Christian Sauter (FDP) ist versehentlich auf den aussichtslosen Listenplatz 48 gesetzt worden.  - © Anastasia von Fugler
Christian Sauter (FDP) ist versehentlich auf den aussichtslosen Listenplatz 48 gesetzt worden.  | © Anastasia von Fugler

Düsseldorf Panne bei FDP-Landesliste: Lipper Kandidat auf aussichtslosem Platz

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Thomas Reineke
Dieter Wonka

Extertal/Berlin. Eine peinliche Panne seiner Partei bringt den Extertaler Christian Sauter (37) um seine realistische Chance, für die FDP in den Landtag NRW einzuziehen. Statt auf Platz 24, wie es der Parteitag im November beschlossen hatte, ist der Wirtschaftsingenieur aus Lippe von der Partei-Geschäftsstelle nur auf Platz 48 beim Landeswahlausschuss gemeldet worden. Auf "seinem" Listenplatz steht jetzt die FDP-Fraktionsvorsitzende Martina Hannen aus Lage, ebenfalls Kreis Lippe. "Das ist eine große Enttäuschung für mich", sagte Sauter dieser Zeitung, betont aber, er wolle weiter für die FDP kämpfen. "Nach den aktuellen Umfragewerten wäre der Listenplatz 24 ein Landtagsmandat." Bei der letzten Landtagswahl zog die FDP-Liste bis Platz 22 - bei 8,6 Prozent Zweitstimmen für die Partei. Umfragen sehen die Liberalen derzeit bei etwa zehn Prozent. Die Plätze seien im FDP-Landesbüro vertauscht worden, sagt Sauter, Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Extertaler Rat. Rückgängig zu machen sei der Fehler nicht mehr. "Die Fristen sind verstrichen, die Landesliste ist veröffentlicht." "Übertragungsfehler" soll schuld sein Von der Landespartei heißt es, schuld sei ein "Übertragungsfehler". Wie der geschehen konnte bleibt unklar, werde aber parteiintern geklärt, so Moritz Kracht, Sprecher der FDP-NRW. Hannen wolle, sollte der Listenplatz 24 für einen Sitz reichen, das Mandat nicht annehmen. Die vermutliche Folge: Die Region Ostwestfalen-Lippe wird einen Vertreter weniger im Landtag haben. Sauter ist seit 2009 in der FDP. Bei der Landtagswahl 2012 trat er ebenfalls an, damals allerdings auf einem aussichtslosen Listenplatz. 2014 holte der Extertaler FDP-Ratsherr seinen Wahlbezirk bei der Kommunalwahl direkt. Parteichef Christian Lindner, am Wochenende auf dem Bundesparteitag im Amt bestätigt, will laut Kreis-FDP vor der Wahl noch einmal nach Lippe kommen, um die Hintergründe des Fehlers zu erklären und um Entschuldigung zu bitten. Die Bundes-FDP verabschiedete auf dem Parteitag außerdem ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl im September. Darin setzt die FDP besonders auf die Themen Bildung und Digitalisierung. Die Liberalen entwerfen darin laut Lindner eine "Agenda 2030" für "die ungeduldige Mitte" der Gesellschaft. Die FDP will durch Investitionen in Ausstattung und Personal Schülern die "weltbeste Bildung" bieten und den Ausbau des Glasfasernetzes für schnelles Internet vorantreiben.

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