Wird bald weniger angefahren: Der Bahnhof in Oerlinghausen. - © Martin Düsterberg
Wird bald weniger angefahren: Der Bahnhof in Oerlinghausen. | © Martin Düsterberg

Oerlinghausen / Leopoldshöhe Ersatzbus soll die B66 möglichst meiden

Bahnfahrer müssen sich in den kommenden zwei Jahren auf einiges einstellen. Züge nach Bielefeld fahren seltener und zu anderen Zeiten

Martin Hostert

Oerlinghausen / Leopoldshöhe. „Es gibt noch einiges nachzudenken“, „wir haben Abstimmungsbedarf“ – so und ähnlich lauteten gestern die Stellungnahmen der Politiker im Kreisverkehrsausschuss. Die vom nächsten Juni an zu erwartenden großen Einschränkungen im Zugverkehr nach Bielefeld werfen viele Fragen auf. Wie berichtet, baut die Bahn in Bielefeld den Bahnhof um, so dass nur ein Zug pro Stunde in Bielefeld Richtung Lippe abfahren kann und umgekehrt. 2019 wird es dank einer Brückenrenovierung in Lage noch enger, dann wird die Zuckerstadt nahezu komplett vom Zugverkehr abgeschnitten. Hauptthema am Dienstag war der erste Bauabschnitt. „Die Bauarbeiten sind nicht wegzudiskutieren“, stellte Nils Werner vorm Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe klar. Nun gehe es darum, Ausgleiche zu schaffen – etwa mit einem Ersatzbus Detmold – Oerlinghausen/Altstadt – Bielefeld-Sieker."Wir bekommen keinerlei Auskunft" Für die FDP wollte der Leopoldshöher Hermann Graf von der Schulenburg wissen, ob denn an die Baustelle der B66 gedacht worden sei. „Klar. Aber wir bekommen leider keinerlei Auskunft von Straßen.NRW, was dann wann genau dort passiert“, sagte Werner. Es sei auch nicht abzusehen, wie der Verkehr sich während der Bauarbeiten verteile. „Wir stochern da im Nebel.“ Nach dem Stand der Dinge wird der Ersatzbus allerdings nicht über die Bundesstraße fahren, sondern südlich über Währentrup nach Oerlinghausen. Diese Strecke sei schon testweise mit Bussen abgefahren worden. In jedem Fall werde Bielefeld indes von Detmold aus per Bahn via Herford mit Umstieg dort schneller zu erreichen sein als mit dem Ersatzbus. Da die Züge später als jetzt fahren werden, funktionierten die Busanschlüsse etwa in Helpup und Lemgo nicht mehr, sagte Achim Oberwöhrmeier, Geschäftsführer der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe. Wie von der Schulenburg blickte auch Jürgen Hachmeister (Grüne) daraufhin auf die zu erwartenden Probleme im lippischen Westen. „Die zehn Minuten tun uns sehr weh. Die Fahrgäste müssen 50 Minuten auf den Bus warten.“ Werner versprach, dass die Fahrplanänderungen auf allen Kanälen rechtzeitig und detailliert bekanntgegeben würden. Auch über einen Ausgleich für die Fahrgäste werde nachgedacht. „Wir halten Sie auf dem Laufenden und müssen das jetzt klären. Die Zeit bis Juni drängt.“

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