aquarelle, Kohlen- und die aus ihrer Sicht sehr emotionale Ikonenmalerei gehören dazu. Liza lernte den Vorsitzenden des "Forum Russische Kultur Gütersloh e.V." kennen, erzählte ihm von ihrem großen Wunsch, einmal Deutschland zu besuchen. Sie wurde von dem Forum, das sich für russische Künstler interessiert, dreimal für jeweils einen Monat zu Weihnachten eingeladen. Bei einem dieser Besuche begegnete Liza Wilfried Holzapfel. Bei ihm und seiner Familie lebt sie bis zum Abitur. Die vielen Bücher, die sie über den Südstädter und die Büchertauschbörse zugeschickt bekommen hat, "das war eine große Unterstützung".

Weil ihr "eine kleine Zahl hinter der eins" beim Abitur wichtig ist, hat sich die junge Russin gerade schweren Herzens dazu entschlossen, ihre Teilnahme bei "Jugend forscht", einem weiteren Interessenfeld, abzusagen. Zu viele andere Vorhaben, unter anderem das Cambridge-Zertifikat, gebe es, erläutert Liza, die außerdem in jeder freien Minute zu Stift und Pinsel greift.

Am liebsten aquarelliert sie. "Eine ewige Quelle der Inspiration ist die Alexanderkirche." Immer wieder Neues könne sie an ihr entdecken. "Diese Kirche hat eine besondere Ausstrahlung." Wie vielschichtig die ist, das hat Liza Dorogova in zahlreichen Zeichnungen festgehalten.

"In Russland herrscht ein anderer Begriff von Kunst", erläutert Liza. Für die gegenständliche Art des Malens hat sie sich entschieden, gegen das Abstrakte, und geht damit einen selbstbewussten, fast schon oppositionellen Weg. "Ich habe Respekt vor der Natur und dem, was sie uns zeigt. Ich muss es nicht abstrahieren."

Gegen ein anschließendes Kunststudium hat sich die 18-Jährige entschieden, weil sie sich bereits gut ausgebildet fühlt. Simultan-Dolmetscherin für Deutsch, Englisch und Russisch möchte sie werden, in Rheinland-Pfalz studieren. "So kann ich meine Qualifikationen am besten nutzen."

Wer mehr von Lizas Bilder sehen möchte, der kann ihre Homepage besuchen: .www.liza-dorogova.narod.ru

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