Fast ein Heimspiel: Lutz von Rosenberg Lipinsky ist gebürtiger Gütersloher und bekennender Arminia-Fan. Foto: Thomas Dohna - © Thomas Dohna
Fast ein Heimspiel: Lutz von Rosenberg Lipinsky ist gebürtiger Gütersloher und bekennender Arminia-Fan. Foto: Thomas Dohna | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe „Wir lassen es noch einmal so richtig krachen“

Gastspiel: Der Kabarettist Lutz von Rosenberg Lipinsky entlockte dem Publikum in der Aula der Felix-Fechenbach-Gesamtschule viele Lacher – im Rahmen der lippischen Möglichkeiten

Dohna

Leopoldshöhe. Das Reden vom letzten Ende beschäftigt die Menschen seit deren Gedenken. „Bedenke Deinen Tod“ ist den siegreichen Triumphatoren bei ihrem Zug durch Rom ständig ins Ohr geflüstert worden. Der Kabarett ist Lutz von Rosenberg Lipinsky widmete sich bei seinem Auftritt in der ausverkauften Aula der Felix-Fechenbach-Gesamtschule in seinem Programm „Wir werden alle sterben! – Panik für Anfänger“ auf spitz-humorige Weise ebenfalls dem Ende des Lebens. Der Titel seines Programms, so hat es von Rosenberg Lipinsky festgestellt, rührt in den Menschen etwas an. Es laufe besonders gut in Kurorten, sagt er. In Bad Wörishofen habe die Kurdirektorin die Plakate abgehängt, weil die zumeist älteren Gäste meinen könnten: „Das hat doch alles keinen Sinn.“ Aber es könne doch auch so gehen, sagte von Rosenberg Lipinsky: „Wir lassen es noch einmal so richtig krachen.“ Er betrachtete die Seelenlage der Deutschen. Die nähmen ausschließlich negative Nachrichten wahr. Sogar gute Nachrichten würden nicht mehr wahrgenommen – oder ins Negative gedreht. Allerdings seien die Deutschen selbst für den Weltuntergang zu pessimistisch. „Das klappt doch sowieso nicht.“ Auf die Frage und die darauffolgende Antwort, welches Volk das beliebteste der Welt sei, nämlich die Deutschen, trat Stille und Betroffenheit ein. Eine Frau aus dem Publikum widersprach. „Das ist immer so“, sagte von Rosenberg Lipinsky – Stille, Betroffenheit, Widerspruch.„Mehr Muslime nach Mecklenburg-Vorpommern“ Er nahm das Fußball-Sommermärchen 2006 aufs Korn. Zur Beeinflussung des Schiedsrichters sei dem DFB wohl das Geld ausgegangen. Für die Pegida-Bewegung hatte von Rosenberg Lipinsky Bissiges im Angebot: Sie bestehe vor allem aus älteren Herren, die montags im Kreis laufen, es sei also eher eine Prostagida. „Wir haben ein Wiedervereinigungsproblem“, sagte der Kabarettist und forderte eine Konfrontationstherapie: „Mehr Muslime nach Mecklenburg-Vorpommern.“ Von Rosenberg Lipinsky diagnostizierte Hysterie, nicht Angst. Hysterie komme von innen, bei Angst habe man die Möglichkeit, sich zu wehren oder fortzulaufen. Aber wenn dort niemand sei, könne man nicht fortlaufen, also Hysterie. Das Publikum ging mit, lachte und freute sich über die Spitzen des Kabarettisten, wenn auch im Rahmen der lippischen Möglichkeiten – wie Lutz von Rosenberg Lipinsky feststellte.

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