Heinz Thiele (57), Chef der Detmolder Agentur für Arbeit. - © Ulf Hanke
Heinz Thiele (57), Chef der Detmolder Agentur für Arbeit. | © Ulf Hanke

Detmold OWL-Profil: Heinz Thiele, Chef der Detmolder Arbeitsagentur, mag stumme Haustiere

Der gebürtige Paderborner verrät in unserem Fragebogen, warum er neulich erst seine alten Zeugnisse versteckt hat.

Ulf Hanke

Zweimal am Tag rollt der Büromensch Heinz Thiele durch die Gauseköte, die 345 Meter hohe Passstraße mitten durch den Teutoburger Wald. Für den gebürtigen Paderborner ist das Entspannung pur und ein Ausgleich zum Arbeitstag in der Agentur für Arbeit in Detmold mit den vielen Gesprächen. Er hört dann weder Radio noch Musik. So bleibt Zeit fürs Nachdenken. Unseren Fragebogen hat er übrigens an einem Sonntagnachmittag zu Hause ausgefüllt. Darin verrät er, dass er stumme Haustiere mag - und warum er neulich erst seine alten Zeugnisse versteckt hat. Persönlich Wann haben Sie sich zuletzt riesig gefreut? Auf der Abschlussfeier meines Sohnes zum Bachelor Elektrotechnik, mit super Ergebnis! Ich habe meine Zeugnisse schon versteckt. Wann haben Sie zuletzt geweint? Traurig macht es mich zu sehen, wie sich die Lebensqualität im Alter auch im engsten Familienkreis kontinuierlich verschlechtert. Darum: Jeden Tag genießen! Unerbittlich sind Sie, wenn ... es darum geht eine Herausforderung gut zu meistern, der man sich gestellt hat. Was verzeihen Sie anderen sofort? Fehler, die jemand macht und selbst erkennt, mit dem Ziel, es beim nächsten Mal besser zu machen. Mit wem müssen Sie noch einen Sack Salz essen? Mit niemandem, da das ungesund ist. Es gibt aber viele Freunde, mit denen ich gerne ein Bier trinke. Ihr bisher unentdecktes Talent? Da bin ich ständig selbst auf der Suche. Ihr heimlicher Fehler? Auch hier hat die Suche nie ein Ende. Aber etwas weniger Hunger auf Süßigkeiten wäre nicht schlecht. Ihre Lieblingsfarbe? Blau. Was mögen Sie an OWL am liebsten? Nicht zu klein, nicht zu groß. Industrie, Kultur, Wissenschaft, Natur und vieles mehr – eben die Vielfalt. Was lieben Sie an Ihrem Beruf besonders? Die Begegnungen mit vielen Menschen und die Tatsache – wenn auch in einem bescheidenen Umfang – Menschen in Krisensituationen zu helfen und damit zum sozialen Frieden in Deutschland beizutragen. Was nervt Sie an Ihrem Beruf manchmal? Wenn gute Ideen an vielen Bedenken scheitern. Vertraulich Unter der Dusche ... kann man immer gut entspannen, wenn das Wasser warm genug ist. Auf meinem Nachttisch liegt ... ein Block mit einem Stift für den Fall, dass man nachts eine gute Idee hat und nur deshalb nicht wieder einschlafen kann, weil man Angst hat, diese bis zum Morgen zu vergessen. Wenn ich noch einmal 16 wäre ... würde ich versuchen, alle Stationen des Lebens noch bewusster zu leben. Das Leben ist kurz! Außer für Geld ist in meiner Geldbörse Platz für ... 
wichtige Infos, die ich sonst immer vergesse, aber regelmäßig benötige. Zuhause Stippgrütze, Pickert oder Pumpernickel? Sauerbraten, Rotkohl und Klöße aber auch gerne mal chinesisch süß-sauer. Hermann, Wilhelm oder Libori? Als Paderborner, ohne groß nachzudenken: Libori. Schönes Fest nicht nur Rummel, sondern auch viel Kultur. Handball, Fußball oder Reiten? Ich habe in meinem Leben noch nie auf einem Pferd gesessen und für Fußball und Handball sind die Knochen zu alt. Viel schwimmen, Rad fahren und wandern geht aber noch gut und ist ein wichtiger Ausgleich. Hund oder Katze? Fische im Aquarium. Fische laufen nicht weg und sind ruhig; aber trotzdem ist Leben in der Wohnung und vor allem im Winter immer Licht, wenn man nach Hause kommt. Wo kommen Sie weg? Einmal Ostwestfale – immer Ostwestfale. Was sollte Gästen in OWL unbedingt gezeigt werden? Wenn Freunde von außerhalb mich in Paderborn besuchen, fahre ich auch gern nach Lippe zur Freizeitgestaltung: Westfälisches Freilichtmuseum, Lippisches Landesmuseum, Hermannsdenkmal, Externsteine, Vogelpark, Adlerwarte und so weiter. Aber auch einfach Wandern im Teutoburger Wald sollte nicht fehlen. Pömpel, Pölter oder Pillepoppen – in den OWL-Wortschatz gehört auch: Es ist so, wie es ist und wenn es sich nicht ändert, bleibt es auch so. Der prominenteste Mensch in OWL ist? Zurzeit unser neuer Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dieser OWLer sollte unbedingt bekannter werden: Da möchte ich niemanden in Verlegenheit bringen. Sinn des Lebens Haus bauen, Apfelbäumchen pflanzen oder Kind zeugen? Alles schon erledigt. Es bleibt die ständige Herausforderung auch die noch folgenden Etappen sinnvoll zu gestalten. Wenn morgen die Welt untergehen würde, ... würde ich noch einmal eine schöne Radtour machen, weil das Weitere doch nicht mehr zu ändern ist. Was ist auf Ihrer To-do-Liste noch nicht abgehakt? Dafür hat mir diese Zeitung nicht genug Zeilen eingeräumt. Außerdem wird die Liste nie kürzer, auch wenn man Punkte erledigt hat. Was nehmen Sie überall mit hin? Den Ehrgeiz am Abend sagen zu können, es war ein guter Tag. Ihr letzter Wille? Außer einigen Dingen, die technisch zu regeln sind, sollte man sich von der Welt auch verabschieden können, ohne viel mitgestalten zu wollen. Die Rettung der Welt beginnt mit ... 
Hilfsbereitschaft.

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