Kalletal Cajus Julius Caesar im Porträt: Ein Politiker mit antikem Namen

Der Bundestagsabgeordnete wird am 22. Januar 65 Jahre

Kalletal. Sein Entschluss steht fest: Im Herbst 2017 wird der CDU-Bundestagsabgeordnete Cajus Julius Caesar nicht wieder für das deutsche Parlament kandidieren. Am 22. Januar feiert der lippische Politiker seinen 65. Geburtstag. Zugleich ist er auch seit 15 Jahren Abgeordneter in Berlin.

Handball-Fan: Den Schal des TBV Lemgo trägt Cajus Julius Caesar gern. - © Privat
Handball-Fan: Den Schal des TBV Lemgo trägt Cajus Julius Caesar gern. | © Privat

Ein potenzieller Nachfolger Caesars könnte Heinrich Zertik sein, der im September 2013 über die Reserveliste erstmals in den Bundestag eingezogen ist. Zertik wohnt im lippischen Schieder-Schwalenberg und war von Caesar als Kandidat für den Wahlkreis Lippe I vorgeschlagen worden.

Im Hinblick auf seine politische Arbeit in Berlin erinnert sich Caesar gern an die Stunden, in denen er als Haushaltsausschussmitglied die Möglichkeit hatte, sich direkt mit der Kanzlerin über einen längeren Zeitraum an einem Tisch bei einem Glas Rotwein auszutauschen.

Stolz ist Caesar auch, dass im Bundeshaushalt auf seine Initiative hin jährlich 100 Millionen Euro für den vorbeugenden Hochwasserschutz eingeplant sind. Er freut sich über das Miteinander von Wirtschaft, Landwirtschaft und Umweltschutz, um dem Wasser mehr Raum zu geben.

Für Lippe hat sich Cajus Caesar immer starkgemacht. Gern hat er Gelder organisiert, mit denen Kirchen restauriert oder Ausgrabungen an der Falkenburg finanziert worden sind. „Ich freue mich, wenn ich für unser Lipperland was bewegen kann und den ehrenamtlichen Einsatz belohnen kann", betont Caesar.

Das Ehrenamt ist für Cajus Caesar von besonderer Bedeutung. Vor dem Einzug in den Bundestag leistete Caesar über viele Jahre ehrenamtliche Arbeit in politischen Gremien des lippischen Kreistags, als Abgeordneter in der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe sowie in der lippischen Landesverbandsversammlung. Im Jahr 2000 erhielt er für sein Engagement die Freiherr-vom-Stein-Medaille des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe für besondere Verdienste.

Als Caesars Name 1998 bei der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestags aufgerufen wurde, ging damals ein Raunen durch den Saal, und alle Fraktionen klatschten Beifall. Caesar sieht dies heute mit einem Schmunzeln, denn er trägt seinen geschichtsträchtigen Namen mit Stolz, schließlich gehört er zur Familientradition. Auch Vater, Sohn und Enkel tragen den Namen des antiken römischen Feldherrn und Staatsmanns.

Die Frage „Woher haben Sie denn diesen Namen?" wird Caesar oft gestellt. Und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble glaubte ihm erst, als Caesar ihm seinen Personalausweis zeigte. Und wie kam er zu dem Namen? „Meine Eltern tauften mich auf den Namen, den auch mein Vater trägt. Ich bin sozusagen Cajus Julius II. Und auch einen dritten gibt es. Mein ältester Sohn, heute Pilot bei Air Berlin, trägt ebenfalls diesen Vornamen", sagt der Bundestagsabgeordnete.

Der Nachnahme Caesar lässt sich bis zu seinem Vorfahren Ernst Caesar in das Jahr 1750 zurückverfolgen. „Am 26. November 1925 wurde dann mit meinem Vater der erste neuzeitliche Cajus Julius geboren", schmunzelt Caesar und ergänzt: „Ob der römische Feldherr ein Vorfahre ist, kann ich nicht nachweisen, aber auch nicht ausschließen."

Der Beruf des Försters war Cajus Caesar schon in die Wiege gelegt, als er 1951 im Forsthaus von Rinteln geboren wurde. Ganz in Familientradition ist Caesar wie bereits Vater und Großvater Förster geworden. Diesen Beruf hat er bis zu seiner Wahl in den Bundestag über 20 Jahre lang auch ausgeübt.

Im Bundestag tritt Caesar für eine nachhaltige naturnahe Waldwirtschaft ein. Er macht in vielen Facetten auf die große Bedeutung der Wertschöpfungskette Wald und Holz aufmerksam.

Cajus Caesar ist aber auch ein großer Hundefreund. Schon früh absolvierte er die Ausbildung zum Richter für Hundeprüfungen und bildete seine Deutsch-Drahthaar-Hunde (lebhafte, rauhaarige Jagdhunde) selbst aus.

Wenn im Herbst 2017 für Cajus Julius Caesar die Zeit als Bundestagsabgeordneter in Berlin zu Ende geht, wird der dreifache Familienvater sich um seine Waldgrundstücke kümmern und Freundschaften pflegen. Seit 22 Jahren ist er mit seiner Frau Gudrun verheiratet.

Traditionsbewusst: Vier Generationen Cajus Julius Caesar in Kalletal auf einem Familienfoto aus dem Jahre 2009. - © dpa

Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group