Stimmung: Die verrückte Rock- und Popband „Limited Edition“ begeistert mit ständig wechselnden Outfits und Hits auf der Bühne. - © Karin Prignitz
Stimmung: Die verrückte Rock- und Popband „Limited Edition“ begeistert mit ständig wechselnden Outfits und Hits auf der Bühne. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Oerlinghauser feiern Wiedereröffnung des Rathausplatzes

Leuchtender Höhepunkt: 1.500 Menschen kommen zur Feier. Am Rathaus bildet sich ein riesiger Chor und es gibt eine Überraschung

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Der Kreis der goldenen Sterne auf blauem Grund steht für die Solidarität zwischen den europäischen Völkern. Zur Feier der seit 30 Jahren andauernden Städtepartnerschaft mit Villers-lès-Nancy und der Wiedereröffnung des Rathausplatzes wurde das verbindende Symbol mit LED-Flutern an die Rathauswand projiziert. Einer der wohl unvergesslichen Höhepunkte an einem Tag, der so viele Besucher wie selten zusammengeführt hat. Keine Erinnerungsveranstaltung, „sondern der Aufbruch, um die Partnerschaft wieder neu mit Leben zu füllen“, solle es sein, betonte Bürgermeister Dirk Becker. Gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Francois Werner begrüßte er die Menschen auf dem Rathausplatz. Schon jetzt luden beide zu einer viertägigen Olympiade nach Villers ein, die dort am 20. Juni starten soll. In Oerlinghausen erlebten die französischen Gäste und mit ihnen rund 1.500 weitere Besucher, die sich nach Schätzung der Veranstalter den gesamten Abend über auf dem Platz tummelten, einen Mix aus mitreißender Musik, deutschen und französischen Köstlichkeiten, Informationen und eine leuchtende Überraschung. Ob klein oder groß, alle Generationen waren auf den Beinen. Schnell füllte sich der Platz mit seinen Ständen und einer Bühne, auf der die Rock-Pop-Coverband „Limited Edition“ mit ihrer Show begeisterte und Legenden wie Michael Jackson oder die Blues Brothers zum Leben erweckte. Lediglich mit der Lautstärke waren nicht alle Besucher einverstanden, aber der Rathausplatz mit seinen rund 1.000 Quadratmetern bot genügend Platz, um nach hinten ausweichen zu können. Je später der Abend, desto mehr rückten die Menschen zusammen. Und mit Einbruch der Dunkelheit, da bot sich ihnen ein einmaliges Schauspiel. Florian Schlauske und das Team von Tour Service Lichtdesign hüllten die gesamte Fläche des Rathauses in blaue und rote Farbe. Die Lippische Rose erschien und weitere Symbole. Handys wurden gezückt, um die Bilder, zu denen auch die französische Flagge gehörte, einzufangen. Vor der Bühne hatte sich da bereits der von Matthias Topp und Nicole Seiger organisierte Mitmach-Chor versammelt. Doch er sollte nicht alleine singen, denn viele Besucher stimmten gut gelaunt beim „Thank You For The Music“ und Helene Fischers „Fieber“ mit ein. „Es macht Sinn, den Platz zum Leben zu erwecken“ Gemeinsam mit den französischen Freunden wurde dann die Europahymne „Ode an die Freude“ angestimmt. Liam Holzkämper (16) begleitete am Schlagzeug. Schon lange vorher hatten Dieter Nehls und seine Frau Europafahnen an die Besucher auf dem Platz verteilt, die zum Symbol des Abends wurden. Von dem neu gepflasterten Rathausplatz war wegen des großen Andrangs kaum etwas zu sehen. Kopfsteinpflaster ja oder nein, da schieden sich die Geister. „Passt zum Oerlinghauser Stadtbild“, findet Patrick Althof (29). Klaus Koch glaubt, dass die nun gerade Fläche „gar nicht so verkehrt“ ist und es überhaupt Sinn macht, den Platz „zum Leben zu erwecken“. „Super, dass die Stolperfalle weg ist“, meint auch Janine Dahlmann. Angelika Pehle und anderen fehlt derzeit noch der Brunnen. „Er ist ein Anziehungspunkt.“ Anita Helbing-Übelacker würde sich über künstlerische Elemente auf dem Platz freuen, der „doch auch toll für den Weihnachtsmarkt geeignet wäre.“ Dem Gerücht, dass vergessen worden sei, die Lichtleitungen zu legen, konnte Dirk Becker entgegnen, dass es die sehr wohl gebe. „Es gibt sogar eine Bodenhülse für einen Weihnachtsbaum auf dem Platz.“ Durch eine Unterschriftenaktion wurden viele Bürger darauf aufmerksam, dass das „Aura“ Gerüchten zufolge Ende des Jahres womöglich Büroräumen des Kreises weichen muss. „Die Stadt ist nicht Eigentümer des Gebäudes“, sagte der Bürgermeister. „Wir haben aber ein deutliches Interesse daran, dass Außengastronomie bleibt.“ Gerade nach der Platz-Neugestaltung böte sich die an, da waren sich die Bürger einig. An Ständen wurde über die Aktion „Südstadtgärten“ informiert, über die Agenda-Aktion „Sonnensegel für das Kleinkindbecken im Freibad“ Der Marketingverein stellte die neue City-App vor, die nun doch schon heruntergeladen werden kann. Unter allen Teilnehmern, die das Angebot sofort nutzten, wurden drei Preise ausgelost. Ulla Becker gewann eine Saisonkarte für das Freibad, Klaus Biere eine für das Archäologische Freilichtmuseum und Christiane Sommer einen 50-Euro-Gutschein der Werbegemeinschaft Oerlinghausen.

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