Wenn "Emil Mayrisch" durch Lippe dampfte, sicherten Dennis Stemme und Kollegen die Bahnübergänge. - © FOTO: PRIVAT
Wenn "Emil Mayrisch" durch Lippe dampfte, sicherten Dennis Stemme und Kollegen die Bahnübergänge. | © FOTO: PRIVAT

Extertal 72 Jahre alte Dampflok vom TÜV stillgelegt

Das Ende einer Dienstfahrt

Extertal. "Emil Mayrisch" ist seit vielen Jahren das Zugpferd der Museumsbahner der "Landeseisenbahn Lippe". Gewesen. Die alte Dampflok wird nicht mehr auf den Gleisen zwischen Bösingfeld, Barntrup und Dörentrup fahren. Grund: Der TÜV hat das alte Schätzchen stillgelegt.

Jochen Brunsiek, Pressesprecher der Landeseisenbahn Lippe (LEL), nennt es eine "traurige Nachricht". Der zuständige TÜV-Gutachter habe bei der jährlichen Kesselüberprüfung die endgültige Abstellung der Dampflok verfügt. Denn zuletzt sei die Wand des Kessels immer dünner geworden – nach 72 Betriebsjahren wurden nur noch neun Millimeter gemessen. Das sei, so der Gutachter, nicht mehr ausreichend für einen sicheren Betrieb.

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Bereits in den vergangenen Jahren sei der Kesseldruck für den Betrieb der Lok stetig schrittweise gesenkt worden, um die technischen Grenzwerte noch einhalten zu können – zuletzt auf einen Betriebsdruck von zehn Bar. Noch weniger, und "Emil Mayrisch" hätte nicht mehr sinnvoll als Streckenlok eingesetzt werden können.

Kesselerneuerung möglich

Die Lok, Baujahr 1940, fährt seit 2001 in den Diensten des LEL im Exter- und Begatal. Der Verein will nun Wege suchen, mittelfristig wieder Dampfbetrieb zu ermöglichen. Nachgedacht wird auch über eine Kesselerneuerung von "Emil".

Die Dampflokomotive "Emil Mayrisch N.3" hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 1940 kaufte die Rheinbraun AG die Lok, die bei Krupp in Essen hergestellt worden war, für den Rangierdienst im Zechenbahnhof Beisselgrube bei Horrem und führte sie unter der Nummer "I319". 20 Jahre später gelangte sie zum Eschweiler Bergwerksverein, wo sie bis 1992 im Rangierbahnhof der Grube Emil Mayrisch in Siersdorf als "Lok Nummer 3" lief.

Nach der Stilllegung des Bergbaubetriebs wurden einige der Loks an Museumsbahnen verkauft – "Emil" landete zunächst bei den Eisenbahnfreunden Kraichgau. Allerdings stand dort schon bald keine Strecke mehr zur Verfügung, weil die Schienen für den Taktnahverkehr ausgebaut wurden und "Emil" mit 608 Pferdestärken und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde dafür zu langsam war. Zur Jahrtausendwende kam die 59 Tonnen schwere Lok ins Extertal.

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