Lemgo Landesverband Lippe bangt um seine Existenz

Für viele Bürger ist er ein unbekanntes Wesen

Landesverband Lippe 

bangt um seine Existenz - © Lemgo
Landesverband Lippe
bangt um seine Existenz | © Lemgo

Lemgo. Die Menschen in Lippe gelten als ein besonderes Völkchen. Fleiß, Sparsamkeit und Stolz werden ihnen häufig nachgesagt. In NRW genießen die Lipper mit ihrem Landesverband eine Sonderstellung. Aber wie lange noch?

Der 21. Januar 1947 gilt als sehr wichtiger Tag in der lippischen Geschichte. An diesem Tag verlor Lippe, das zuvor acht Jahrhunderte lang ein Fürstentum gewesen war, seine staatliche Selbstständigkeit und wurde (der dritte) Teil des Landes Nordrhein-Westfalen. Knapp zwei Jahres später wurde die Vereinigung im Düsseldorfer Landtag besiegelt und gleichzeitig auch das Gesetz über die Errichtung des Landesverbandes Lippe (LVL) beschlossen.

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Wer heute einen Bürger außerhalb Lippes nach solchen historischen Fakten fragt, der wird wohl nur ein Schulterzucken ernten. Der Landesverband Lippe ist für die meisten ein ziemlich unbekanntes Wesen geblieben. Um das komplexe Gebilde zu erklären, muss man sich vergegenwärtigen, dass dem LVL seinerzeit das ehemals fürstliche Vermögen übertragen wurde. Es umfasst 3.400 landwirtschaftliche und 16.000 Hektar forstwirtschaftliche Flächen sowie Burgen, Schlösser und Mühlen, Kiesgruben und Teiche, zwei Studentenwohnheime, etliche renommierte kulturelle Einrichtungen und das Staatsbad in Bad Meinberg.

2,8 Millionen aus der Rücklage

Gesetzliche Aufgabe des LVL ist es, dieses Vermögen zu bewahren und mit seiner Bewirtschaftung nicht nur die eigenen Verwaltungskosten zu decken, sondern auch die kulturellen Belange und "die Wohlfahrt" der Lipper zu fördern. Schöne Ziele, aber mancher fragt sich, ob sie in Zukunft noch zu erreichen sind.
Wie bereits in früheren Jahren, so wies der Haushalt des LVL auch 2011 ein Millionendefizit auf. 2,8 Millionen Euro mussten 2011 aus der Rücklage genommen werden, in diesem Jahr soll nach den Plänen von Kämmerin Kerstin Haarmann bei einem Haushaltsgesamtvolumen von 47 Millionen Euro das Minus am Ende "nur" noch 1,6 Millionen Euro betragen. Der LVL lebe "von der Substanz".

Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann - © FOTO: ANDREAS ZOBE
Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann | © FOTO: ANDREAS ZOBE

Um das Vermögen "vor weiterem Werteverzehr zu bewahren, dürfen langfristig die Ausgaben des LVL nicht die Einnahmen übersteigen". Diese Forderung ist zu Haarmanns Mantra geworden. Die Kämmerin, die ein grünes Parteibuch hat und auch kritischen Fragen gegenüber aufgeschlossen ist, weiß, dass die Situation sehr angespannt ist. Selbst in Lippe mehren sich Stimmen, die die Existenz des LVL in Frage stellen und seine Funktionen auf den Kreis übertragen möchten, weil dies viel billiger wäre.

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