Gemütlich: Im Café „Wollgeflüster“ genießen die Strickerinnen den Austausch über ihr Hobby bei Kaffee und Kuchen. Sie kommen aus der ganzen Region und haben sich über die Facebook-Gruppe des Blogs „Maschenfein“ kennengelernt. - © Sibylle Kemna
Gemütlich: Im Café „Wollgeflüster“ genießen die Strickerinnen den Austausch über ihr Hobby bei Kaffee und Kuchen. Sie kommen aus der ganzen Region und haben sich über die Facebook-Gruppe des Blogs „Maschenfein“ kennengelernt. | © Sibylle Kemna

Internet-Strickfans im Café Wollgeflüster

Blog-Regionaltreffen: Sie kennen sich nur aus dem Internet, aber im „Café Wollgeflüster" sehen sie sich am Samstag erstmals in Natura. Irmlind Engbert hat sie eingeladen

Sibylle Kemna

Oerlinghausen. Sie kennen sich nur aus dem Internet, aber im „Café Wollgeflüster" sehen sie sich am Samstag erstmals in Natura: 18 Frauen, die ihr gemeinsames Hobby, das Stricken, verbindet. Irmlind Engbert hatte die Fans des Blogs „Maschenfein" eingeladen in ihr behagliches Strickcafé. „Und wer bist du?" In den ersten Minuten ist die Freude an der Begegnung groß. Gaby aus Höxter, Anita aus Paderborn, Ute aus Telgte, sie alle haben per Facebook schon viel miteinander kommuniziert. „Es ist schön, euch alle zu treffen", sagt Bianca aus Altenberge bei Münster, die mit Ute zusammen angereist ist. „Wir wollten letztes Jahr eigentlich schon zu einem Maschenfein-Treff nach Duisburg und hatten uns in Münster zur gemeinsamen Zugreise verabredet, aber dann fiel der Zug aus", berichtet sie. „Da sind Ute und ich in die Stadt gegangen und seitdem haben wir uns schon ein paarmal getroffen." Stricken macht Freunde – hier kann man es erleben. Das Hobby hat sein angestaubtes Image von der hinter dem Ofen sitzenden Oma längst abgelegt. „Natürlich stricken wir viel zu Hause, aber auch unterwegs, und es macht unheimlich Spaß, sich mit anderen über sein Hobby auszutauschen", sagt Anita. „Im Internet, aber auch besonders hier vor Ort." Frauen sind begeistert Die Frauen sind begeistert von dem netten, kleinen Café, in dem schöne, hochwertige Wolle in den Regalen an der Wand zum Fühlen und Ausprobieren einlädt. „Es ist echt schön hier, hier könnte ich jeden Samstag herkommen, Stricken und Kuchen essen", schwärmt Gaby, „wenn es ein bisschen näher wäre." Einige Frauen sind jedoch auch aus der näheren Umgebung gekommen, aus Bielefeld oder Detmold. „Das Café ist auf jeden Fall eine Entdeckung", da sind sie sich einig. „In der Wolle ist ein bisschen Edelstahl drin", erklärt Melanie, die den Treff organisiert hat. „Wird das weich, wenn man das gewaschen hat?", will eine wissen. „Nein und das kratzt ziemlich", sagt Anita. „Aber für Rüschen oder Ränder ist es gut, die haben dann mehr Struktur", erklärt Irmlind. Melanie hat einige Garne mitgebracht, die in den Strickanleitungen von „Maschenfein" empfohlen werden. „Schön, dass ich mir hier mal das Garn angucken kann", sagt Marion aus Detmold. „Es fing an mit dem Hinata-Tuch", berichtet Gaby. „Das hat im Internet richtig Wellen geschlagen, das haben sich viele gestrickt und dann auch den Cardigan von „Maschenfein", da wollten sich einige vor Ort treffen, um sich gegenseitig zu helfen und daraus sind die regionalen Treffen entstanden", berichtet Gaby. Sie bittet Bianca um deren Hinata-Tuch, das einfädig gestrickt wird. Durch die eingefügten Hebemaschen-Dreiecke wird das Tuch „wellig". „Das ist wunderschön geworden", lobt sie. Anja ist gerade erst mit so einem Tuch angefangen, sie punktet mit einem Wollabwickler aus Holz. „Wow, das ist ja richtig professionell", sagen die anderen Frauen anerkennend. So vergeht der Nachmittag schnell mit dem Austausch von Erfahrungen, aber auch dem Kennenlernen. Natürlich wird nebenbei gestrickt und da ist die Rede von verkürzten Maschen und Doppelmaschen, werden Fragen beantwortet und für alle Probleme gibt es Hilfe. Das Hobby verbindet und der Treff hat die Internet-Freundschaft auf eine neue Ebene gebracht. „Wir sehen uns sicher nicht das letzte Mal."

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