Zumtobel-Pressekonferenz: (v. r.) der neue Werksleiter Markus Kronenwett, Stefan Tschol (Finance Director Global Operations in der österreichischen Firmenzentrale) und Unternehmenssprecherin Astrid Kühn-Ulrich. - © Jens Rademacher
Zumtobel-Pressekonferenz: (v. r.) der neue Werksleiter Markus Kronenwett, Stefan Tschol (Finance Director Global Operations in der österreichischen Firmenzentrale) und Unternehmenssprecherin Astrid Kühn-Ulrich. | © Jens Rademacher

Lemgo Neuer Leiter für Zumtobel in Lemgo

Kaltenborn geht, Kronenwett kommt

Jens Rademacher

Lemgo. In der laufenden Diskussion um den Abbau von 70 Arbeitsplätzen bekommt das  Lemgoer Zumtobel-Werk einen neuen Chef. Markus Kronenwett folgt ab sofort auf Ulrich Kaltenborn als Leiter des Standorts. Das hat das Unternehmen am Dienstagnachmittag bekanntgegeben, an der Kaltenborn nicht teilnahm. Das Unternehmen will im laufenden Geschäftsjahr in Lemgo 70 Arbeitsplätze streichen. Die Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft würden ohne Verzögerung fortgesetzt, hieß es. Kaltenborn hatte vor drei Jahren die Werksleitung in Lemgo übernommen. Er scheide auf eigenen Wunsch wegen der großen persönlichen Belastung in den vergangenen Wochen aus, sagte Stefan Tschol, der aus der Firmenzentrale im österreichischen Dornbirn angereist war. "Wir bedauern das Ausscheiden sehr", sagte er.An mehreren Schließungen beteiligt Kaltenborns Nachfolger ist 49 Jahre alt und war bei der Zumtobel-Gruppe bislang Leiter von vier Komponentenwerken. Erich Koch, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Lippe, wertete den Wechsel an der Spitze als Zeichen dafür, dass der Vorstand den Standort Lemgo offenbar "Schritt für Schritt schwächen" wolle. Kronenwett sei den Arbeitnehmervertretern vor wenigen Wochen als "Unterstützer" vorgestellt worden und als jemand, der bereits einige Werke geschlossen habe. Auf Nachfrage erklärte das Unternehmen, Kronenwett sei an der Schließung eines Werks in der Schweiz beteiligt gewesen. Deshalb brauche aber keine Unruhe auszubrechen: "Er hat genug Erfahrung, Werkstandorte erfolgreich aufzustellen."Standortgarantie gibt es nicht Für die Gespräche über den Personalabbau gibt es laut Zumtobel-Pressesprecherin Astrid Kühn-Ulrich einen Termin: Montag, 13. April. Die Zumtobel-Verantwortlichen betonten, man verhandele über den Abbau von 70 Arbeitsplätzen im nächsten Geschäftsjahr. Kühn-Ulrich sagte aber auch, es werde einen "zweiten Schritt" geben, in dem es darum geht, "welche Rolle der Standort Lemgo im globalen Wettbewerb" spiele. Eine Standortgarantie wollten Kronenwett nicht geben. Wie berichtet, befürchtet die IG Metall den Abbau von bis zu 370 Stellen. Mit Bezug darauf sagte Kühn-Ulrich, es sei "unglücklich" gewesen, dass ein "internes Ideenpapier" den Weg nach draußen gefunden habe. "Das Papier ist völlig irrelevant."

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