Leopoldshöhe/Oerlinghausen Lipper Kaffee hilft Mexikos Bauern

Wolfgang Brechmann engagiert sich seit Jahren für fair gehandelte Bohnen

Wolfgang Brechmann setzt sich ehrenamtlich für eine südmexikanische Kaffee-Kooperative ein. Der fair gehandelte Kaffee ist als Oerlinghauser-, Lagenser- oder Lipper-Kaffee in verschiedenen regionalen Geschäften zu haben. - © FOTO: HEIDI STOR
Wolfgang Brechmann setzt sich ehrenamtlich für eine südmexikanische Kaffee-Kooperative ein. Der fair gehandelte Kaffee ist als Oerlinghauser-, Lagenser- oder Lipper-Kaffee in verschiedenen regionalen Geschäften zu haben. | © FOTO: HEIDI STOR

Leopoldshöhe/Oerlinghausen. Das Lieblingsgetränk der Deutschen ist Kaffee. Doch weltweit herrschen teils menschenunwürdige Arbeitsbedingungen auf Kaffeeplantagen. Darum unterstützt Wolfgang Brechmann mit viel Einsatz Fair-Trade-Projekte.

Der Asemisser geht sogar noch einen Schritt weiter und engagiert sich ehrenamtlich für ein Kooperationsprojekt zwischen der Diözese Paderborn, der Traditionsrösterei Langen und zahlreichen Kaffeebauern des südmexikanischen Hochlandes. "Wir kennen die dortigen Kaffeebauern seit vielen Jahren persönlich", erzählt er bei einem Besuch in der christlichen Buchhandlung in Schötmar.

Als vor 20 Jahren, während der Kaffeekrise, ein Hilferuf aus Mexiko kam, leisteten Mitglieder der Kolpingfamilie Hilfe zur Selbsthilfe. Sie gründeten die Kaffee-Kooperative "J‘Amteletic" in dem Dorf Majoval. "Dort wurde zunächst die Kaffeequalität verbessert", erinnert sich Brechmann, der zuletzt vor zwei Jahren vor Ort war.

Die Ernte erstreckt sich über etwa drei Monate. Alle ein bis zwei Wochen werden die reifen Kaffeekirschen von Hand geerntet, sortiert und getrocknet. "Früher wurden diese Arbeiten häufig von Kindern verrichtet, heute gehen alle Kinder unserer Kaffeebauern zur Schule", freut sich der Asemisser.

Heute produzieren etwa 70 Kleinbauern-Familien der Kaffeegenossenschaft feinsten Hochlandkaffee – bio und fair zertifiziert. Damit hatte die Kooperation zwar Kaffee, aber noch keine Absatzquellen. "Um in einer überschaubaren Größenordnung zu bleiben, kauften wir zunächst 17 Tonnen Kaffeebohnen und verschifften sie nach Deutschland, wo sie nach traditionellen, handwerklichen Verfahren in der Trommel geröstet wurden", erinnert sich Brechmann. Anfangs wurde dieser Kaffee nur an Mitglieder der Kolpingfamilie verkauft. "Doch ich wollte, dass ihn jeder kaufen kann", betont der ehemalige Kaufmann.

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Des Königs Kaffee


Einer Anekdote zufolge soll der schwedische König Gustav III in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein Experiment zur gesundheitlichen Wirkung des Kaffeekonsums durchgeführt haben. In einem Versuch wollte er beweisen, dass Kaffee schädlicher ist als Tee. Dazu begnadigte er zwei zum Tode verurteilte Schwerverbrecher. Der eine Proband musste täglich viel Kaffee trinken, der andere viel Tee. Beide überlebten jedoch das Experiment. Tatsächlich sollen sie sogar die überwachenden Ärzte sowie den König überlebt haben.

So erfand er den Lokal-Kaffee, der zunächst als "Oerlinghauser Kaffee" im Reformhaus zu haben war. Durch ein Projekt im Ziegeleimuseum folgte später der "Lagenser Kaffee", und die Lipper Tage in Bad Salzuflen sorgten für die Benennung "Lipper Kaffee". "Das war ein Bombenerfolg, obwohl ich anfangs dafür belächelt wurde", erinnert er sich.

Heute gibt es den Hochlandkaffee an vielen Verkaufsstellen, wie der Helpuper Mühle, den Lippe-Markt oder "In Vino Veritas" in Detmold. Viele Kunden beziehen den Hochlandkaffee direkt bei Wolfgang Brechmann.

Weitere Informationen gibt es unter Tel. (01 71) 7 56 68 53 oder per E-Mail an: brechmannleo@aol.com

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