Vor der neuen Hütte: Gabriele Heinemann (v. l.) und Vera Kessler von Förderverein mit den Streitschlichtern und Susanne Zurheide (2. v. r.) und Schulleiterin Diana Fleer (r.). - © Thomas Dohna
Vor der neuen Hütte: Gabriele Heinemann (v. l.) und Vera Kessler von Förderverein mit den Streitschlichtern und Susanne Zurheide (2. v. r.) und Schulleiterin Diana Fleer (r.). | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Konflikte lösen in der Hütte

Streitschlichter:Seit zehn Jahren gibt es die ausgebildeten Schüler an der Grundschule Asemissen. Ab sofort haben sie einen Unterstand.

Thomas Dohna

Leopoldshöhe. „Wir brauchen eine Hütte“, das haben sich die Streitschlichter der Grundschule Asemissen gedacht. Denn: Immer wenn sie auf dem Schulhof einen Streit zu schlichten hatten, mussten sie sich ein Klassenzimmer suchen und hatten dann den Schulhof nicht mehr im Blick. Schulleiterin Diane Fleer griff die Bitte auf und wandte sich an den Förderverein. Der beschaffte eine Hütte und ließ deren Stellplatz befestigen – pünktlich zum zehnjährigen Bestehen des Streitschlichterprogrammes. Lehrerin Susanne Zurheide ist an der Schule für die Ausbildung der Streitschlichter zuständig. Sobald nach den Sommerferien ein neuer vierter Jahrgang dazukommt, werden Kinder gesucht, die sich über ein halbes Jahr ausbilden lassen wollen. „Ohne sie geht es nicht“, hat die Lehrerin festgestellt. Die zehn ausgewählten Kinder bekommen Verhaltensweisen und Regeln an die Hand, nach denen sie Streit schlichten können. Je einen Schultag pro Woche, jeweils in der ersten und zweiten großen Pause, hat ein zweiköpfiges Streitschlichterteam auf dem Schulhof Dienst. „Wir haben dafür einen Dienstplan“, erklärt Streitschlichterin Alina. Ihre Schulkameradin Melina beschreibt, in welchen Situationen sie eingreifen: „Wenn jemandem etwas weggenommen wird zum Beispiel.“ Oder aber, wenn sich ein Kind verfolgt fühlt oder jemand geschlagen oder schwer beschimpft wird. Wenn die Streitschlichter eine solche Situation beobachten, sprechen sie die betroffenen Schüler an und versuchen das Problem zu klären. Ab sofort können sie zum Schlichten nun in ihre Hütte am Rand des Schulhofes gehen. Dort liegen Formulare für Verträge aus, mit denen die Streitenden ihre Auseinandersetzung beilegen. Außerdem gibt es Formulare für Protokolle und für Einladungen zu Nachbesprechungen, falls das erste Gespräch nicht ausreicht. „Das kommt alles in Ordner“, erläutert Lucie. Zusätzlich wird auch die Lehrerin informiert. „Das Streitschlichterprogramm hat sich pädagogisch sehr bewährt“, betont Susanne Zurheide. Und nach den Sommerferien wird sie den elften Streitschlichterjahrgang ausbilden.

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