Halten einen stationären Blitzer für sinnvoll: Udo Wichter (l.) und Reinhard Becker halten die Kurve der Heeper Straße am Fillies-Gelände in Höhe des Grenzweges für gefährlich. Sie fordern mehr Kontrollen. - © Foto: Thomas Dohna
Halten einen stationären Blitzer für sinnvoll: Udo Wichter (l.) und Reinhard Becker halten die Kurve der Heeper Straße am Fillies-Gelände in Höhe des Grenzweges für gefährlich. Sie fordern mehr Kontrollen. | © Foto: Thomas Dohna

Leopoldshöhe Ärger an der Heeper Straße

Fillies-Kurve: Anwohner beklagen häufige Unfälle, Verkehrsverstöße und zu schnelles Fahren in Höhe des Grenzweges. Sie fordern eine Entschärfung des Gefahrenpunktes zwischen Asemissen und Bechterdissen. CDU schlägt eine Verkehrsinsel vor

Thomas Dohna

Leopoldshöhe. Reinhard Becker hat die Nase voll. Zum wiederholten Mal ist ein Autofahrer in seiner Hecke gelandet. Becker wohnt an der Heeper Straße, gleich gegenüber der Einmündung zum Grenzweg. Er möchte, dass Kreis und Polizei diese Stelle entschärfen. Udo Wichter unterstützt ihn dabei. Der Fahrlehrer beobachtet nach eigenen Angaben täglich, dass hier oft zu schnell über die schraffierte Fläche gefahren und das Stoppschild missachtet wird. Die Beschädigungen der vergangenen zwei Unfälle sind an Beckers Hecke noch zu sehen: abgebrochene Äste und abgeschabte Rinde. "Vor Jahren ist einmal einer durch die Hecke durch und zwei Meter vor meinem Haus stehengeblieben", erzählt Reinhard Becker. Der habe sich noch beschwert, dass Becker ihm nicht geholfen habe, das Auto wieder auf die Straße zu bringen. Autofahrer schätzen Geschwindigkeit falsch ein Immer wieder kämen Autofahrer in der Kurve in Schwierigkeiten, weil sie zu schnell führen. Er und Wichter fordern mehr Kontrollen und einen stationären Blitzer, da wo die Bebauung an der rechten Straßenseite in Richtung Bechterdissen anfängt. Beide machen sich auch Sorgen, wie sich die Situation entwickelt, stehen erst einmal die neuen Siedlungen an der Ecke Grenzweg und auf dem Fillies-Gelände. Die Heeper Straße ist eine Kreisstraße. Für die Kreispolizei ist die Stelle kein Unfallschwerpunkt. Eine Unfallhäufungsstelle liege vor, wenn sich an einer Kreuzung oder Einmündung oder an einem bestimmten Abschnitt entweder innerhalb eines Jahres drei Unfälle mit Verletzten des gleichen Typs oder innerhalb von drei Jahren drei Unfälle mit schweren Verletzungen, also mit Krankenhausaufenthalt oder Tod, unabhängig vom Typ ereignet haben, teilt Polizeisprecher Uwe Bauer mit. Solche Unfälle habe es dort nicht gegeben. Die Polizei habe in den Jahren 2015 bis 2017 an der Einmündung Heeper Straße/Grenzweg einen Auffahrunfall ohne Verletzte registriert. "Dazu ist Anfang dieses Jahres noch ein weiterer Unfall mit Blechschaden gekommen, der auf mangelnde Verkehrstüchtigkeit zurückzuführen ist", berichtet Uwe Bauer. Weitere Unfälle habe es in Höhe des Fußgängerüberwegs gegeben. Im weiteren Verlauf hinter der Einmündung Grenzweg in Richtung Hauptstraße, nämlich in der relativ scharfen Kurven, kam es im Dezember zu einem Unfall im Begegnungsverkehr, bei dem nach derzeitigem Ermittlungsstand ein Lkw-Fahrer das Rechtsfahrgebot missachtet habe. Die Polizei werde an der Heeper Straße weiter die Geschwindigkeiten messen. "Die Ergebnisse waren bislang nicht auffällig", stellt Uwe Bauer fest. Udo Wichter hat das beobachtet: "Die müssen sich versteckt hinstellen und die Leute bezahlen lassen", fordert er. Nach der Sanierung der Straße hatte der Kreis zunächst Tempo 100 erlauben wollen, dann Tempo 70 angesetzt und schließlich Tempo-50-Schilder aufstellen lassen. Dennoch werde ständig zu schnell in den Ort hinein- und hinausgefahren, das beobachten die Anwohner. Der Kreis hat nach eigenen Angaben zuletzt im Herbst verdeckt die Geschwindigkeiten gemessen. "Hierbei konnten Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt werden", berichtet eine Sprecherin. Die Verkehrsbehörde habe beschlossen, im Bereich Grenzweg zwei Messstellen einzurichten. Seitdem habe es neun Messeinsätze gegeben. Die Anzahl der Verstöße sei rückläufig. Der Kreis sei bemüht, weitere Messstellen zu definieren, um prüfen zu können. Außerdem habe man die Markierung im Einmündungsbereich so geändert, dass die Haltelinie in die Heeper Straße hineinragt, um eine bessere Sicht nach links zu ermöglichen. Zusätzlich habe die Gemeinde Leopoldshöhe einen Verkehrsspiegel installiert. "Das nutzt alles gar nichts", sagt Anwohner Becker. Die Autofahrer missachteten das Stoppschild weiterhin. Wenig Hoffnung macht der Kreis auf einen stationären Blitzer. Eine Überwachungsanlage werde nur an Unfallhäufungsstellen eingesetzt. Durch die neuen Siedlungen werde sich die Verkehrsbelastung der Kreisstraße nur unwesentlich verändern. "Aber die Ausfahrt für die Fillies-Siedlung gegenüber dem Grenzweg ist gefährlich", sagt Reinhard Becker. Über den Bebauungsplan habe die Gemeinde entschieden, heißt es seitens des Kreises. Die hält den Unterlagen zum Bebauungsplan zufolge die Einfahrt für ungefährlich. Es reiche, wenn die Sichtfenster nach links und rechts groß genug sind. CDU fordert eine Verkehrsinsel auf der Heeper Straße Die Beschwerden hat nun die CDU-Fraktion im Gemeinderat aufgegriffen. Sie stellt den Antrag, eine Verkehrsinsel auf die Heeper Straße bauen zu lassen. So könnten die gefahrenen Geschwindigkeiten verringert werden. Außerdem möchte sie erreichen, dass die Straße in Höhe der Einmündung zum Hasenweg optisch verengt wird. Anlässlich einer Geschwindigkeitsmessung der Gemeinde hätten die Anwohner Geschwindigkeiten bis 100 Kilometer in der Stunde beobachtet.

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