Abschied: Ursula Kaminski-Heier (2. v. r.) hat neben diesem Blumenstrauße von Schulrätin Ute Bicker (2. v. l.), die auch die Abschiedsurkunde mitgebracht hat, viele weitere bekommen. Bürgermeister Dirk Becker hat ebenso viele lobende Worte gefunden wir Konrektorin Claudia Hädrich (l.). Sie wird die Nachfolge als Schulleiterin zeitnah übernehmen. - © Karin Prignitz
Abschied: Ursula Kaminski-Heier (2. v. r.) hat neben diesem Blumenstrauße von Schulrätin Ute Bicker (2. v. l.), die auch die Abschiedsurkunde mitgebracht hat, viele weitere bekommen. Bürgermeister Dirk Becker hat ebenso viele lobende Worte gefunden wir Konrektorin Claudia Hädrich (l.). Sie wird die Nachfolge als Schulleiterin zeitnah übernehmen. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Schulleiterin Ursula Kaminski-Heier verabschiedet

Die gebürtige Bielefelderin wechselt nach zehn Jahren als Rektorin des Grundschulverbundes Lipperreihe-Südstadt in den Ruhestand

Karin Prignitz

Oerlinghausen. Schon bevor Ursula Kaminski-Heier ihre Rede am allerletzten Schultag beendet hatte, knallte in der Aula der Grundschule Lipperreihe gleich neben den Häppchen ein Sektkorken. Ganz so eilig hatte es die 64-Jährige aber nicht. Denn diesen besonderen Tag in ihrem Leben wollte sie vor allem nutzen, um vielen Menschen, die sie in ihrem bewegten Schulleben begleitet und inspiriert hatten, Dank zu sagen. Als sich die gebürtige Bielefelderin vor zehn Jahren entschloss, sich noch einmal einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen, musste der Verbund der beiden Grundschulen in Lipperreihe und der Südstadt umgesetzt werden. Seither stand die Südstadtschule immer wieder auf der Kippe, und Ursula Kaminski-Heier muss sich manchmal wie eine Insolvenzverwalterin gefühlt haben. „Dass der Verbund bis heute am Leben geblieben ist, das ist nicht selbstverständlich“, sagte sie, und Schulrätin Ute Bicker nickte zustimmend. Der Neubau einer modernen Grundschule am Standort Südstadt, verbunden mit der Einzügigkeit in Lipperreihe und einer Nutzung des Gebäudes für Jung und Alt, auch diese politische Entscheidung fiel in die Zeit der Schulleitung von Ursula Kaminski-Heier. „An Lipperreihe hängt mein Herz“, sagt sie, „aber es freut mich auch, dass neu gebaut wird“, denn die Ausstattung von Schule sei ein wichtiges Element für die Kinder. Der Neubau in der Südstadt sei „ein großer Wurf, der für Modernität und Neuanfang steht“. Leider werde sie diesen Weg nun nicht mehr beeinflussen können, „aber ich werde von außen drauf gucken“, versicherte Ursula Kaminski-Heier. Dass die Verbundschule sich so positiv entwickelt habe führte die 64-Jährige, die zur Abschiedsfeier von ihrem Mann und den beiden Töchtern mit ihren Partnern begleitet wurde, auf gut ausgebildete Lehrkräfte und Referendare zurück.Neue Ideen – neue Konzepte „Sie haben immer wieder für neue Ideen und Konzepte gesorgt.“ Der besondere Dank ging an Konrektorin Claudia Hädrich, die zeitnah die Nachfolge als Schulleiterin antreten wird. „Ich hatte schon bei unserer ersten Begegnung das Gespür, dass Du ein absolutes Talent für diese verantwortungsvolle Stelle bist“, sagte Kaminski-Heier. Die 60-Jährige war trotz Krankheit zur Abschiedsfeier gekommen. „Du hast viel in den letzten Jahren bewegt“, sagte Hädrich mit heiserer Stimme in Richtung von Ursula Kaminski-Heier. Und eines hob sie auch hervor: „Ohne Dein unermüdliches Ermutigen, mich auf den Weg Richtung Schulleitung zu begeben, stände ich jetzt nicht hier.“ Schulrätin Ute Bicker erinnerte an die vielen Schul-Stationen von Ursula Kaminski-Heier, zu denen allein drei Rektorenstellen gehörten. Bürgermeister Dirk Becker verglich all die vielen Menschen, die das Schulleben bereichern, mit einem Sack Flöhe, den es zu bändigen gelte und lobte: „Sie haben dieses Kunststück vollbracht.“ Eine Schule an zwei Standorten zu organisieren, „das haben Sie bis heute in hervorragender Weise mit dem Kollegium geschafft“. Nur wenige Schulleiter dürften auf ein so bewegtes Schulleben zurückblicken, da war sich Dirk Becker sicher. Eines habe Ursula Kaminski-Heier besonders ausgezeichnet. Sie habe sich besonders für die Belange der Kinder und vor allem für deren Förderung eingesetzt. Von den Vertretern der Eltern und der Fördervereine beider Standorte gab es einen Kompass „als Symbol dafür, dass Sie jederzeit den Weg zurückfinden“, sagte Dennis Thon. Die Streicherkinder des Musikvereins Oerlinghausen der Klassen 3 und 4 hatten gleich zu Anfang gespielt, die Klasse 4 B trommelte für Ursula Kaminski-Heier und ihre Kollegen. Die hatten zur Melodie von „Über den Wolken“ ein Abschiedslied für sie einstudiert und sangen „Uschi verlässt uns.“ Aber wenn die neue Schule in der Südstadt steht, dann ist sie bei der Einweihung auf jeden Fall dabei.

realisiert durch evolver group