Begeisternd: Die beiden zusammengeführten Chöre "Capella Vox Humana" aus Warstein und "Jazz 4 U" aus Detmold servieren ihren Zuhörern gemeinsam mit den Instrumentalisten Thomas Hilgers am Klavier, Saxophonist Anatole Gomersall sowie Bassist Rainer Lüdike und Schlagzeuger Jannis Finn Ritter (nicht im Bild) einen besonderen Konzertabend. - © Karin Prignitz
Begeisternd: Die beiden zusammengeführten Chöre "Capella Vox Humana" aus Warstein und "Jazz 4 U" aus Detmold servieren ihren Zuhörern gemeinsam mit den Instrumentalisten Thomas Hilgers am Klavier, Saxophonist Anatole Gomersall sowie Bassist Rainer Lüdike und Schlagzeuger Jannis Finn Ritter (nicht im Bild) einen besonderen Konzertabend. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Mitreißende Jazz-Messe im Gotteshaus

Konzert: Zuhörer erleben in der Helpuper Kirche ein facettenreiches Konzert von hoher Qualität

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Mitreißend, vielseitig und einfach begeisternd. Ein Konzert, in dem all diese Attribute vereint sind, haben rund 100 Besucher in der Evangelisch-reformierten Kirche Helpup erleben dürfen. Für die noch junge und weltweit doch schon so erfolgreiche „Latin Jazz Mass“ von Martin Völlinger hat Vollblutmusiker Klaus Belzer zwei einander zuvor fremde Chöre zusammengeführt und sie unüberhörbar zu einer Einheit geformt. Zwar hatte die aktuelle Grippewelle gleich zehn der insgesamt 35 Sängerinnen und Sänger ans Bett gefesselt und die Chorgemeinschaft aus dem Warsteiner Kammerchor „Capella Vox Humana“ und dem Projektchor „Jazz 4 U“ aus Detmold deutlich reduziert. Der Qualität des von unglaublicher Freude geprägten Auftritts tat das aber keinen Abbruch. „Es macht so einen unglaublichen Spaß“, berichtete eine der Sängerinnen am Ende geradezu euphorisch. Und das sei vor allem deshalb so, „weil wir einen Chorleiter haben, der uns mitzieht, der die Musik lebt“. Klaus Belzer, hauptamtlicher Opernchorsänger am Landestheater Detmold, der zudem seit vielen Jahren Chorprojekte und Jazzchor-Workshops anbietet, dirigierte seine Sängerinnen und Sänger nicht nur, sondern ging mit ganzem Körpereinsatz mit. Salsa, Samba, Bossa Nova, Rumba, Tango, Gospel, Pop-Ballade und sogar Funk wurden in der „Latin Jazz Mass“ vereint. Eine lateinische Messe in einer reformierten Kirche, „geht das eigentlich“, fragte Pfarrer Stefan Weise und lieferte die Antwort gleich mit. Es geht, denn Freude, Zuversicht, Hoffnung, Glück und eben einfach Lebensermutigung standen im Mittelpunkt. Das Opening gehörte den Instrumentalisten Thomas Hilgers am Klavier, Saxophonist Anatole Gomersall, Bassist Rainer Lüdike und Schlagzeuger Jannis Finn Ritter. Ave Maria mit Sprechgesang Die ganz in Schwarz und Rot gekleidete Chorgemeinschaft zog durch die Kirchenreihen auf die hell erleuchtete Bühne und nutzte für Soloauftritte auch die Kanzel. Was so leicht und beschwingt klang, war eine künstlerische Herausforderung. Insbesondere das a capella gesungene Ave Maria, das mit dem Sprechgesang der Sänger einsetzte. Einprägsame Melodien, ausgefeilte Harmonien, abwechslungsreiche Grooves, sie machten die Messe aus. Auch von der Improvisation lebte das gut einstündige Konzert. Immer wieder traten dabei mit Renate Gartner, Eva Schulte, Bärbel Tölle, Mathias Becher, Johannes Eitzeroth, Peter Werpup, Julia Albeke und Garry Walters Solisten aus den Reihen hervor. Zwei von ihnen, Hoe Chun Kim und Sunghan Lee sind, wie Klaus Belzer auch, Profisänger im Opernchor des Landestheaters Detmold. „Sie fanden das Stück so toll, dass sie gefragt haben, ob sie dabei sein können“, berichtete Belzer. Der bekam am Ende vom Chor ein Shirt mit der Aufschrift „Dieser Chorleiter hat fantastische Sänger“ überreicht und von seinem einstigen Kollegen Zgenko Prusa, bei dem er außerdem Cello studiert hatte, das größte Lob: „Klaus Belzer ist ein begnadeter Musiker, er kann alles.“

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