Betroffen: Heike Pröpper sitzt mit ihrem Dogo Argentino auf einer Bank. Der Hund gehört nach den Bestimmungen des Landeshundegesetzes zu den „bestimmten Rassen“, die vor Sachverständigen eine Wesensprüfung ablegen müssen. Foto: agentur tat - © Thomas Dohna
Betroffen: Heike Pröpper sitzt mit ihrem Dogo Argentino auf einer Bank. Der Hund gehört nach den Bestimmungen des Landeshundegesetzes zu den „bestimmten Rassen“, die vor Sachverständigen eine Wesensprüfung ablegen müssen. Foto: agentur tat | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Hundebesitzer sollen mehr zahlen

Neue Satzung: Ein Entwurf sieht vor, dass das Halten der Vierbeiner in Leopoldshöhe teurer wird. Bestimmte Rassen müssen einen Wesenstest bestehen

Thomas Dohna

Leopoldshöhe. Es geht um 7.000 Euro für die Gemeindekasse, mehr als 400 Euro Steuern für Besitzer besonderer Hunde und um eine Prüfung vor dem Kreisveterinär – und um die neue Hundesteuersatzung der Gemeinde. Mit der werden Hundehalter zur Kasse gebeten, vor allem Besitzer bestimmter Rassen. Rüdiger Freudenberg und Heike Pröpper besitzen einen Dogo Argentino. Mailo heißt der weiße Hund, dessen Schulter etwas über das Knie eines Erwachsenen reicht. Nach dem Landeshundegesetz gehört die Rasse zu den besonderen Hunden und muss eine Wesensprüfung ablegen. „Die Rasse ist zur Jagd auf Jaguare in Argentinien gezüchtet worden und relativ schmerzunempfindlich“, sagt Rüdiger Freudenberg. Das mache die Tiere für illegale Hundekämpfe interessant – was zur Einstufung als besonderer Hund führte.Ursprünglicher Verwendungszweck ist die Jagd auf den Jaguar Die Anhebung und Neuordnung der Hundesteuer in der Gemeinde soll mit jährlich rund 7.000 Euro den Haushalt stützen. Für jeden Hund wird eine Steuer erhoben. Bislang unterschied die Hundesteuersatzung nur, ob ein oder mehrere Hunde in einem Haushalt gehalten werden. Nun kommen Kategorien für gefährliche Hunde hinzu. Kämmerer Uwe Aust hält sich dazu an die Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes, die in den Paragrafen 3 und 10 des Landeshundegesetzes genannte Hunde als „gefährliche Hunde“ zusammenfasst. Die können eine Steuerermäßigung bekommen, wenn sie eine Wesensprüfung bestehen. Nach dem Satzungsentwurf müssen alle Hunde zum Kreisveterinär. Im Landeshundegesetz werden nur die Besitzer von „gefährlichen Hunden“ zum Veterinär gebeten, die anderen, die sogenannten „bestimmten Rassen“, können auch von einem Sachverständigen geprüft werden. Heike Pröpper und Rüdiger Freudenberg möchten nun erreichen, dass sich wenigstens diese Differenzierung auch in der Satzung wiederfindet. Lieber hätten sie noch, dass die Gemeinde auf die neue Steuerklasse verzichtet.Auch Pitbulls, Mastiffs und Rottweiler müssen zum Wesenstest Während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses überreichte Rüdiger Freudenberg daher eine Unterschriftenliste, die sein Anliegen unterstützt. Doch darüber hinaus wird es mit der Vorlage von Kämmerer Aust für alle Hundebesitzer teurer: Wer einen Hund hat, soll in Zukunft statt 60 Euro 65 Euro pro Jahr zahlen müssen. Zwei Hunde kosten 80 Euro statt 72 Euro pro Tier. Wer mehr als zwei Hunde besitzt, soll 100 Euro statt 84 Euro pro Tier zahlen. Deutlich teurer wird es für Besitzer von gefährlichen Hunden wie Pitbull-Terrier, Mastiff oder Rottweiler – soweit sie den Wesenstest nicht bestanden haben. Für einen solchen Hund sollen am 1. Januar 300 Euro statt 60 Euro fällig werden, bei zwei und mehr Tieren 425 Euro pro Tier. Zurzeit gebe es sieben Tiere in der Gemeinde, die unter die neue Regelung fallen, eines davon habe die Wesensprüfung bisher nicht bestanden, sagte Aust. Die Grünen wollen die neue Satzung mittragen. Hermann Graf von der Schulenburg von den Liberalen allerdings weist daraufhin, dass etwa 50 Prozent der Hunde, die ohne Leine durch seine Wälder laufen, Wild hetzten und damit eigentlich als „gefährliche Hunde“ im Sinne des Landeshundegesetzes als auch der Hundesteuersatzung gelten müssten. Auf Anregung der Grünen soll über den Satzungsentwurf jetzt im Rat befunden werden. Der Rat tagt am Donnerstag, 14. Dezember, im großen Saal im Rathaus. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr.

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