Oliver Herrmann (r.), Präsident der Hochschule OWL, verlieh Thomas Platena am 25. Januar eine Honorarprofessur.
Oliver Herrmann (r.), Präsident der Hochschule OWL, verlieh Thomas Platena am 25. Januar eine Honorarprofessur.

Detmold Rechtsanwalt erteilt Richtern Nachhilfe in Bezug auf korrekte Anrede

Professor Platena klärt auf

Detmold (gär). Alle Richter und Richterinnen am Amts- und Landgericht Detmold haben in diesen Tagen Post bekommen. Absender des elektronische Briefes, der auch dieser Zeitung vorliegt, ist der in der Stadt ansässige Rechtsanwalt und Notar Thomas Platena (46). Er ist Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und kennt sich auch im Mietrecht aus. Vor etwa einem Monat, sagt Platena auf Anfrage, habe er von der Fachhochschule OWL die Ernennung zum Honorarprofessor erhalten. Über den Titel freue er sich sehr, denn er sei eine "tolle Anerkennung für zwölf Jahre Lehrtätigkeit".

Allerdings gebe es bei den Richtern (Platena nennt sie "richterliche Sachbearbeiter") nun "Unklarheiten", wie mit dem Titel umzugehen sei. Platena erteilt ihnen deshalb Nachhilfe. In seinem Brief möchte er "klarstellen", wie mit dem Titel Honorarprofessor im beruflichen Umgang, in Gegenwart von Mandanten und in mündlichen Verhandlungen zu verfahren sei.

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"In der mündlichen namentlichen Ansprache verwendet man den Professorentitel ohne Doktortitel, also ,Herr Prof. Platena‘ oder ,Herr Rechtsanwalt Prof. Platena‘ bzw. ,Herr Notar Prof. Platena‘", belehrt Platena die Detmolder Richter. Noch höher seien die Anforderungen "in der schriftlichen Ansprache". Hier "sind beide Titel aufzunehmen", also ,Herr Rechtsanwalt Prof. Dr. Platena‘ bzw. ,Herr Notar Prof. Dr. Platena‘".

Im persönlichen Umgang lege er auf eine Nennung seiner Titel keinen Wert, wohl aber im beruflichen, betont Platena. Er hoffe, auf diese Weise etwas "Klarheit geschaffen" zu haben und "den Umgang zu entkrampfen".

Anke Grudda, Sprecherin des Detmolder Landgerichts, sagte, alle Richter hätten Platenas Schreiben erhalten und "zur Kenntnis genommen". Die Frage, ob der Brief zur Entkrampfung tauge oder bei den Adressaten eher Lachkrämpfe hervorrufe, wollte sie nicht beantworten.

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