Der ehemalige FDP-Bundestagskandidat Markus Schiek aus Lemgo soll 15.000 Euro zahlen. - © picture alliance / dpa
Der ehemalige FDP-Bundestagskandidat Markus Schiek aus Lemgo soll 15.000 Euro zahlen. | © picture alliance / dpa

Lemgo Kinderpornos: Politiker aus Lemgo will Geldstrafe reduzieren

Der ehemalige FDP-Bundestagskandidat Markus Schiek aus Lemgo soll 15.000 Euro zahlen

Erol Kamisli

Lemgo. Wegen des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischen Bildern soll der ehemalige FDP-Bundestagskandidat Markus Schiek aus Lemgo 15.000 Euro (150 Tagessätze zu je 100 Euro) Strafe zahlen. Der 50-Jährige hat jedoch Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. „Wir wollen eine Reduzierung des Strafbefehls auf 80 Euro. Damit würde die Summe um 3.000 Euro auf 12.000 Euro sinken", erklärt Schieks Rechtsanwalt, der Bielefelder Jurist Holger Rostek, gegenüber der Lippischen Landeszeitung. Öffentliche Hauptverhandlung, wenn sich die Parteien nicht einigen Einigen sich die Parteien nicht, wird sich Schiek am 8. Mai ab neun Uhr vor dem Amtsgericht Lemgo in einer öffentlichen Hauptverhandlung verantworten müssen, erklärt die Direktorin des Amtsgerichts, Petra Borgschulte. „Der gesamte Fall mit allen unappetitlichen Einzelheiten wird dann aufgerollt", ergänzt der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter. Wenn Schiek dem Strafbefehl, in welcher Höhe auch immer, akzeptiert, ist er nach Angaben von Vetter wegen des Besitzes und der Verbreitung von kinder- und jugendpornografischer Schriften vorbestraft. Vetter zeigt sich von der Entwicklung des Falls überrascht, da die Höhe des Strafbefehls mit Rechtsanwalt Rostek abgestimmt worden sei. „Die Tagessätze sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern orientieren sich an dem Einkommen von Markus Schiek." Hinweise aus den USA führten zu Schiek Schiek soll 2016 kinder- und jugendpornografische Bilder in einem Chat hochgeladen, mit anderen Nutzern geteilt und damit sämtlichen Chatteilnehmern zur Verfügung gestellt haben. Die Ermittler sind dank eines Hinweises aus den USA auf das Bildmaterial von Schiek aufmerksam geworden. Die Detmolder Staatsanwaltschaft ermittelte mehrere Monate gegen den Finanzwirt, der Vize-Vorsitzender der FDP in OWL, Kreisverbandschef der Liberalen im Kreis Lippe und Kandidat für die Bundestagswahl 2017 war. Anfang März vergangenen Jahres hatte die Polizei das Büro und das Wohnhaus von Schiek in Lemgo durchsucht. Dabei wurden laut Staatsanwaltschaft auf seinen privaten Rechnern und Speichermedien mehr als 250 belastende Bilddateien gefunden. „Wobei es sich überwiegend um sogenannte Jugendpornografie gehandelt hat", erklärt Vetter. Zudem entdeckten die Ermittler 21 Dateien mit pornografischen Abbildungen von Kindern. Die Ermittlungen waren bekanntgeworden, nachdem Schiek im Mai 2017 seine Kandidatur für die Bundestagswahl zurückgezogen und als Begründung angegeben hatte, die Staatsanwaltschaft führe ein Ermittlungsverfahren gegen ihn.

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